Kreolische Küche: Sonne auf dem Teller

Kreolische Küche - ein Buffet
Kreolische Küche - ein Buffet

Eigentlich ist der Winter die perfekte Zeit, sich mal mit der kreolischen Küche zu beschäftigen. Weil in ihr so viel Sonne und Wärme stecken. Es ist die Küche der Karibik, Afrikas und der amerikanischen Südstaaten und so vielfältig, dass man sich ziemlich sicher verliebt. Was ein bisschen auch am Fernweh liegt, das sie auslöst…

Kreolische Küche auf den Seychellen

In dieser Geschichte geht es um die Küche der Seychellen. „Lakwizin kreol“ wird sie von den Einheimischen genannt, und sie ist so multikulti wie die Bewohner der Trauminseln im Indischen Ozean. Denn in den Speisen stecken Einflüsse aus England und Frankreich, Afrika und Indien. Ein bisschen Orient und ein Hauch Asien sind auch noch dabei.

Fisch, Gemüse und viel Obst

Verwendet wird, was die Umgebung hergibt. Fisch und Meeresfrüchte, Gemüse und exotische Früchte sind die Hauptzutaten, dazu kommen Gewürze wie Muskat, Gelbwurz und Kardamom. Dabei spielt Fisch eine Hauptrolle. Red Snapper und Papageienfisch, Bonito, Stachelmakrele und Kaiserschnapper werden täglich frisch auf die Märkte in Mahés Hauptstadt Victoria gebracht und werden wenige Stunden später schon in den Restaurants serviert.

Currys mit exotischen Gewürzen

Zum Fisch gibt es Reis und Gemüse. Chinakohl zum Beispiel, aber auch Auberginen, Süßkartoffeln und Tomaten. Alles wird klein geschnitten, gegart und dann mit dazu passenden Gewürzen (von Ingwer über Gewürznelke und Vanille bis Zimt) in Currys verwandelt. Exotisch sind auch Gemüsesorten wie Brotfrucht, Maniok und grüne Bananen.

Einmal durchs Buffet durchprobieren

Typisch für die kreolische Küche ist auch Kokosmilch, die zu den Currys gegeben wird. Oder vielleicht doch lieber ein Chutney aus Papaya? In den Restaurants auf den Seychellen werden die Speisen oft auf dem Buffet angeboten (siehe Foto), was Neulingen dieser Küchenkunst die Chance gibt, sich durch all die Leckereien durchzuprobieren.

Wie der Millionärssalat zu seinem Namen kam

Eine absolute Spezialität trägt den ulkigen Namen Millionärssalat. Was daran liegt, dass er aus Palmherzen besteht. Um sie zu gewinnen, müsste man eine Palme fällen. Aber weil das verboten ist, muss man warten, bis der Baum von alleine umfällt. Was nicht allzu oft passiert – und deshalb ist diese Spezialität so teuer, dass der Name Millionärssalat nicht so abwegig ist. Es gibt aber genug Alternativen, die genauso lecker sind. Die simple „Bouyon“ etwa, eine Brühe mit Fisch oder Chinakohl.

Rezept mit Papaya

Ganz einfach ist auch das Papaya-Chatini. Dafür braucht man zwei mittelgroße grüne Papaya, 150 Gramm Zwiebeln, 5 Gramm Chilischote, zwei Zitronen, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Papaya schälen und grob zerkleinern, zwei bis drei Minuten lang in leicht gesalzenes Wasser einlegen und danach in einem Sieb auspressen. Zwiebeln fein schneiden und mit den zerkleinerten Chilischoten in etwas Öl andünsten, Papaya dazugeben und etwa drei Minuten ziehen lassen. Salz und Pfeffer nach Geschmack dazu geben, mit Zitronensaft abschmecken.

Einflüsse aus vielen Ländern

Was die kreolische Küche so reizvoll ist, sind die Einflüsse aus den unterschiedlichsten Ländern: Stew aus England etwa, Bouillon aus Frankreich, indische Currys und afrikanische Desserts wie Kat-Kat, für das man grüne Bananen zerkleinert und in süßer Kokosmilch kocht.

Desserts zum Niederknien

Und es gibt noch viel mehr Desserts. Viele bestehen aus Früchten wie Mango, Passionsfrucht, Jackfrucht und Cherimoya. Oder aus Bananen, die auf den Seychellen sehr kleine sind und so aromatisch-süß, dass man für lange Zeit verdorben ist für die Bananen, die man in mitteleuropäischen Supermärkten bekommt.

Calou und Seybrew

Wein übrigens gönnt man sich auf den Seychellen selten zum Essen. Was daran liegt, dass er importiert werden muss und entsprechend teuer ist. Bier wiederum gibt es. Seybrew heißt es und wird nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Wer es exotisch liebt, probiert Calou, das aus den Blütenstöcken der Kokospalmen hergestellt wird und ein bisschen wie Federweißer schmeckt.

Ein Likör aus Kokosnuss

Typisch seychellois ist ein Getränk namens „Coco d’Amour“. Es ist ein Kokosnusslikör. „Amour“ bezieht sich auf die Coco de Mer, die legendäre Seychellen-Kokosnuss, die im Nationalpark Vallée de Mai auf der Insel Praslin wächst. Aber die ist streng geschützt – sie ist keine Zutat für diesen Likör, der also im Grunde genommen eine Mogelpackung ist. Aber immerhin eine sehr leckere.

Kreolische Küche auf den Seychellen

Wer auf den Seychellen Urlaub macht, sollte unbedingt in einem der Restaurants einkehren. Etwa im Marie Antoinette in Victoria (Revolution Avenue), Pirates Arms (ebenfalls Victoria, Independence Avenue), Auberge Louis XVII  (La Misère Road, Bucht von Victoria) oder im Bonbon Plume auf Praslin (Anse Lazio). Aber man kann sich die kreolische Küche auch nach Hause holen: Die Bücher „Kreolische Küche“ (Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 19,95 Euro) und „Die kreolische Küche“ (Verlag Christian München, 29,95 Euro) sind gut gefüllt mit Rezepten, die Sonne ins Herz zaubern und Fernweh verursachen.

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