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Fasten gegen das Zuviel im Leben

Weihnachten war üppig, das Silvestermenü auch und es haben sich nicht nur einige Pfunde auf den Hüften abgesetzt, sondern auch ein Gefühl von Unwohlsein. Das Zuviel hat dafür gesorgt, dass wir uns aufgeschwemmt fühlen. Wer das ändern will, für den ist eine Fasten-Woche perfekt. Der Verzicht auf feste Nahrung bewirkt erstaunlich viel. Nicht umsonst ist Fasten seit Jahrtausenden bekannt und Teil aller Religionen.

Fasten ist seit Jahrtausenden bekannt

Viele Gelehrte haben darüber geschrieben. Der antike Schriftsteller Plutarch formulierte es so: „Statt Medizin zu nehmen, faste heute lieber.“ Und Mark Twain schreibt: „Etwas Hunger kann für den Kranken tatsächlich mehr tun als die besten Arzneien und Ärzte.“

Mit Ernährung heilen

Tatsächlich tut man seinem Körper viel Gutes, wenn man ihm für eine Zeitlang Nahrung entzieht. Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus Berlin, erklärt in seinem Buch „Mit Ernährung heilen“, dass 70 Prozent aller chronischen Erkrankungen heute ihre Ursache in einer falschen Ernährung haben. Das liegt am Überangebot an Nahrung, vor allem an industriell gefertigtem Essen.

Fasten stärkt das Immunsystem

Krankheiten wie Rheuma und chronische Schmerzen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Allergien und entzündliche Darmerkrankungen können durch Fasten gelindert werden. Das Immunsystem wird gestärkt und der Stoffwechsel angekurbelt.

Eine Pause für Körper und Geist

Es gibt unzählige Formen des Fastens, die bekannteste ist das Heilfasten nach Buchinger, bei dem für eine gewisse Zeit (meist eine Woche) auf feste Nahrung verzichtet wird. Statt dessen gibt es Gemüsebrühen, frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, Tee und Wasser. Und: viel Ruhe. Denn neben dem Körper soll auch der Geist eine Pause bekommen.

Der Entlastungstag

Los geht es mit einem Entlastungstag, an dem man reichlich (mindestens zweieinhalb Liter stilles Wasser oder Kräutertee) trinkt und nur leichte Mahlzeiten (z.B. Haferbrei mit Apfel zum Frühstück, Naturreis mit Gemüse zum Mittagessen und eine Gemüsesuppe am Abend) zu sich nimmt.

Am Anfang steht die Darmreinigung

Der erste Fastentag beginnt mit einer Darmreinigung. Morgens trinkt man einen halben Liter Wasser mit Glauber- oder Bittersalz (mit Zitronensaft schmeckt das besser) und entleert den Darm dann binnen einer halben Stunde. Mittags gibt es 250 Milliliter Gemüsesaft, abends 250 Milliliter Gemüsebrühe, dazwischen 2,5 Liter Wasser oder Tee.

Saft, Tee und Brühe

In den nächsten Tagen wird das so fortgesetzt (früh gibt es 150 Milliliter Gemüsesaft, mittags die gleiche Menge und abends dann 250 Milligramm Gemüsebrühe. Dazwischen gibt es wieder viel stilles Wasser oder Tee.

Leberwickel gegen Bauchweh

Trockenbürstenmassagen kurbeln am Morgen die Durchblutung an, leichte Bewegung tut ebenfalls gut. Gegen Bauchweh helfen Leberwickel. Am dritten und fünften Fastentag wird der Darm mit einem Einlauf gereinigt (Zutaten gibt es in der Apotheke).

Das Fastenbrechen

Am sechsten Tag startet man mit dem „Fastenbrechen“: Ein Apfel (roh oder gedünstet) wird langsam gegessen. Gründlich kauen und den Geschmack genießen – noch nie hat ein Apfel so intensiv geschmeckt! Mittags gibt es eine Gemüse-Kartoffelsuppe und abends Reis mit Gemüse. Die nächsten beiden Tage sollte man leichte Speisen essen (Salat, Kartoffeln mit Gemüse) und weiter viel trinken.

Viel Ruhe

Während des Fastens erleben viele Menschen gute und schlechte Tage. Mal ist die Laune im Keller, mal spürt man Euphorie. Wichtig: Alles langsam angehen lassen und sich ausreichend Ruhe und Muße gönnen.

Für eine Woche raus aus dem Alltag

Es lohnt sich, einmal pro Jahr eine Fasten-Woche einzulegen. Dabei geht es nicht nur ums Abnehmen, sondern auch darum, sich für eine Zeitlang aus der Alltags-Hektik herauszunehmen. Hinterher fühlt man sich nicht nur leichter, sondern die Haut ist praller, die Darmtätigkeit funktioniert besser und viele Krankheitssymptome verbessern sich.

Wer unsicher ist, ob er fasten darf, sollte seinen Arzt fragen. Oder er verbringt die Fasten-Zeit in einer speziellen Klinik. Auch Hotels bieten solche Kuren unter ärztlicher Aufsicht an.

Gute Ratgeber fürs Fasten

Aber man kann natürlich auch allein zuhause fasten. Dabei helfen gute Ratgeber, etwa „Wie neugeboren durch Fasten“ von Dr. Med. Hellmuth Lützner (GU-Verlag) oder „Mit Ernährung heilen – Besser essen, einfach fasten, länger leben“ von Prof. Dr. Andreas Michalsen (Insel-Verlag). Beide enthalten reichlich Informationen über das, was während des Fastens im Körper passiert, welche Auswirkungen es auf Körper und Gesundheit hat und was man tun kann, wenn es Probleme gibt.

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