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Besuch bei den Bouquinisten von Paris

Es fühlt sich an wie das Paradies für Bücherfans: Stände um Stände mit Büchern – hunderttausende davon. Wo dieses Paradies liegt? Bei den Bouquinisten in Paris. 300.000 antiquarische Bände, Grafiken, Briefmarken und historische Postkarten warten an den Ufern der Seine auf Käufer. Vielleicht wird die Seine deshalb manchmal auch als einziger Fluss der Welt beschrieben, der zwischen zwei Buchregalen verläuft.

Bouquinisten waren früher unbeliebt

Die Händler, die ihre Stände zwischen Pont Marie und Quai du Louvre sowie zwischen Quai de la Tournelleund Quai Voltaire aufstellen, werden auch Bouquinistes genannt. Diese Stände gibt es schon seit dem 16. Jahrhundert. Damals  verkauften Händler, die zu der Zeit “Colporteurs” (Hausierer) genannt wurden, Bücher auf der Brücke Pont Neuf.

1649 wurden die Stände verboten

Den wenig schmeichelhaften Namen verdankten sie den ansässigen Buchhändlern – denen waren die fliegenden Händler ein Dorn im Auge. 1649 setzten sie ein Verbot der Stände auf der Brücke durch. Doch wenig später wurden sie wieder erlaubt – zum Glück! Denn was wäre Paris heute ohne seine Bouquinisten?

Die Stadt legte die Flächen für die Händler fest

1859 beschloss die Stadt, dass jedem Bouquinisten für eine bestimmte Jahresgebühr zehn Meter Geländer zur Verfügung stehen. Öffnen durften die Händler zwischen Sonnenauf- und –untergang. Inzwischen hat die Stadt die Flächen für die Bouquinisten neu festgelegt – auf fünf Zentimeter genau!

Außerhalb der Öffnungszeiten könnte man die Bouquinisten-Stände fast übersehen – die grünen Boxen werden nämlich zusammengeklappt.

Die Bouquinisten sind Weltkulturerbe

Die Zeiten, in denen die Händler als Hausierer bezeichnet wurden, sind heute lange vergessen, inzwischen zählen die Händler und ihre Stände zum Weltkulturerbe der Unesco. Es gibt 240 Händler, und bei ihnen treffen sich Liebhaber seltener Bücher ebenso wie Leseratten, die einfach mal vorbeikommen, um sich dann irgendwo festzulesen.

„Sie erhalten Schriftsteller am Leben, die schon vor Jahrhunderten gestorben sind“, sagte mal jemand über die Bouquinisten, die Paris die größte Buchhandlung der Welt bescheren. Kein Wunder, dass die Stände nicht nur zum Stadtbild gehören, sondern eine wichtige Sehenswürdigkeit der Stadt sind.

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