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Chianti – der berühmte Wein der Toskana

Viele der markanten Hügel der Toskana sind mit Weinreben bedeckt – meist reift hier der berühmte Chianti heran. 65.000 Hektar Fläche im Gebiet zwischen Massa-Carrara im Norden, Grosseto und Siena im Süden, Arezzo und Florenz im Osten und dem Meer im Westen sind mit den Reben bepflanzt, die wie kaum eine andere mit der Toskana in Verbindung gebracht werden.

Chianti und die Sangiovese-Traube

Hauptsächlich Sangiovese-Trauben reifen in der toskanischen Sonne heran, sie sind Hauptgrundlage für den berühmten Chianti-Wein. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass es in der Toskana eine große Zahl von D.O.C.-Gebieten (Denominazione di Origine, also Ursprungsgebiete) gibt. Besonders hervorzuheben sind die sieben D.O.C.G.-Gebiete (die höchste Qualitätsstufe): Brunello di Montalcino, Carmignano, Chianti, Chianti Classico, Morellino di Scansano, Vino Nobile di Montepulciano und Vernaccia die San Gimignano. Alles Namen, die Weinliebhabern leuchtende Augen bescheren.

Beliebtes Souvenir: die Korbflasche

Nach dem Chianti ist in der Toskana sogar eine ganze Region benannt. Den Namen verdanken Wein und Gebiet übrigens den Etruskern: „Clante“ war ihre Bezeichnung für Wasser. Was allerdings nicht allzuviel mit dem Wein zu tun hat. Berühmt fürs Chianti-Gebiet ist die dickbauchige Korbflasche, die meist zwar nicht mit der besten Qualität gefüllt, aber ein wunderbares Souvenir ist.

Die ersten Weinbauern waren Mönche

Schon seit dem zehnten Jahrhundert wird in dem Gebiet Wein angebaut. 1716 schrieb Cosimo III. de’Medici erstmals eine Anleitung für Gärungsmethoden nieder. Aber erst seit dem 19. Jahrhundert gibt es die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Den Grundstein für den modernen Wein der Toskana legte ein gewisser Baron Bettino Ricasoli – er kümmerte sich um eine Mischung aus Sangiovese- und Canaiolo-Trauben und schuf den heute legendären Chianti Classico.

Hohe Qualität statt Masse

Eine Zeitlang galt der toskanische Wein als eher durchschnittlich, heute ist das anders. Die Produzenten haben die Qualität erheblich gesteigert, nahmen Massenweine aus dem Sortiment und ersetzten sie durch Spitzenweine. Das trieb natürlich auch die Preise in die Höhe. Trotzdem findet man in den Gütern immer wieder auch sehr gute Weine zum fairen Preis.

Schwarzer Hahn als Qualitäts-Symbol

Das Chianti-Classico-Gebiet erstreckt sich zwischen Siena, den Chianti-Bergen, Florenz und den Tälern der Flüsse Elsa und Pesa. Die Chianti-Classico-Weine, die hier produziert werden, tragen den schwarzen Hahn („Gallo nero“) als Qualitäts-Symbol.

Berühmte Wein-Orte

Berühmte Orte im Chianti sind Radda, Castellino, Gaiole, Poggibonsi oder Greve. Überall gibt es Weingüter, die gute Weine produzieren. Vor Ort kann man sie ausprobieren: Rosso oder Brunello di Montalcino, Morellino di Scansano, Vino Nobile, Vernaccia oder den lieblichsten unter den Toskana-Weinen, den honigfarbenen Vin Santo, der vorzüglich zu den aus der Gegend um Florenz stammenden Cantucci passt.

Einkehr im Weingut

Eine Pause lohnt zum Beispiel im Weingut Badia a Coltibuono in Gaiole, das seit über 150 Jahren im Familienbesitz ist und zu dem auch ein gutes Restaurant mit toskanischer Küche gehört. Oder das Gut Contucci in Montepulciano (das Foto zeigt den Weinkeller des Guts) – die Familie gehört zu den “Gründungsvätern” des Vino Nobile de Montepulciano. Sehr bekannt ist auch die Winzerfamilie Antinori in San Casciano Val di Pesa, die auch ein sehr informatives Museum betreibt.

Mehrere Weinstraßen führen durchs Chianti-Gebiet, wer ihnen folgt, kommt an vielen Weingütern vorbei (Info: www.terreditoscana.regione.toscana.it).

Kulinarische Reise durchs Chianti-Gebiet

Bei der Weinreise durchs Chianti-Gebiet lohnt sich die Einkehr in einem der vielen Restaurants. Etwa die Osteria alla Piazza in Castellina, die Taverna del Guerrino in Castello di Montefioralle bei Greve und die Cantinetta Antinori an der gleichnamigen Piazza in Florenz. In der Stadt gibt es noch einige weitere Spitzenaressen. Eine davon: die Enoteca Pinchiorri in der Via Ghibellina, die mit drei Michelin-Sternen gekrönt ist und zu den besten Restaurants in Italien gezählt wird. Zu teuer? Bitten Sie in den toskanischen Städten einfach mal Einheimische um einen Restaurant-Tipp. Mit etwas Glück landen Sie dann in einem winzigen Lokal mit wunderbarem Essen zum unschlagbaren Preis.

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