Lake Tahoe: Wilde Natur und ein Seeungeheuer

Lake Tahoe mit Fannette Island
Lake Tahoe mit Fannette Island

Manchmal leuchtet das Wasser des Lake Tahoe so blau, dass man glauben könnte, jemand habe Farbe hineingeschüttet. Dabei gehört der See, durch den die Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Kalifornien und Nevada verläuft, zu den besonders klaren Gewässern. Seine besondere Lage mitten in den Bergen macht ihn zu einem beliebten Urlaubsziel – im Sommer wie im Winter.

Der Lake Tahoe liegt fast 1900 Meter hoch

Der Lake Tahoe liegt am Rand der Carson Range, einer Gebirgskette der Sierra Nevada mit bis zu 3317 Meter hohen Gipfeln. Und auch der See selbst liegt weit oben: Mit fast 1900 Metern über dem Meeresspiegel gehört er zu den höchstgelegenen Seen der USA. Und wenn wir schon mal bei den Zahlen sind: Der Lake Tahoe ist bis zu 500 Meter tief und hat eine Fläche von beinahe 500 Quadratkilometern.

Wochenendausflug aus San Francisco

Die nächsten größeren Städte sind Nevadas Hauptstadt Carson City und Reno. Sacramento liegt 167 Kilometer entfernt. Wer aus San Francisco kommt, muss etwas mehr als 300 Kilometer zurücklegen. Das klingt weit, aber solche Strecken sind für die an Entfernungen gewöhnten Amerikaner keine große Sache. Manche Großstädter verbringen ihr Wochenende gerne am großen See.

Wilde Natur und Sport

Was die Menschen an dieser Gegend so begeistert, ist die wilde Natur. Dass ein großer Teil der Ufer heute längst nicht mehr so romantisch ist wie früher, weil dort viel gebaut wurde, hält niemanden ab, denn einsame Uferbereiche gibt es trotzdem noch. Und wer Action liebt, der kann auf dem See Jet-Ski oder Motorboot fahren und Touren mit dem Kajak unternehmen. Im Winter fällt genug Schnee für Wintersport-Vergnügen aller Art.

Traumhaft: die Smaragd-Bucht

Taucher lieben das glasklare Wasser des Lake Tahoe, Fotografen das leuchtende Blau, in dem der See manchmal leuchtet. Eine Bucht verdankt dieser Farbe sogar ihren Namen: Die wunderschöne Emerald Bay (Smaragd-Bucht) gehört zu den beliebten Fotomotiven. Wer von oben auf diese Bucht im Süden des Sees guckt, der sieht auch noch das Inselchen Fannette Island (Foto), übrigens die einzige Insel auf dem Lake Tahoe.

Ein Seeungeheuer namens „Tessie“

Dass auf dem Grund der Bucht einige Schiffswracks liegen, fügt ein bisschen Mysterium hinzu. Vielleicht haben sie auch die Legende um „Tessie“ befördert – ein Seeungeheuer, das an Ruhm allerdings nicht mit seinem schottischen Verwandten Nessie mithalten kann.

Rundtour um den See

Wer am Lake Tahoe Urlaub macht, sollte unbedingt einmal drumherum fahren. Die Straßen 89, 50 und 28 bilden einen Rundweg mit wunderschönen Aussichten. Die Runde ist etwa 120 Kilometer lang, und man sollte sich Zeit lassen, um möglichst viel zu sehen. Es gibt an vielen Stellen Parkplätze und mehrere öffentliche Strände, wobei das Wasser mit durchschnittlich 19 Grad Temperatur im Sommer eher etwas für Wagemutige ist).

Blick auf die berühmte Ponderosa-Ranch

Bei der Rundfahrt kommt man an Orten wie Tahoe City, Tahoma, Emerald Bay, South Lake Tahoe, Stateline, Glenbrook, Incline Village und Crystal Bay vorbei. Die vier letztgenannten gehören zu Nevada, die anderen liegen auf kalifornischem Gebiet. Incline Village ist übrigens der Ort, an dem ein Nachbau der Kulisse der Ponderosa-Ranch aus der Western-Serie „Bonanza“ steht. Lange Zeit konnte man die Ranch besichtigen, doch inzwischen gehört sie einem Privatmann, der das Gelände abgesperrt hat.

Glücksspiele in Stateline

Der größte Ort am See liegt beinahe gegenüber von Incline Village: South Lake Tahoe hat immerhin 23.500 Einwohner und geht direkt in den Ort Stateline über, der vor allem jene anzieht, die Glücksspiele lieben: Es gibt viele Hotels mit Rund-um-die-Uhr-Casinobetrieb.

