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La Palma: Auf Schlängelstraßen bis zum Himmel

Schwarz und Grün, das sind die Farben von La Palma. Einmal abgesehen vom Blau des Himmels. Dem kommt man bei einer Fahrt zum Gipfel des 2426 Meter hohen Roque de los Muchachos und der Caldera de Taburiente sehr, sehr nah. Nähern sollte man sich dem höchsten Punkt der Kanaren-Insel, dessen Name übersetzt „Felsen der Jünglinge“ heißt, mit Ruhe. Und etwas Respekt, denn hier oben steht das mit einem Durchmesser von 10,4 Metern weltweit größte Spiegelteleskop. Es wurde 1985 aufgestellt, weil die klimatischen Bedingungen optimal waren – hier gibt es sehr viele wolkenfreie Nächte.

Unterwegs auf La Palma

Beginnen kann man die Fahrt in Los Llanos de Aridane. Das Städtchen liegt auf 325 Metern Höhe – und auf dem Weg nach oben geht es erst einmal sogar noch ein bisschen weiter hinunter. Die schmale Straße mäandert vorbei an Hängen mit Bananenplantagen durch die Ausläufer des Barranco de las Angustias, der Schlucht der Ängste.

Die Schlucht der Ängste

Den Namen verdankt sie vermutlich den Gefahren, die von ihr ausgehen: Die in der Caldera entspringenden Quellgewässer, die in der Schlucht zum Rio de Taburiente zusammenfließen, können besonders im Winter nach Regenfällen zum reißenden Fluss werden – lebensgefährlich für alle, die dann dort unterwegs sind. Tatsächlich sind schon einige Menschen tödlich verunglückt.

Abstecher zum Strand von Puerto Tazacorte

Das Barranco de las Angustias öffnet die Caldera zum Atlantik hin. Wer mag, kann von hier aus auch einen Abstecher nach Puerto Tazacorte machen, wenn das Meer so sehr lockt, dass man unbedingt sofort baden möchte. Im Ort gibt es einen zwei Kilometer langen Strand mit schwarzem Vulkansand. Und viel Sonne: 3500 Sonnenstunden werden dort im Schnitt gemessen, was Puerto Tazacorte zum sonnenreichsten Ort La Palmas macht.

Höhenzug mit Passatwolke

Anschließend geht es weiter. Die Straße führt in großen Kehren in Richtung Tijarafe. Noch einmal geht es tief ins Barranco de las Angustias hinein zum Mirador (Ausguck) El Time. Von hier aus hat man  einen traumhaften Weitblick bis zur Cumbre Nueva („junger Gipfel“). Den etwa zehn Kilometer langen Höhenzug im Zentrum La Palmas erkennt man sofort: Eine weiße Passatwolke wälzt sich wie ein Wasserfall über ihn.

Idylle mit Mandelbäumen

Es ist schwer, sich von diesem Anblick zu trennen, doch die Weiterfahrt lohnt sich. Eine idyllische Landschaft mit Mandelbäumen, Büschen und kleinen Häusern tut sich auf.  Blickfang ist der Barranco del Jorado bei Tijarafe – eine Felsformation, die ihrem Namen „Der Gelöcherte“ alle Ehre macht. Der Fels bildet hier eine natürliche Brücke über die Schlucht.

Schluchten und Drachenbäume

Vorbei an Tijarafe geht es, vorbei an tief ins Gestein geschlagenen Schluchten, über Tinizara und mit Blick auf zwei spektakuläre Drachenbäume bei El Roque nach Puntagorda. Der Ort liegt zwischen den Schluchten Barranco de Garome und Barranco de Izcagua. Eine Pause lohnt sich, denn die Ureinwohner, die Guanchen, hinterließen hier viele Spuren, von Höhlendarstellungen bis zu Resten von Bauwerken. Sehr schön ist auch die Kirche San Mauro Abad aus dem 16. Jahrhundert.

Auf Serpentinen nach oben

Auf dem Weg nach Las Tricias geht es durch lichten Kiefernwald, und kurz vor dem Ortseingang rechts ab in Richtung Hoya Grande und Roque de los Muchachos.  Ab hier verläuft die Straße in Serpentinen, tiefe Schluchten und lichte Wälder wechseln sich ab, zwischendurch gibt es perfekte Weitblicke. Und ab Hoya Grande geht es immer höher auf der Traumstraße, die sich durch Wälder schlängelt und bald die Nebelgrenze erreicht – es fühlt sich an, als ob man auf dem Weg zum Himmel ist.

Weitblick vom Roque de los Muchachos

Oben angekommen, ist ein Abstecher zum Roque de los Muchachos absolute Pflicht. Schneeweiß leuchten die Kuppeln des Observatoriums, die Landschaft ist karg und so atemberaubend wie der Weitblick. Auf einem Fußweg kommt man dicht an die Caldera de Taburiente heran – ein unvergessliches Fotomotiv.

Durch die Inselhauptstadt Santa Cruz

Anschließend geht es auf dem gleichen Weg zurück nach Los Llanos, doch es gibt auch einen ebenso schönen (aber weiteren) Weg entlang der Caldera und durch den Parque Natural de Las Nieves mit seinen unzähligen Pinien. Die Straße, von der aus man immer mal wieder den Teide auf Teneriffa sehen kann, schlängelt sich über Tenagua und durch die Inselhauptstadt Santa Cruz. Bei Brena Alta zweigt man rechts ab in Richtung El Paso. Wieder führt die Straße durch eine atemberaubende, üppig grüne Landschaft mit Weitblick. Höher, immer höher geht es bis an die Cumbre Nueva, durch die ein Tunnel führt.

La Palma und seine zwei Seelen

Dahinter ist die Landschaft völlig anders – etwas karg und sandfarben. Es ist die Seite von La Palma, die weniger Feuchtigkeit und mehr Sonne abbekommt, was man an der Vegetation gut sehen kann. Bei Montana Colorada gibt es eine Straße, von der aus man die Caldera erreichen kann. Aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Tag.

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