Luxus für jeden Tag: das Fahrrad

Fahrrad
Das Dienst-Fahrrad...

Einen ganz besonderen Luxus gönne ich mir jeden Tag. Zweimal sogar: die Tour mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurück. Das beste Mittel gegen Stress. Und kostenloser Sport noch dazu.

Mit dem Fahrrad am Stau vorbei

Dabei hat mein Fahrrad schon bessere Zeiten gesehen. Es klappert, hat Rostflecken und die Gangschaltung funktioniert auch nur dann, wenn sie Lust hat. Aber meine Begeisterung beeinträchtigt das nicht.

Während sich andere im Auto durch Staus kämpfen und später stundenlang nach einem Parkplatz suchen, oder während sie im Bus hinter jemandem sitzen, der morgens um acht herzhaft in einen Döner Kebap beißt, sitze ich gemütlich im Sattel.

Hindernisse werden sanft umkurvt

Morgens, wenn die Luft noch frisch ist und die Vögel singen, treibt der intensive Duft blühender Linden ein Lächeln ins Gesicht des Radlers, der sich gemächlich auf den Weg macht.

Den Kampfradler, der mit gesenktem Kopf über rote Ampeln donnert, ignoriert er ebenso wie den Fußgänger, der mit Riesen-Kopfhörern und starrem Blick aufs Smartphone auf dem Radweg schlendert. Hindernisse werden einfach sanft umkurvt.

Die Freiheit des Radlers

Natürlich gibt es diese Autofahrer, die Radler gern mit drei Zentimetern Abstand überholen. Oder Radfahrer, die man gleich dreimal trifft, weil sie immer wieder an roten Ampeln vorbeiziehen.

Aber was sind diese Momente gegen die Freiheit, ganz spontan mit dem Fahrrad einen Abstecher durch den Park zu nehmen? Doch einen ganz anderen Weg zu nehmen als den üblichen? Mal an einem Flieder-Strauch anzuhalten und die Nase in die Blüten zu stecken? Die Vögel singen zu hören und am Ziel den ersten Laternenpfahl anzupeilen, um sein Rad anzuschließen – und drei Minuten später am Arbeitsplatz zu sein?

Entspannt nach Hause

Der größte Genuss ist die Heimfahrt. Wenn die von der Computerarbeit steifen Halsmuskeln nach drei Minuten betriebswarm und entspannt sind und der Stress vom Winde verweht wird. Ärgernisse? Sind an der nächsten Kurve vergessen.

Fahrrad und Regen….

„Ja, aber wenn es regnet?“, fragen Nichtradler gerne und denken daran, wie sie es selbst dann im Auto oder Bus warm und trocken haben. Jeder Radler kann dann Geschichten erzählen. Von Sturzbächen, die sich über ihn ergossen haben, von durchnässten Hosenböden und Matschmustern an den Waden.

Er denkt daran, wie frisch die Luft beim Fahrrad-Fahren bei Regen riecht. Und wie gut es ist, dass man doch die etwas teurere Regenkluft gekauft hat. Den Gedanken, dass man bei Sturzregen vielleicht doch ein ganz kleines bisschen lieber in einem Fahrzeug mit Dach säße, den denkt man aber nur ganz heimlich…


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