Wandern auf dem Mt. Tallac Trail

Allerdings machen all jene, die wegen der Natur zum Lake Tahoe kommen, eher einen Bogen um die Casinos. Denn vor allem an der Emerald Bay gibt es viele schöne Wanderwege und lichte Kiefernwälder. Zu den bekanntesten Routen gehören der Mt. Tallac Trail (9,6 Meilen lang, nahe South Lake Tahoe, passierbar zwischen Juli und Oktober) und der Eagle Falls Trail (1,5 Meilen lang, nahe Emerald Bay, er führt zum Eagle Lake und dem Eagle Falls-Wasserfall).

Vikingsholm: Schweden an der Emerald Bay

Vom Parkplatz an der Emerald Bay Road aus kann man auch nach Vikingsholm wandern. Das Anwesen mit 38 Räumen steht direkt am Ufer der Emerald Bay und wurde 1929 von Lora Josephine Knight als Sommerdomizil erbaut. Auch ein kleines Teehaus auf Fannette Island gehört zum Grundstück, das Teil des Emerald State Parks ist. Der skandinavische Name hat einen Grund: Die Hausherrin liebte die nordische Architektur und beauftragte einen ihrer Verwandten, den schwedischen Architekten Lennart Palme, das Anwesen zu erbauen.

Touren durch das Schloss

Vom Memorial Day, dem letzten Montag im Mai, bis Ende September kann man Schloss Vikingsholm besichtigen (Touren tgl. zwischen 10.30 und 15.30 Uhr, Tickets 10, erm. 8 Dollar, Parkgebühren kommen noch dazu). Infos: www.vikingsholm.com.

Gondelfahrt zum Heavenly Mountain Resort

Ein Stück weiter östlich, in South Lake Tahoe, lohnt sich eine Fahrt mit der Gondel zum Heavenly Mountain Resort. Von Stateline aus geht es 2,4 Meilen weit zu einem Aussichtspunkt mit einer atemberaubenden Weitsicht über den See. Ohne Gondel geht es auch – mit der Zip Line, einer Seilbahn, bei der man sich selbst mit einer speziellen Haltevorrichtung in zwei Seile einhängt und dann im hohen Tempo ins Tal saust. Im Winter kann man hier wunderbar skilaufen (Infos: www.skiheavenly.com).

Mit dem Schaufelraddampfer übers Wasser

Eine ganz andere Sicht über den See und vor allem auf die Umgebung hat man bei einer Schiffstour. Die „Tahoe Queen“ und die M.S. Dixie II., die beide aussehen wie Mississippi-Dampfer, fahren regelmäßig in Richtung Emerald Bay. Abfahrt ist vom Zaphyr Cove Resort auf der östlichen Seite des Sees, der Preis liegt bei 59, für Kinder bis 11 Jahren bei 29 Dollar. Buchung der Schiffstour unter dem blau unterlegten Link. Außerdem gibt es Abend-Cruises mit Live-Musik und Essen. Infos unter www.zephyrcove.com.

Unterwegs mit dem Schneemobil

Das Zephyr Cove Resort ist auch ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge (im Winter auch mit Schneemobilen). Für Gäste gibt es 28 urige Holzhütten mit schönem Blick über den See, Restaurants und Bars, außerdem Flächen für Zelte und Campingmobile.

Ski im Winter, Wassersport im Sommer

Der Lake Tahoe ist ein Ganzjahres-Ziel. Zwischen November und Ende März herrscht zumindest auf den Bergen meist Frost, was Wintersportlern beste Bedingungen beschert. Zwischen April und Oktober kommen alle, die schneefreie Aktivitäten lieben. Im Juli und August kann es mit bis zu 34 Grad ziemlich heiß werden, was den See zur beliebten Abkühlung macht. Strandbäder oder andere Möglichkeiten, ins Wasser zu hopsen, gibt es rund um den Lake Tahoe genug.

Lake Tahoe – Infos

Anfahrt: Flug ab Frankfurt über San Francisco, Denver oder Dallas/Fort Worth zum Reno Tahoe International Airport (etwa 30 Meilen von Carson City entfernt), ab Carson City auf dem Highway 50 (etwa 30 Kilometer); ab Sacramento auf dem Highway 50 (167 Kilometer); ab San Francisco auf der Interstate 80 bis Sacramento, weiter auf dem Highway 50.

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