Allgemein, Deutschland, Entspannen, Genießen, my little luxury

Unterwegs im Barfußpark

Ein Barfußpark ist die perfekte Gelegenheit, sich mal mit einer Körperregion zu befassen, die man sonst gerne vergisst: den Füßen. Sie, die sonst meistens in Strümpfen und Schuhen stecken, dürfen endlich mal in direkten Kontakt mit der Welt kommen. Und das auf einer längeren Strecke, die mal weich, mal pieksig und mal matschig ist. Ein Riesenspaß!

Der Barfußpark Beelitz-Heilstätten

Auf geschichtsträchtigem Gelände liegt der Barfußpark in Beelitz-Heilstätten südwestlich von Berlin. Einige verfallene Gebäude erinnern an die Zeiten, in denen hier eine Lungenheilanstalt lag. Nur ein paar Meter entfernt weiter kann man das Areal auf dem Baumkronenpfad von oben erkunden – 2017 kam der Barfußpfad dazu. 15 Hektar groß ist er und er führt durch einen Laub-, Kiefern- und Birkenwald. 

Es piekt – was für ein Spaß!

Barfuß gehen kann man natürlich fast überall. Allerdings hält sich das Vergnügen schon sehr in Grenzen, wenn die Füße ausschließlich Asphalt spüren. Und in den offiziellen Barfußparks muss man auch nicht mit Glasscherben, Hundehaufen (Hunde sind in den Parks meist verboten) und Müll auf den Wegen rechnen, sondern kann sich voll auf das Gehen konzentrieren.

Barfuß-Gehen trainiert die Fußmuskeln

Wer zum ersten Mal kommt, für den sind schon die ersten Schritte eine Herausforderung: Es piekt – und man ist noch nicht mal am Anfang des Pfades! Ein paar Minuten braucht man nämlich schon, bis sich die Füße an die vielen Reize von unten gewöhnt haben. Man spürt den Boden, fühlt sich im wahrsten Sinn des Wortes geerdet. Die Reflexzonen bekommen eine kostenlose Massage und eine Kneippkur noch dazu. Am Ziel sind die Füße dann matschbeschmiert und wunderbar durchblutet. Das schuhfreie Gehen trainiert die Fußmuskeln und kann sogar gegen Rückenprobleme helfen.

Kiesel und Kienäpfel

Dann geht es los: Kiesel, rundgewaschenes Glas und Kienäpfel liegen auf dem Weg, ein bisschen später fließt Wasser. Ein Kneippbecken folgt, danach einfach nur Weg, und auch das ist neu für die Füße. Je nach Wetter ist der Boden kühl oder warm, mal weich, mal ein bisschen pieksig. Zwischendrin gibt es Stationen, an denen man balancieren und klettern kann. Ein Gärtchen mit Kräutern spricht den Geruchssinn an, danach geht es wieder um die Füße. Matsch! Moor! Herrlich!

Drei Wege gibt es auf dem Gelände

Drei Wege mit insgesamt 1,3 Kilometern Länge gibt es, und man sollte sich Zeit lassen. Denn es gibt auch Tast- und Riechkästen und Baumtelefone, und wer jetzt denkt, aus dem Alter bin ich doch raus, der wird staunen, wieviel Spaß solche Spielereien machen. Wenn am Ende die Füße mit einer Schicht Matsch, Erde und Stroh bedeckt sind, fühlt man sich wunderbar entspannt und genießt das Kribbeln unter den Sohlen.

Egestorf: Pfad in der Lüneburger Heide

2,7 Kilometer lang ist der Weg im Barfußpark in Egestorf, der mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide liegt. Und er ist auch ein Vergnügen fürs Auge. Schmal und verschlungen führt er mal durch Wälder, mal über Wiesen und durch Bäche. Der Untergrund ist ähnlich abwechslungsreich: Da gibt es Sandboden, Rindenmulch, Holz, Moor, Gras, Glassteinchen, Splitt, Schlamm und Wasser – ein Erlebnis für die Fußsohlen.

Baumtelefon und Yogawald

Im Barfußpark Egestorf gibt es unterwegs noch mehr zu entdecken. 60 Stationen wurden eingerichtet, an denen Riechkästen, ein Baumtelefon, ein Dendrophon (eine Art Xylophon mit freihängenden Brettern oder Ästen) und andere spannende Gerätschaften ausprobiert werden können. Auch ein Yogawald mit neun Stationen, ein Salzraum und ein Bade-Wasserspielplatz gehören dazu.

Parks von kurz bis ziemlich lang

Überall in Deutschland gibt es mittlerweile Barfußparks mit Parcours’ zwischen ganz kurz und ziemlich lang. Der längste, der Park in Bad Orb, misst stolze 4,5 Kilometer. Aber weil es so viel zu sehen, zu spüren und zu erleben gibt, merkt man kaum, welche Strecken man da zurücklegt. Die Angebote sind unterschiedlich, lohnenswert sind aber viele davon. Tipp: Auf der Seite www.barfusspark.info finden Sie ein Verzeichnis mit Adressen von Parks in Deutschland, Österreich und anderen Ländern.

Eine Auswahl der Barfußparks in Deutschland

  • Beelitz-Heilstätten: Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz, Tickets 7 (Kinder 5 Euro). Geöffnet: Mai bis September tgl. 10-18 Uhr, am Wochenende bis 19 Uhr. www.derbarfusspark.de
  • Egestorf, Ahornweg 9, 21272 Egestorf, Tel. 04175/1423. Geöffnet Ende April bis Ende September, tgl. 9-20 Uhr, Eintritt 6, Kinder/Jugendliche bis 15 Jahren 4 Euro. Info: www.barfusspark-egestorf.de
  • Dornstetten (nahe Freudenstadt im Schwarzwald, Länge: 2,4 Kilometer), Silberwaldstraße, 72280 Dornstetten, geöffnet 1. Mai bis 15. Oktober tgl. 9-20 Uhr, Eintritt frei, Spende von 2 Euro erbeten, Parkgebühr: 4 Euro (für 3 Stunden). Info: www.barfusspark.de
  • Bad Orb, Kurpark, 63619 Bad Orb (im Spessart, mit 4,5 Kilometern der längste in Deutschland), geöffnet Ostern bis Oktober, das Servicehaus ist Mo-Fr, 13.30-18 Uhr, Sa/So, 9.30-18 Uhr geöffnet, außerhalb dieser Zeiten gibt es eine Eintrittsbox, Eintritt: 2,50 Euro, Kinder 1 Euro. Info: www.barfusspfad-bad-orb.de
  • Dannenwalde in der Uckermark (Brandenburg), Länge: 750 Meter, ganzjährig rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei. nfo: www.barfusspfad-dannenwalde.de
  • Lienen, Eingang am Haus des Gastes, Diekesdamm 1, 49536 Lienen (bei Osnabrück, Länge: ein Kilometer), geöffnet: 1. Mai bis 31. Oktober tgl. von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Eintritt frei, Spenden erbeten. Hunde sind in diesem Park (Ausnahme: Wassertretbecken) erlaubt, müssen aber an der Leine geführt werden, Hinterlassenschaften sind zu entfernen. Info: www.barfusspark-lienen.de

 Anzeige:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.