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Warum Camping in Schweden so viel Spaß macht

Zu meinen schönsten Ferien-Erinnerungen aus der Kindheit gehört Camping in Schweden. Mit Zelt, später mit kleinem Wohnwagen und mit Booten auf dem Autodach sind wir einfach losgefahren – immer der Nase nach. Die Abenteuer kamen von ganz allein. Und der Spaß? War riesengroß.

Camping in Schweden ist flexibel

Es ist doch schade, in einem so großen und herrlichen Land wie Schweden Urlaub zu machen und immer am selben Fleck zu sitzen, womöglich auch noch immer am selben Strand. Wer sein eigenes Häuschen dabei hat, ist flexibel und kann sich immer den allerschönsten Platz an der Sonne aussuchen.

Ein Platz an Sonne und See

Wie wäre es damit: Ein See in 20 Metern Entfernung, hinter dem Zelt oder Wohnwagen ein lichter Wald, vielleicht ein paar Blaubeerbüsche. Die Bäume spenden Schatten und eignen sich ganz wunderbar als Halter der Wäscheleine, auf der Badeanzug und Handtücher trocknen können. Eine Bank und einen Tisch aus dickem Holz gibt es auch – nie frühstückt man gemütlicher als dort, mit Blick aufs Wasser und mit dem Duft nach warmem Wald in der Nase.

Naturnah und wunderschön

Die Campingplätze in Schweden sind groß, mitten in die Natur integriert und meist wunderschön gelegen. Nummerierte Plätze und exakt gezogene Wege sind selten, und echte Fans vermeiden sie auch lieber. Man hält genug Abstand zum Nachbarn, auch ohne Nummer. Und wer braucht asphaltierte Straßen, wenn es doch diese herrlichen Trampelpfade zum See, zu den Sanitäranlagen und der Küche gibt?

Blitzsaubere Küchen

Überhaupt, die Anlagen auf den Plätzen. Ich habe beim Camping in Schweden nur wenige erlebt, die nicht blitzsauber waren. Oft sind Duschen und Sanitärbereiche in liebevoll gestalteten Holzhütten untergebracht und oft gibt es sogar eine Sauna, die übrigens in Schweden Bastu heißt. Die Küchen haben eigene Holzhäuser mit großen Fenstern nach draußen – schließlich kann es ja auch mal regnen, und auf die Sicht nach draußen möchte man trotzdem nicht verzichten.

Kochen mit Gemeinschaftsgefühl

In der Küche vermischen sich der Duft nach Kaffee, Spaghetti, Bratwurst und anderen Kreationen, Kontakte werden geknüpft, während man den Kochlöffel schwingt oder seine Töpfe abwäscht. Hier bekommt man die besten Tipps für Wanderungen oder Touren mit dem Kajak, aus erster Hand und natürlich selbst ausprobiert.

Was man alles erleben kann

Wer klassischen Strandurlaub liebt, der lässt sich in Schweden viel entgehen. Natürlich gibt es wunderschöne Strände an den vielen Seen und am Meer. Aber es gibt auch so viel zu entdecken! Mit dem Boot von See zu See fahren (haben Sie schon mal ein schwimmendes Moor gesehen? Das ist absolut unglaublich), mit Wanderschuhen die Bullerbü-Landschaft erkunden. Baden und sich auf sonnengewärmten Felsen trocknen lassen.

Moltebeerenmarmelade am offenen Feuer zubereiten

Und man kann Blaubeeren oder Moltebeeren pflücken. Letztere sind die Früchte eines skandinavischen Gewäches, die ein bisschen aussehen wie Himbeeren, aber einzeln und aufrecht an einer Pflanze wachsen, die wiederum ein bisschen aussieht wie eine Erdbeere – roh schmecken die Früchte ein bisschen sauer, aber man kann aus ihnen eine herrliche Marmelade kochen. Sogar am offenen Feuer (Tipp aus erster Hand – selbst ausprobiert).

Mittsommernacht auf dem Campingplatz – unvergesslich!

Wer in der Mittsommernacht nach Schweden kommt, der kann beim Camping in Schweden noch etwas ganz anderes erleben. Nordländer, die sich geradezu mediterran benehmen, zum Beispiel. Und alkoholische Getränke von einer Stärke, die einen untrainierten Mitteleuropäer schon umwirft, wenn er nur daran riecht. Und natürlich Partystimmung bis in den Morgen hinein – dunkel wird es in dieser Zeit ja sowieso nicht.

Begegnung mit ulkigen Riesen

Das ist die Nacht, in der die Natur ganz still wird – so viel Stimmung ist sie nicht gewöhnt. Aber schon am nächsten Tag erobert sie sich die Umgebung rund um den Campingplatz zurück. Manchmal kann man in der Abenddämmerung sogar Elche sehen. Die ulkigen Riesen halten gern Abstand vom Menschen, aber ein bisschen neugierig sind sie schon. Und so beäugen sich manchmal der Vier- und der Zweibeiner aus sicherer Entfernung. Und zumindest für Letzteren ist das ein kleines Abenteuer. Ein echter Elch. In wilder Natur. So etwas erlebt man als Hotelgast nun garantiert nicht!

Camping in Schweden – Infos

  • Wichtig: Man benötigt einen Camping Key Europa, eine Campingkarte, um auf die Plätze der Organisation SCR Svensk Camping zu kommen – kaufen kann man sie für 150 SEK (knapp 16 Euro) unter dem rot unterlegten Link. Sie ist ein Jahr lang gültig. Vorteile: schnelles Ein- und Auschecken, Unfallversicherung, Ermäßigungen
  • Service: Es gibt unterschiedliche Klassifizierungen, und auf vielen Campingplätzen kann man kostenlos WiFi nutzen, es gibt Restaurants, Frühstücksservice, Kinderaktivitäten und vieles mehr
  • Hütten: Wer nicht mit dem Zelt oder Wohnwagen kommt, kann vielerorts auch komfortable Hütten (Stugor) buchen, die oft ganz tpyisch schwedenrot sind (siehe Foto, manchmal auf dem Wasser gelegen und auch als Hausboot zu nutzen)
  • Campingplatz in Schweden finden: auf der Seite www.camping.se/de kann man gezielt nach Regionen suchen
  • Was man unbedingt braucht: Sonnenschutzmittel mit hohem Faktor, Mückenschutz (die schwedischen Stechinsekten sind ziemlich interessiert an Mitteleuropäern)
  • Tipp: Alkohol ist sehr teuer in Schweden, man bekommt Getränke ab 3,5 Volumenprozent Alkoholgehalt nur in sogenannten Systembolaget-Geschäften. Wer gerne mal ein Glas Wein trinkt, sollte eine Flasche von zuhause mitbringen
  • Wildes Campen in Schweden: Im Land gibt es das Allemansretten, das Jedermannsrecht, das u.a. erlaubt, für eine Nacht an einem Ort in der Natur zu campen (Ausnahme sind Schutzgebiete). Wichtig: auf Privatgelände muss man den Besitzer fragen und dass man weder Schaden anrichtet noch Müll zurücklässt, versteht sich von selbst. Es gibt aber auch Campingplätze, die nicht zertifiziert sind – sie sind meist sehr einfach, aber oft wunderschön gelegen. Ansehen lohnt sich!

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