Gesundheit, my little luxury, Psychologie

Leben in Zeiten von Corona

Wenn jemand vor einem Jahr etwas von gehamstertem Klopapier und leeren Mehl-Regalen in deutschen Supermärkten erzählt hätte, wäre er wohl ausgelacht worden. Aber Corona hat alles auf den Kopf gestellt. Die Straßen sind leer, Restaurants und Cafés geschlossen, viele Geschäfte haben ebenfalls die Tür abgesperrt. Es herrscht Ausnahmezustand, und niemand weiß, wie lange das gehen wird.

Erst durch Corona lernen wir Händewaschen

Das vielleicht Schlimmste ist die Distanz, die es nun einzuhalten gilt. Umarmungen und Küsse und selbst das Händeschütteln ist tabu in diesen Zeiten, in denen in der Zeitung erklärt wird, wie man sich richtig die Hände wäscht und wie das mit dem Niesen funktioniert, wenn man niemanden anstecken will. Das mit dem Waschen und Niesen sollte eigentlich jeder sowieso wissen, und dass man beim Schlangestehen vor der Supermarkt-Kasse auch in Nicht-Corona-Zeiten höflicherweise mindestens soviel Abstand hält, dass man dem Vordermann nicht in den Nacken atmet, sollte auch klar sein.

Die Nerven liegen blank

Jetzt aber kann es sogar passieren, dass der Mensch vor einem mit bösem Blick „Abstand halten” zischt, wenn man statt 1,50 Metern nur 1,45 Meter Platz lässt. Bei einigen Mitbewohnern liegen die Nerven so blank, dass sie andere prinzipiell für Virenschleudern halten. Was im Moment auch jene zu spüren bekommen, die an Heuschnupfen leiden. Wer niest, weil ihm Pollen in die Nase geraten sind, muss mit Missbilligung rechnen, auch wenn er die Ellenbeuge dafür benutzt. 

Es gibt viele Zeichen von Solidarität

Eigentlich wäre eine solche Krise die perfekte Gelegenheit, mal Solidarität zu zeigen. In vielen Bereichen gibt es sie. Die jungen Männer, die Senioren die Einkäufe nach Hause bringen, sind nur ein Beispiel. Menschen, die Hunde älterer Nachbarn Gassi führen, damit diese nicht das Haus verlassen müssen. Einfälle sind gefragt. Da kocht das Team des Kreuzberger Restaurants Tulus Lotrek mal eben 100 Liter Gulasch für das medizinische Personal des nahegelegenen Urban-Krankenhauses. Museen und Konzertsäle öffnen virtuell und kostenlos ihre Türen und auch Sportvereine haben  Angebote entwickelt, mit denen Kinder zuhause aktiv sein können. 

Egoismus und Hamsterkäufe

In anderen Bereichen herrscht dagegen blanker Egoismus. Die leeren Klopapier-Regale in fast allen Supermärkten zeigen, dass so mancher wirklich nur an sich und seinen Vorteil denkt. Mir doch wurscht, wie die anderen Menschen klarkommen! Dass die fünf Kilopackungen Mehl, sieben Flaschen Hände-Desinfektionsmittel und 25 Mundschutz-Masken viel zuviel sind für eine Person – was kümmert es mich? Da wird gehamstert, als ob es morgen nichts mehr zu kaufen gibt.

Corona: „Flatten the Curve”

Solidarität bedeutet in Zeiten von Corona auch, zuhause zu bleiben, wenn man nicht zwingend irgendwo hin muss. „Flatten the Kurve“ (Die Kurve abflachen) ist das Stichwort – je weniger soziale Kontakte der Einzelne hat, desto weniger kann das Virus übertragen werden und die Zahl der Neuerkrankungen sinkt. Davon sind wir im Moment leider noch weit entfernt, aber das Stichwort bedeutet, dass wir aktiv etwas tun können (und müssen), um Corona einzudämmen. Und das betrifft jeden. Panik ist ganz sicher der falsche Weg, Gedankenlosigkeit aber auch. Denn jeder kann das Virus in sich tragen, auch wenn er es womöglich gar nicht merkt. Wer Corona-Partys cool findet, der hat nun wirklich gar nichts begriffen.

In dem Sinne: Passen Sie bitte gut auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Das könnte Sie auch interessieren:

Dankbarkeit

Covid-Daten des Robert-Koch-Instituts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.