Mode, my little luxury, Nachhaltigkeit

Alte Kleidung – tolle Alternativen für den Mülleimer

Ich habe gelesen, dass in Deutschland pro Jahr 100.000 Tonnen Kleidung weggeworfen werden. Andere Quellen sprechen sogar von 700.000 Tonnen. Das ist ein riesiger Berg an Textilien, die oft nur einen „Fehler“ haben: Sie gefallen ihren Besitzern nicht mehr.  Aber es gibt Alternativen für den Mülleimer.

Secondhand-Läden kaufen alte Kleidung

Viele Secondhand-Läden nehmen gut erhaltene Stücke ab, allerdings nicht immer – wenn die Regale voll sind, gibt es Wartezeiten. Zu den bekanntesten gehört Picknweight (picknweight.de) mit Filialen in Berlin-Mitte (Münzstraße 19 und Alte Schönhauser Str. 30) und Kreuzberg (Bergmannstraße 102), Made in Berlin (Neue Schönhauser Str. 19) und Garage (Ahornstr. 2). Gute Adressen für hochwertige Secondhand-Mode sind Soeur in der Marienburger Straße 24 (Prenzlauer Berg), Das neue Schwarz in der Mulackstraße 32 (Mitte) oder Macy’z in der Mommsenstraße 2 (Charlottenburg).

Klamottentausch-Partys

Die Idee ist so simpel wie brillant: In einer Kneipe kommen Leute zusammen, die ungeliebt gewordene Kleidungsstücke loswerden wollen. Die frisch gewaschenen und gut erhaltenen Stücke werden auf Tischen ausgebreitet oder über Wäscheleinen gehängt – und dann beginnt das fröhliche Stöbern. Denn was mir nicht mehr gefällt, das macht vielleicht eine(n) andere(n) glücklich.

Pullover, Kleider, Jacken, Hosen, Accessoires, Schuhe stehen bzw. liegen bereit und warten auf neue Besitzer. Anprobiert wird irgendwo zwischen Tür und Angel. Die Stimmung ist bestens, denn es gibt nicht nur alte Kleidung, sondern auch Getränke und manchmal sogar Kuchen. Gespräche sowieso, denn die gemeinsame Liebe für Kleidung verbindet.

Hier können Sie tauschen

Zu den bekanntesten Klamottentausch-Partys in Berlin gehören die Party bei Gelegenheiten Berlin im Troc in Neukölln (etwa alle zwei Monate, im Internet angekündigt unter gelegenheiten-berlin.de) und die im Café Dritter Raum. Ein- oder zweimal im Jahr gibt es im Labsaal in Lübars eine Kleidertauschparty. Jeden Donnerstag von 15 bis 20 Uhr lädt das Kulturbüro Trial & Error im Laden Jacke wie Hose (Mareschstr. 10, Rixdorf, nahe S-Bhf. Sonnenallee) zum Kleidertausch ein, mit Upcycling, Nähanleitungen und mehr.

BSR-Tausch- und Verschenkemarkt

Biete Pumps gegen eine Flasche Weichspüler. Klingt komisch? Beim BSR-Verschenkemarkt ist das ganz normal. Wer etwas übrig hat (das gilt nicht nur für Kleidung, sondern auch für Möbel, Elektrogeräte und vieles mehr), der macht ein Foto, schreibt ein paar Zeilen und setzt das ungeliebt gewordene Stück auf der Internetseite  BSR-Verschenkemarkt in die entsprechende Rubrik.

Einen Gegenwunsch darf man gerne  äußern, und dabei ruhig originell sein. Die Tafel Schokolade mit ganzen Nüssen ist ebenso dabei wie die Packung löslicher Kaffee oder zwei Tickets für die BVG. Angenehmer Nebeneffekt: Alter und neuer Besitzer des guten Stücks lernen sich bei der Übergabe kennen, was dem Mantel  oder der Bluse eine persönliche Note verleiht.

Internethandel

Klar, ebay ist eine Methode, die alten Stücke loszuwerden, aber es gibt auch Internetseiten, die speziell auf Kleidung ausgelegt sind, und bei denen auch Tauschen möglich ist. Der Kleiderkreisel ist ein solches Beispiel. Man registriert sich, macht Fotos von dem Stück, schreibt etwas darüber (Größe, Marke, eventuelle Fehler wie Pilling, Details wie Ärmelweite etc.), gibt einen Preis an oder den Tauschwunsch und lädt das Ganze beim Kleiderkreisel hoch. Ich selbst habe schon viel über den Kleiderkreisel ge- und verkauft und keine einzige schlechte Erfahrung gemacht.

Es gibt noch andere Seiten im Internet, von Tauschticket über Tauschgnom und Bambali bis zum Kleiderkorb. Und auch bei Ebay-Kleinanzeigen kann man es versuchen.

Rotes Kreuz und Altkleider-Container

Wenn trotzdem noch etwas übrig bleibt, ist es immer noch zu früh für den Mülleimer. Denn es gibt auch noch die Möglichkeit, gut erhaltene Klamotten zum Roten Kreuz zu bringen. Es gibt DRK-Altkleidercontainer, in die man die Stücke legen kann. Aber Achtung: In der Stadt stehen auch Container von unseriösen Unternehmen. Wer sicherstellen möchte, dass seine alten Textilien gemeinnützigen Zwecken zugute kommen, der kann z.B. auf die Siegel von „FairWertung“, des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI, dieses Siegel verwendet auch das Rote Kreuz) oder Bundesverband für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) achten. 

Alte Kleidung: Zum Wegwerfen zu schade

Angesichts dieser vielen Möglichkeiten gibt es eigentlich keinen Grund mehr, alte Kleidung wegzuwerfen. Es sei denn, sie ist so zerlöchert, dass sie nur noch als Putzlappen taugt.

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