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Altmodisch? Von wegen: Spannendes über Kneipp-Kuren

Kneipp-Kur: Gesund durch Kältereiz

Der Kältereiz soll die Durchblutung fördern, den Kreislauf anregen und das Immunsystem stärken. Sebastian Kneipp, Erfinder der Kur, hat die Wirkung selbst ausprobiert. Als der bayerische Priester 1849 an Tuberkulose erkrankte, fiel ihm ein Buch über Wassertherapie in die Hände und er begann, regelmäßig in der eiskalten Donau zu baden – immer nur ein paar Sekunden. Wenig später war er geheilt.

Sebastian Kneipp und die Cholera

Das brachte Kneipp dazu, sich immer mehr Wissen über diese Therapie anzueignen. Er behandelte seine ersten Patienten und hatte so großen Erfolg damit, dass er  Ärger mit Apothekern bekam. Das ging so weit, dass er sogar eine Erklärung unterschreiben musste, dass er auch solche Kranke nicht behandeln dürfe, die keine ärztliche Hilfe mehr fanden. Aber dann gab es in Oberbayern eine Cholera-Epidemie, und Kneipp setzte sich über das Verbot hinweg. Es heißt, er habe mit seiner Methode 42 Menschenleben gerettet. Er war es auch, der die ersten Kurgäste nach Bad Wörishofen im Allgäu lockte.

Empfang beim Papst

Kneipp wurde international bekannt, sogar der Papst empfing ihn. Noch heute ist er als Wasserdoktor eine Institution, Kneipp-Kuren gibt es überall in Deutschland, inzwischen haben sich sogar Schulen und Kindergärten zertifizieren lassen und lassen Kinder zum Beispiel barfuß durch Schnee laufen. In Bad Wörishofen gibt es ein Kneippmuseum, das an den Wasserdoktor erinnert. Und natürlich ist Kneippen wie viele Wellnessformen auch bei Prominenten beliebt.

 Güsse, Bäder und Barfußlaufen

Übrigens ist das Wassertreten nur eine der Anwendungen einer Kneipp-Kur. Auch Güsse und Teilbäder, Wechselbäder, Wickel, Dampfbehandlungen, Vollwertkost, Barfußlaufen und die Behandlung mit Heilpflanzen gehören dazu. Und wer jetzt angesichts nackter Füße im Schnee oder Eiswasser zu bibbern beginnt, dem sei gesagt: nach kurzer Zeit werden die Beine wohlig warm – vorausgesetzt, der Kältereiz ist kurz und man trocknet die Füße danach gut ab.

Hilfe bei Abwehrschwäche

In vielen Kurorten gibt es Kneipp-Angebote, darunter in Bad Wörishofen, wo die Methode auch als Anti-Aging-Form angeboten wird. Generell hilft Kneippen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Abwehrschwäche, Bronchitis und orthopädische Probleme, Ärzte verordnen die Therapie aber auch bei Zuckerkrankheit, Übergewicht, Bluthochdruck oder Venenentzündungen.

Kneipp-“Kur” für zuhause

Wer nicht gleich eine komplette Kur machen möchte, kann auch zuhause kneippen. Einfach die Füße für einen Augenblick in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser tauchen und danach in warmes Wasser wechseln. Etwas Mut braucht man für heiß-kalte Wechselduschen – aber auch sie sind ein gutes Mittel, um den Winter ohne Erkältung zu überstehen.

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