„Ich an dich“: Dinah Nelken und ihr zauberhafter Liebesroman

Dinah Nelken "Ich an dich"
Dinah Nelken - Seite aus "Ich an dich" © Gustav-Weise-Verlag

Ein sehr besonderer Mensch hat mir Dinah Nelkens Buch „Ich an Dich“ vor beinahe 20 Jahren geschenkt. Eine liebenswerte alte Dame mit einer Vorliebe für ungewöhnliche Bücher. Inzwischen bekommt man den Band nur noch im Antiquariat oder im Internet. Aber es lohnt sich, danach zu suchen.

Dinah Nelken schrieb eine Geschichte in Briefen

Das Buch ist ein Roman in Briefen. Eine Liebesgeschichte, so altmodisch, dass man manchmal schmunzeln muss. Kein Wunder, denn „Ich an dich“ ist 1939 erschienen – in einer Zeit, in der man noch Briefe schrieb (richtige, auf Papier) und die Angebetete „verehrte gnädige Frau“ nannte.

Blumen, Tränen, Enttäuschung und Hoffnung

Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt. Ein Mann schreibt einen Brief an eine Frau, die ihm am Tag zuvor begegnet ist. Sie antwortet. Was entsteht, ist ein Gespräch in Schriftform. Und eine Liebesbeziehung. Mit Blumen und Tränen, mit Enttäuschung und Hoffnung. Das Buch ist so aufwändig und liebevoll gestaltet, dass man immer wieder staunen muss.

Kino-Karten, Zettelchen und Rechnungen sind eingeklebt

Die Briefe sind voll mit Zeichnungen. Mal hängt ein Zettelchen daran, mal ein Foto. Kino-Eintrittskarten sind ebenso dabei wie Party-Einladungen, Bar-Rechnungen und ein Flugschein. Einige Briefe sind mit Lippenstift-Mund verziert.

Eine Liebesgeschichte mit Happy End

Der Leser erlebt die Liebesgeschichte auf diese Weise direkt mit. Ist manchmal kurz davor, einem der beiden ins Gewissen zu reden, wenn er kurz davor ist, Gefühls-Porzellan zu zerschlagen. Und leidet mit beiden mit, wenn es nicht ganz so gut läuft. Aber natürlich gibt es ein Happy End für die beiden. Eines mit vielen Schmetterlingen im Bauch – auch für die Leser.

Dinah Nelken – Infos

Die Schriftstellerin lebte zwischen 1900 und 1989, lebte zeitweise in der Künstlerkolonie Wilmersdorf und schrieb viele gesellschaftskritische Werke. „Ich an dich“ schrieb sie mit ihrem Bruder, dem Maler Rolf Gero, zusammen, 1952 erschien die Fortsetzung „Ich an mich“. Das Buch erschien im Gustav-Weise-Verlag Berlin

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