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Kaliforniens Traumstraße: Unterwegs auf dem Highway 1

Der Highway 1 in Kalifornien ist eine dieser Straßen, die man nie wieder vergisst. Ein 1054 Kilometer langer Genuss fürs Auge, immer an der Küste entlang. Wer hier nicht die vielbesungene amerikanische Freiheit spürt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

Highway 1: Traumstraße an der Küste

Seinen Anfang (oder auch sein Ende, je nachdem, von welcher Seite man ihn befährt) hat der Highway 1 südlich von Dana Point am Capistrano Beach, dort geht er von der Interstate 5 ab. Hier trägt er auch noch den Namen Pacific Coast Highway. Das gilt auch für andere Teilabschnitte – viele haben eigene Namen. Cabrillo Highway zum Beispiel. Oder Shoreline Highway. Das Meer sieht man fast auf der ganzen Strecke.

Ein Road Trip durch berühmte Städte

Zu sehen gibt es aber viel mehr. Etwa die Vororte von Los Angeles, von Laguna Beach über Huntington Beach und Long Beach bis nach Santa Monica mit dem berühmten Santa Monica Pier.Es geht nach Malibu mit seinen traumhaften Sandstränden und nach Santa Barbara. Manchmal entfernt sich er Highway 1 ein Stück von der Küste ins Landesinnere. Im Gaviote State Park zum Beispiel kann man das Meer nicht sehen, in Pismo Beach ist es wieder ganz nah.

Parallel zur Straße 101

Die Straße 101 und der Highway 1 verlaufen bis San Luis Obispo parallel, hier löst sich der Highway 1 und führt nach Morro Bay am Meer. Vorbei an Cambria und den State Parks Limekin und Julia Pfeiffer geht es nach San Simeon. Allerdings sollte man sich Zeit lassen und unbedingt zum Pfeiffer Beach fahren, der über die Sycamore Canyon Road zu erreichen ist: Der Strand ist traumhaft schön. Auch Hearst Castle, das gigantische Anwesen des Zeitungsverlegers William Randolph Hearst, ist einen Besuch wert – man kann es vom Highway aus sehen.

 Schroff und atemberaubend: Big Sur

Jetzt kommt eine Legende: Der Küstenstreifen Big Sur ist berühmt für seine wilde Landschaft. Vorbei geht es an den gewaltigen Bergen der Santa Lucia Range, und die Aussicht ist so großartig, dass niemand sehr schnell fährt. Die Bauherren des Highways hatten in dieser Landschaft, in die sich Flüsse tief eingegraben haben, mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Das hat sich bis heute nicht geändert – heftige Regengüsse haben 2017 dafür gesorgt, dass einige Bereiche der Straße unpassierbar waren. Der Großteil kann heute wieder befahren werden, ein Stück zwischen Cambria un Carmel ist noch gesperrt. Infos zur aktuellen Situation finden Sie hier.

Blicke auf die Bixby Bridge

Ein absolutes Highlight der Strecke ist die Bixby Creek Bridge: ein eleganter, 85 Meter hoher Bogen aus Stahlbeton, der 1932 erbaut wurde und 218 Meter überbrückt. Kein Wunder, dass sie immer wieder auf Fotos vom Highway 1 mit zu sehen ist. Wer die Brücke in ihrer ganzen Schönheit fotografieren will, sollte am anderthalb Kilometer südlich gelegenen Aussichtspunkt Hurricane Point anhalten. Überhaupt lohnt es sich, den überwiegenden Teil der Aussichtspunkte anzusteuern, denn beim Fahren entgeht zumindest der Person am Steuer doch so einiges an grandiosen Aussichten.

Carmel, Heimat der Promis

Und es geht weiter, vorbei am Garrapata State Park und der Point Lobos Ranch nach Carmel (offiziell Carmel-by-the-Sea). In dieser Stadt wohnen (und wohnten) viele Promis: Ernest Hemingway und Jack London hatten hier Häuser, Brad Pitt zwischendurch auch, und heute kann man zum Beispiel im Hotel von Clint Eastwood wohnen (Mission Ranch). Übrigens: Die Sonnenuntergänge am Strand von Carmel sind atemberaubend!

Eindrucksvoller 17-Mile Drive

Wer Zeit hat, der sollte unbedingt auch den 17-Mile Drive befahren, eine Privatstraße, von der aus man Blicke auf vornehme Villen und luxuriöse Golfplätze werfen und von vielen Punkten aus die Weitsicht genießen kann. Die Straße ist gebührenpflichtig (10,25 Dollar pro Fahrzeug), aber sie lohnt sich. Infos unter dem blau unterlegten Link.

