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Wecke die Königin in Dir!

Es gibt Zeiten, in denen wir vergessen, dass wir mehr als nur ein Mensch unter Millionen sind. In denen wir mit uns und dem Leben hadern, uns selbst, die Menschen um uns herum, unsere Arbeit und die ganze Welt hassen. Dann kann der Himmel noch so blau sein – für uns ist er dunkelgrau und wir haben das Gefühl, dass wir nie wieder aus diesem Tief herauskommen.

Warum wir uns mies fühlen

Ursachen dafür gibt es viele. Ärger, weil wir etwas „falsch“ gemacht haben, Wut, weil wir uns schlecht behandelt fühlen, Selbstzweifel, weil uns etwas Wichtiges nicht gelungen ist, Scham, weil wir jemanden verletzt haben. Und noch viel mehr. Die Welt kommt uns vor wie ein schlechter Ort, und wenn uns das Fernsehen dann auch noch Unglücke, Feuersbrünste oder Kriege ins Wohnzimmer bringt, wird es nur noch schlimmer. Dann ist er da, der Gedanke: Ich werde da nie wieder rauskommen und für immer unglücklich sein.

Das Problem mit dem positiven Denken

Das sind die Augenblicke, in denen wir fröhliche und zufriedene Menschen nicht ertragen können. Wie können sie so gut drauf sein, wo doch alles so schrecklich ist? Lebenshilfebücher empfehlen in solchen Fällen gerne positives Denken. Was diejenigen, die so richtig mies drauf sind, nur noch wütender macht. Wie, bitteschön, soll das gehen? Einmal denken „das wird schon“ – und sofort ist alles Friede, Freude, Eierkuchen? Mir hilft so etwas nicht, auch wenn ich es natürlich schon ausprobiert habe. Mies drauf ist mies drauf, auch wenn man es rosa anmalt.

Körperhaltung und Gefühle

Aber man kann trotzdem etwas tun. Und das funktioniert mit einem Trick Probieren Sie mal Folgendes: Ziehen Sie Ihre Mundwinkel nach oben, recken die Arme in den Himmel und sagen Sie dann: „Ich fühle mich so mies!“
Und danach lassen Sie den Kopf und die Mundwinkel hängen und sagen: „Es geht mir super!“ Das klappt nicht, oder? Irgendwas scheint die Körperhaltung zu bewirken. Und damit kann man arbeiten, um sich besser zu fühlen. Nein, das heißt jetzt nicht, dass Sie in Zukunft bei schlechter Laune immer bloß die Arme heben und “mir gehts gut” sagen sollen. Aber tatsächlich hebt ein Lächeln (auch wenn es nur ein innerliches ist) ein klitzekleines bisschen die Stimmung. Das ist vielleicht nicht mehr als ein Anfang, aber immerhin.

Fühlen wie eine Königin

Und jetzt kommt noch ein Experiment. Stellen Sie sich mal vor, eine Königin (bzw. ein König) zu sein. Oder wenigstens eine Prinzessin. Schließen Sie die Augen und versuchen, das Gewicht der Krone auf dem Kopf zu spüren. Ob das nun ein schwerer Reif aus Gold und Edelsteinen ist oder eine zarte Tiara wie die auf dem Foto, das entscheiden Sie selbst, es ist ja Ihre ganz eigene virtuelle Krone. Richten Sie sich auf und nehmen Sie eine wahrhaft königliche Haltung ein. Die Schultern dürfen ein Stück weiter nach unten, das Kinn leicht erhoben und die Hüften etwas nach vorn.

Stellen Sie sich schulterbreit hin und stellen sich vor, dass aus den Füßen Wurzeln wachsen und Sie fest mit dem Boden verbinden. Und jetzt spüren Sie in sich hinein. Fühlen Sie sich schon ein bisschen königlicher? Wer noch einen Schritt weiter gehen will, der übt das königliche Schreiten. Langsam, gemessen, würdevoll, mit erhobenem Haupt und leicht nach hinten gezogenen Schultern.

Einfach mal ausprobieren!

Beides kann man üben, immer und immer wieder, bis das Kronen-Gefühl und das Schreiten in Fleisch und Blut übergegangen sind. Nach ein paar Tagen werden Sie feststellen, dass etwas Erstaunliches passiert: Sie fühlen sich tatsächlich ein bisschen königlicher. Das wird nicht verhindern, dass Sie sich gelegentlich immer noch mies fühlen, denn natürlich wird niemand von jetzt auf gleich wirklich zum König. Und außerdem verhindert eine (virtuelle) Krone natürlich nicht, dass man sich immer mal schlecht fühlt. Aber je mehr man den König bzw. die Königin in sich weckt, desto besser kann man mit diesen Gefühlen umgehen. Es lohnt sich, das mal auszuprobieren!

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