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Chapati – Mode von sinnlich bis verspielt

Wer beim Namen Chapati an ein indisches Brot denkt, der hat Recht. In Berlin aber ist er noch viel mehr: eine Modefirma der ungewöhnlichen Art. Die Entwürfe sind bunt, originell, ein bisschen orientalisch – und sie gehören zu meinen Lieblingsstücken. Weiche Stoffe und eigenwillige Schnitte machen sie zu etwas Besonderem.

Die Geschichte von Chapati ist gleichzeitig auch die Geschichte einer sehr gelungenen Integration. Die von Hamid Mohammadi, der vor 29 Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam.

Ein Flüchtling in Deutschland

Der junge Flüchtling lebte zwei Jahre lang in einem Asylbewerberheim in Augsburg – endlich in Sicherheit. Aber er hatte nicht mit der sozialen Kälte gerechnet, die in Deutschland überall zu spüren ist. So wunderte er sich darüber, dass die Menschen einander auf der Straße nicht wahrnehmen und sich in der U-Bahn hinter ihrer Zeitung verstecken. Kleine Dinge nur, aber sie prägten sein Bild von der neuen Heimat.

Chapati wurde in Berlin “geboren”

Hamid Mohammadi ist trotzdem geblieben. Er machte Abitur, studierte in Darmstadt Kunststofftechnik und zog 1996 nach Berlin. Und hier beginnt die Geschichte von Chapati. Denn Mohammadi wollte etwas Eigenes auf die Beine stellen. Etwas, das mit seiner Heimat Iran zu tun hat. In seinem Kopf waren Bilder von der Seidenstraße, von bunten Stoffen, Datteln und Kamelen, von Glockenklängen und dem Geschmack schwarzen Tees. Das indische Brot namens Chapati diente ihm als Namenspate – immerhin ging es ihm darum, das Brot zum Leben zu verdienen.

Karawanen als Inspirationsquelle

Die Bilder in seinem Kopf fügte er zusammen und gründete sein Modelabel mit Kleidungsstücken, die ein bisschen etwas von dieser Karawanen-Atmosphäre verströmen. Kühle Eleganz sucht man vergeblich und findet stattdessen weiche Materialien, viele Farben und feminine Schnitte. Dazu lange Kapuzen mit Glöckchen und persischen Tee, den man aus wunderschönen Gläsern schlürft, während man den Blick über die Kleiderständer schweifen lässt.

Filialen mit 1001-Nacht-Atmosphäre

Die Filialen von Chapati sind voller Wärme. Das liegt an der liebevollen, detailverliebten Ausstattung, die jedem Besucher sofort ein 1001-Nacht-Gefühl gibt. Es liegt auch am Tee, der nicht nur den Gaumen wärmt. Und es liegt an den Menschen, die dort arbeiten. Fast jeder Kunde bleibt länger, als er eigentlich vorhatte.

Verspielte Mode in vielen Farben

Die Mode ist bunt, sinnlich, originell, bequem und verspielt, mit großen Kapuzen, Farb- und Mustermix, Materialien wie Samt und Piqué, Cotton-Fleece, Brokat, Merinowolle, Filz, Twill und Jersey. Vieles davon ist GOTS-zertifiziert.

Kreationen jenseits der Trends

Die Schnitte orientieren sich nicht an dem, was gerade modern ist – das Unternehmen schafft seine eigenen Trends. Hosen mit Schlag, weite Ärmel und asymmetrische Schnitte finden sich ebenso wie Material-Stilbrüche wie zarte Spitze zu weichem Samt.

Rock zum Anknöpfen: “Click and Go”

Drei Labels hat der Chef etabliert: “Chapati Design” ist die klassische Marke mit Kleidung zwischen lässig und elegant, “Alltag” enthält Stücke für die Freizeit und “Click and Go” enthält eine originelle Knopfleiste, die die Stücke extrem wandlungsfähig macht – Lieblingsstück dort ist der Rock, den man lässig über Leggings oder weiteren Hosen trägt.

Originelle Schnitte

Zu den originell geschnittenen Hosen und den figurbetonenden Oberteilen mit oder ohne Muster, den Röcken, Kleidern und Jacken kommen noch Accessoires wie Taschen und Armstulpen.

Nur für Mutige: Kapuzen mit Glöckchen

Für manches braucht man Mut: Nicht jeder traut sich, eine schmale, lange Samtjacke mit weit auslaufenden Ärmeln und einer bis zur Hüfte reichenden Kapuze mit Glöckchen zu tragen. Aber wer Chapati einmal entdeckt hat, der wird ziemlich sicher ein Fan – mit oder ohne lange Kapuze.

Faire Produktion

Zwei Kollektionen gibt es pro Jahr (Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter) für Damen, Herren und Kinder. Entworfen werden sie in Berlin-Friedrichshain, produziert in Indien. Dort werden Garne und Stoffe ausgewählt, mit umweltfreundlichen Mitteln gefärbt und von 148 Mitarbeitern zurechtgeschnitten und genäht. Bezahlung und Bedingungen sind fair – der Näherinnen-Job gibt den Frauen die Möglichkeit, ihr eigenes Brot zu verdienen, ohne ausgebeutet zu werden. Auch das macht Chapati zu etwas Besonderem.

Chapati – Infos

Filialen in Berlin: Kreuzberg: Zossener Straße 37 (Mo-Sa, 11-20 Uhr), der Oranienstraße 22 (Mo-Sa, 11-20 Uhr), Bergmannstraße 99 (Mo-Fr, 11-19, Sa, 11-20 Uhr, alle Chapati-Design), Friedrichshain: Simon-Dach-Straße 38 (Mo-Fr, 11-19, Sa, 11-20 Uhr, Chapati-Design), Prenzlauer Berg: Schönhauser Allee 71 (Alltag Store, geöffnet Mo-Sa, 11-20 Uhr), Stargarder Straße 2 (Chapati Design, geöffnet Mo-Sa, 11-19 Uhr) und Schönhauser Allee 107 (Outlet Store, geöffnet Mo-Sa, 11-19 Uhr).

Chapati im Internet: www.chapati.de

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