Jazzfestival in Monterey

Weiter geht es, von Carmel nach Monterey. Wem dieser Name bekannt vorkommt, könnte das am Monterey Jazz Festival liegen, das alljährlich im September stattfindet und bei dem schon sehr berühmte Jazzer gespielt haben.

Besuch in der Cannery Row

Unbedingt ansehen sollte man sich das Meerwasseraquarium und die Küstenstraße Cannery Row. Der Name bedeutet “Konservenfabrikreihe” und erinnert an die Zeiten, in denen der Fischfang in Monterey eine große Rolle gespielt hat. Zwischen 1895 und 1950 gab es viele Ölsardinenfabriken in der Stadt. Die Menschen mussten mit sehr schlechten Arbeitsbedingungen leben. Im Zweiten Weltkrieg brach die Fischindustrie zusammen.

Ein Roman machte das Gebiet berühmt

John Steinbeck hat den Alltag der Menschen in seinen Romanen “Cannery Row” (1945) und “Sweet Thursday” (1954) beschrieben. Wenig später kamen die Fans in Massen, um den Ort der Handlung zu sehen – und das Gebiet wurde zum Tourismusmagneten.  

Weiter geht es, vorbei an Sand City, Marina und Castroville nach Moss Landing mit dem gleichnamigen State Park, eine Salzseen-Landschaft, in der zum Beispiel braune Pelikane brüten.

Der größte Leuchtturm an der US-Westküste

Hinter Moss Landing führt der Highway 1 wieder ein Stück ins Landesinnere. Stationen sind Watsonville, Aptos und die Surferstadt Santa Cruz. Ab hier heißt der Highway 1 Cabrillo Highway. Es geht vorbei am Coast Daines State Park und dem Ano Nuevo State Park zum Pigeon Point Lighthouse. Der Leuchtturm wurde 1871 erbaut, und er ist immer noch in Betrieb. Mit 35 Metern Höhe ist er der größte Leuchtturm an der Westküste der USA. Umgeben ist er vom Pigeon Point Light Station State Historic Park, und wer Zeit hat, sollte einen Abstecher über die Pigeon Point Road machen, die nach einer Weile wieder auf den Highway 1 führt.

Redwood-Bäume im Pescadero State Park

Das nächste größere Ziel an der Strecke ist der Pescadero Creek – und hier sollte man unbedingt Pause machen. Im gleichnamigen  Park wachsen nämlich gigantische Redwood-Bäume, Douglasfichten und Santa-Cruz-Zypressen. Auch andere seltene Baumarten kann man hier sehen.

Half Moon Bay und die Golden Gate Bridge

Und weiter geht es, nach Half Moon Bay. Die Stadt liegt an der Westküste der San-Francisco-Halbinsel und ist berühmt für ihren (bei Partygängern sehr beliebten) Strand, der gern auch nachts frequentiert wird. Der Name der Halbinsel deutet es schon an, jetzt sind die Vororte von San Francisco erreicht. Und bald auch ein Höhepunkt der Reise: Der Highway 1 führt nämlich über die berühmte Golden Gate Bridge. An dieser Stelle teilt er sich den Asphalt mit der Straße 101.

Hinter Marin City zweigt der Highway 1 wieder ab bis Tamalpais-Homestead Valley. Hier könnte man auf den Panoramic Highway abzweigen, der am Rand des Mt. Tamalpais State Parks entlangführt und bei Stinson Beach wieder auf die 1 trifft.

Highway 1: 1054 km großartige Landschaft

Vorbei an der Bolinas Lagoon geht es (hier heißt der Highway 1 Shoreline Highway), an Olema und zur Point Reyes Station. Die Ausblicke auf die zerklüftete Küste sind großartig, und im Landesinneren geht es vorbei an gewaltigen Redwood-Bäumen. Und wir haben unser Ziel erreicht: Nahe Leggett, an der Kreuzung zum Highway 101, endet die Traumstraße, über die man nach 1054 Kilometern Romane schreiben könnte. Oder am liebsten wieder umdrehen würde, um sie auch in die andere Richtung kennenzulernen…

Weitere Ziele in Kalifornien:

Yosemite Nationalpark

Lake Tahoe

Die Lombard Street in San Francisco

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