Entdecken, Genießen, Kultur, Menschen, my little luxury

Harry Owens und die Macht der Phantasie

Harry Owens gehört zu den Menschen, von denen man sich immer mit einem Lächeln verabschiedet. Nicht, weil er geht. Sondern weil er es wie nur wenige sonst vermag, graue Gedanken aus den Köpfen seiner Mitmenschen zu verscheuchen. Dabei macht er bloß das, was er am meisten liebt: Theater. Der Gründer des „Traumtheaters Salome“ glaubt fest an die Macht der Phantasie. Schon als Kind träumte er am liebsten vor sich hin und entwickelte so einen Geist, der randvoll steckt mit Kreativität. 

Harry Owens als Geschichtenerzähler

1980 gründete er sein Theater. Damals sei in Deutschland alles so trist gewesen, sagte er mal auf die Frage, warum er das getan habe. Und die Phantasie erschien ihm als bestes Mittel dagegen. Ideen hatte er viele, und so entstand ein Zelt, das ein bisschen an 1001 Nacht erinnert. Darin erzählte er seitdem Geschichten, die Gaukler, Artisten, Tänzer und Jongleure in Szenen umsetzten.

Glitzersterne für die Zuschauer

Was Harry Owens schuf, war kein Zirkus, sondern etwas ganz Eigenes. Es geht ihm weniger um halsbrecherische Artistik (auch wenn es sie natürlich gibt), sondern vor allem um Geschichten zum Staunen und Träumen. Und das Erstaunliche: Die Menschen lassen sich darauf ein. Freuen sich über die Glitzersterne, die ihnen vor der Show auf die Wange geklebt werden und lassen sich auch schon mal auf die Bühne schleifen, um bei einer Szene mitzumachen.

Ein begnadeter Erzähler

Auf alle Fälle lassen sie sich verzaubern, wenn Harry Owens von den goldenen Äpfeln der Phantasie erzählt, von Stufen zum Himmel und dem Ende des Regenbogens. Er selbst übernimmt den Part des Erzählers, der mit langem Mantel am Rand der Bühne sitzt und aus einem mächtigen Buch vorträgt.

Die Akademie der schönen Künste

Für die Ausbildung der jungen Artisten gründete Harry Owens 1991 die Akademie der schönen Künste, um die Gestaltung der Kostüme und der Bühnenbilder kümmert er sich selbst. Und um die Geschichten, die sich um Träume drehen und um Wunder, und die vom grauen Alltag so weit entfernt sind, wie man sich nur vorstellen kann. Es sind die Momente, in denen man ganz fest an Einhörner glaubt, an Elfen und, ja, auch an die Welt am Ende des Regenbogens.

Ein besonderer Blick auf die Welt

Orientalischer Tanz mit Akrobatik beim Traumtheater Salome
Orientalischer Tanz beim Traumtheater 

Harry Owens gehen die Ideen niemals aus. Er hat diesen besonderen Blick auf die Welt, den heute nur noch wenige Menschen haben. Manchmal inspiriert ihn ein Schatten an der Wand, manchmal ein Wort, das er irgendwo liest – und schon nimmt eine neue Geschichte in seinem Kopf Formen an. Rückschläge wie der Diebstahl des gesamten Zeltes aus dem Lager einer Spedition ärgern ihn zwar, aber sie hindern ihn nicht daran, weiterzumachen.

Manche Idee bleibt freilich ein Traum. Wie jene von einem Weihnachtsdorf mit gläsernen Häusern und Stegen, die er vor einigen Jahren mit sich trug. Er konnte dieses Dorf so detailliert beschreiben, dass ich es exakt vor Augen hatte. Es ist ein bisschen der Gegenentwurf der kommerziellen Weihnachtsmärkte, ein Erlebnis fürs Auge und die Seele.

Vielleicht ist die Welt noch nicht reif dafür. Wenn es soweit ist, dann wird Harry da sein, um diese Idee Realität werden zu lassen.

Harry Owens’ Rückzug von der Bühne

Harry Owens arbeitet immer weiter daran, die Menschen zum Träumen einzuladen. Denn er weiß: „Wenn wir an Wunder glauben – geschehen sie!“ In Zukunft allerdings müssen die Zuschauer wohl auf Harry selbst verzichten. Er hat sich aus dem aktiven Theatergeschehen zurückgezogen und will sich in Zukunft hauptsächlich seiner Akademie der schönen Künste widmen. Eigentlich. Denn ganz ohne Bühne kann man sich Harry Owens nur schwer vorstellen. Und er sich vermutlich auch…  Aber jetzt bleibt ihm mehr Zeit für neue Ideen. Denn aufhören zu träumen wird er ganz sicher nie. Zum Glück! 


Fünf Fragen an Harry Owens

Was ist Dein größter Traum?
„Der Bau einer Pyramide in Berlin, als das Zentrum der Magie!“

Warum ist Phantasie so wichtig für Dich?
„Sie ist die Basis der Träume, die man, wenn man es wirklich will, für die Welt sichtbar machen kann.“

Welchen Beruf hättest Du Dir noch für Dich vorstellen können?
„Gärtner!”

Gibt es eine Show, an die Du Dich besonders gern erinnerst und die Dir viel bedeutet?
„Eine schwimmende Insel mit blühenden Gärten, 65 mal 30 Meter große Träume aus Stahl. Der Zaubervogel führte das Traumtheater Salome 1991 bis 1996 als schwimmendes Theater auf dem Rhein. Von der Quelle bis zur Mündung. Ein wohl einmaliges Unterfangen in der Geschichte der Theater. Verbunden mit einer Performance mit einer Karawane, Einhörnern, Kamelen… An der Quelle des Rheins, beladen mit 1000 Litern klarem Quellwasser, die wir dann zum neuen Jahr als Wunsch der Quelle dem Meer übergaben.“

Was ist Dein nächstes Ziel?
„Endlich wieder spielen, endlich wieder auf einer Bühne stehen… Goldene Äpfel der Phantasie und den Stern des Glücks… meine Millionen Geschenke für die Träumenden….“

Informationen über das Traumtheater Salome

Das könnte Sie auch interessieren:

Otfried Preußler und die Phantasie

Astrid Lindgren

Michael Endes Unendliche Geschichte

Anzeige:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.