Fäviken Magasinet: Genießen am Ende der Welt

Fäviken Magasinet
Fäviken Magasinet

Das Restaurant Fäviken Magasinet liegt so ziemlich am Ende der Welt. Aber sein Küchenchef Magnus Nilsson kocht so spektakulär, dass es inzwischen beinahe weltberühmt ist. Wer bei Nilsson essen will, darf allerdings nicht spontan sein, denn sein 2008 gegründetes Restaurant steht mitten in der Wildnis, ungefähr 70 Kilometer nordwestlich von Östersund in der schwedischen Provinz Jämtland.

Fäviken Magasinet: Hier kommt Regionales auf den Teller

Wer das Restaurant betritt, staunt erst einmal. Das Gebäude ist rustikal – mit Holzwänden, Holzböden und Holztischen.Feine Tischdecke sucht man vergeblich, aber die wären auch fehl am Platz in diesem Raum, der eine urige Gemütlichkeit verströmt. Sträuße mit getrockneten Kräutern sind beinahe der einzige Schmuck in dem Raum, der das Holz zum Hauptdarsteller macht. Bis, ja, bis das Essen kommt. Magnus Nilsson, nicht einmal 30 Jahre alt, setzt auf eine Küche, die zur Atmosphäre seines Restaurants passt. Die Zutaten sind saisonal und regional, etwa 70 Prozent dessen, was er verarbeitet, wrid auf der eigenen Farm angebaut.

Kräuter aus nahen Wäldern

Anderes sucht und findet Nilsson in den Wäldern in der Umgebung. Und der Rest muss auch keinen weiten Weg zurücklegen. Das ist eine kulinarische Herausforderung in Zeiten, in denen so mancher Küchenchef Fleisch, Obst und Gemüse aus fernen Ländern herholt. Zum Glück hat Magnus Nilsson viel Phantasie. Und eine große kulinarische Begabung.

Nur der Geschmack zählt

Wenn mal etwas fehlt in Nilssons Küche, muss er umdisponieren, denn der nächste Supermarkt ist weit entfernt von dem Restaurant, das in einem historischen Getreidespeicher eingerichtet wurde. Der Küchenchef ist spontan, von Regeln hält er nichts – bei ihm zählt allein der Geschmack. Und so kann es gut sein, dass eine Speise im Laufe der Zeit immer mehr verändert wird.

Ein Restaurant ohne Speisekarte

Eine Speisekarte gibt es deshalb nicht im Fäviken Magasinet. Serviert wird, was gerade Saison hat. Was dann aber auch bedeutet, dass Obst und Gemüse nur auf die Teller kommen, solange sie im Garten oder im Vorratskeller liegen. Wer jetzt Langeweile befürchtet, wird staunen, denn Magnus Nilsson und sein Team haben genug Ideen. Auch die anspruchsvollsten Gäste sind begeistert.

Abstecher nach Paris

Den Ort hat Magnus Nilsson nicht zufällig gewählt, er ist seine Heimat. Gelernt aber hat er sein Handwerk in Stockholm und im Pariser Drei-Sterne-Restaurant L’Astrance. Doch als Nordlicht fühlte er sich in Paris nicht wirklich wohl, und so kehrte er zurück – zu den Wäldern, in denen er jeden Baum kennt. Und natülrlich auch jeden Pilz und jede genießbare Pflanze.

Dörren, Einlegen und Trocknen

Um im Winter trotzdem genug Auswahl zu haben, hat sich Nilsson die natürlichen Techniken des Haltbar-Machens angeeignet, die seine Vorfahren kannten. Er räuchert Fleisch und Foisch, legt Gemüse und Beeren in Essig oder Molke ein und hängt Kräuter und Pilze zum Trocknen auf.

Elch mit Waldkräutern

Was Nilsson und sein Team aus diesen Zutaten zaubern, versetzt Genießer in Entzücken. Da bereiten sie Jakobsmuscheln von der nahegelegenen Insel Hiltra auf Wacholderzweigen zu, verbinden Forelle mit Zwiebeln und gedämpften Radieschen und Elch-Fleisch mit Waldkräutern. Und sie servieren fermentierten Saibling mit Sauermilch. Klar, dass Nilsson auch auf die Herkunft des Fleisches achtet. Es stammt von Tieren, die auf seiner Farm aufwachsen und unter freiem Himmel leben dürfen.

Längst haben Spitzenköche aus ganz Europa den eigenwilligen Koch entdeckt. René Redzepi zum Beispiel, Küchenchef des legendären Kopenhagener Restaurants „Noma“, gehört zu Nilssons Fans.

Lange Warteliste

Nilsson freut sich darüber, aber für Gäste hat die Aufmerksamkeit auch einen kleinen Nachteil: Das Interesse ist so groß, dass es eine Warteliste gibt. Natürlich reist niemand mal ganz spontan nach Jämtland, aber wer dort Urlaub macht und das Fäviken Magasinet besuchen möchte, sollte frühzeitig einen Tisch reservieren. Und gleich auch noch ein Bett: Zum Lokal gehört nämlich auch noch ein kleines Hotel.

Fäviken Magasinet: Infos

  • Adresse: Fäviken 216, 830 05 Järpen, Schweden
  • Telefon: +46 647 401 77
  • Geöffnet: Mi-So in den Abendstunden
  •  Anreise: Vom Flughafen Are/Östersund 80 km bis Fäviken. Mit dem Auto ab Östersund: In Järpen an der OKQ8-Autoservicestation von der E 14 auf die Straße 336 Richtung Kallsedet und Husa bis Bonäshamn. Dort links in Richtung Husa fahren, nach 5 Kilometern erreicht man Fävikens Egendom (rechts) und folgt den Schildern
  • Reservierung: auf der Internetseite von Fäviken Magasinet – www.favikenmagasinet.se/en/booking/ oder telefonisch: 0046 (0)647 40177 (Di-Sa, 14-18 Uhr)

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