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Bernstein – das Gold des Nordens

Wer an den Stränden der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst entlangspaziert, der kann ihm begegnen: Bernstein, auch “Gold des Nordens” genannt. Manchmal sieht man Menschen, die mit kleinen Stöckchen in Tanghaufen herumwühlen, in der Hoffnung, ein großes Stück zu finden.

Bernstein: fossiles Harz mit Federgewicht

Meist sind es nur fingernagelkleine Bröckchen, aber sie können ihre Finder sehr glücklich machen. Das fossile Harz, das mal gelb, mal goldfarben und vor allem sehr leicht ist, wird bei bestimmten Windverhältnissen an die Ostseeküste geschwemmt – und wer zur passenden Zeit möglichst früh am Morgen am Strand ist, der kann mit Glück auch mal ein großes Stück Bernstein finden.

Überbleibsel von 300 Mio. Jahre alten Bäumen

Die große Faszination des Bernsteins lässt sich leicht erklären. Schließlich ist er das Harz von Bäumen, die vor bis zu 300  Millionen Jahren lebten. Es härtete an der Luft aus, sank im Laufe der Zeit in tiefe Sedimentschichten ab. Ohne Luft, aber mit sehr viel Zeit entwickelten sie sich zum Bernstein.

Beliebte Schmuckstücke

Schon in der vorgeschichtlichen Zeit hat man Schmuck aus diesem Material gemacht. Das berühmteste Schmuckstück ist das legendäre Bernsteinzimmer, ein komplett mit Bernstein verkleideter Raum, der ursprünglich ins Berliner Stadtschloss gehörte und nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand. Man bekommt Bernstein als Kettenanhänger, Broschen oder an Ringen.

Weißgelb, honigfarben oder dunkelbraun

Das, was die Wanderer an den Ostseestränden bei Ahrenshoop, Prerow, auf Hiddensee, Usedom oder anderswo suchen und finden, ist auf den ersten Blick meist unscheinbar. Manche der Stücke sind fast weiß, andere sehen aus wie versteinerter Honig, andere leuchten dunkelbraun, einige sind durchsichtig, andere nicht.

Eingeschlossene Insekten

In sehr wenigen Bernsteinen sind Pflanzenreste eingeschlossen, oder Insekten, die das Pech hatten, von einem Schwall des noch weichen Harzes übergossen und so für die Ewigkeit präpariert zu werden – ein solcher Fund ist schon eine ziemliche Sensation. Und wenn Sie etwas finden, das ein bisschen aussieht wie Glas, dann könnte das daran liegen, dass es  tatsächlich Glas ist, das vom Meereswasser rundgewaschen wurde.

Ein Stein, der schwimmen kann

Bernstein schwimmt auf Salzwasser und wenn man ihn an Baumwolle reibt, dann lädt er sich elektrisch auf. Erkennen kann man ihn auch daran, dass er brennbar ist. Das brachte dem Bernstein auch den Namen: das mittelniederdeutsche „bernen“ bedeutet „brennen“. Und Bernstein brennt wirklich leicht – ein einfaches Streichholz genügt. Dabei duftet er aromatisch nach Harz.

Natürliches Heilmittel

In der Naturheilkunde dient Bernstein als Mittel gegen Verletzungen. Man kann ihn zerreiben, in Alkohol einlegen, durch Trockendestillation zu Öl verarbeiten oder einfach in ein Glas Wasser legen. Oder man lässt ihn unbehelligt und nutzt ihn als Heilstein: Er soll Hautkrankheiten heilen, Zahnschmerzen bei Kleinkindern lindern, die Immunabwehr stärken, das Selbstvertrauen stärken und kreativ machen.  Ob er wirklich hilft? Egal. Das Suchen macht Spaß, das Finden noch viel mehr. Und schaden kann das Auflegen ja nun wirklich nicht.

Tolle Funde im Deutschen Bernsteinmuseum

Übrigens: Wer mehr über Bernstein erfahren möchte, sollte das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten bei Rostock besuchen (Im Kloster 1-2, 18311 Ribnitz-Damgarten. April bis Oktober tgl. 9.30 bis 18 Uhr, November bis März, Di-So, 9.30 bis 17 Uhr). Dort sind Kunstgegenstände aus dem Material ausgestellt und es gibt interessante Informationen über die Entstehung und Verarbeitung.

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