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Die Magie der Märchen

Wenn ich den Satzanfang „Es war einmal…“ höre, weiß ich: Jetzt geht es in eine andere Welt. Eine Welt, in der es Hexen gibt und Zauberer, Feen, Riesen, Fabeltiere und immer auch kleine und große Helden. Zu den berühmtesten Märchenautoren gehören die Sprachwissenschaftler Jacob und Wilhelm Grimm, die der Welt die wunderbarsten Geschichten beschert haben. Und wer schon lange mal wieder einem Märchenerzähler zuhören wollte, der sollte sich ein paar Termine vormerken.

Märchen der Brüder Grimm

Zu den berühmtesten Grimmschen Märchen gehören „Hänsel und Gretel“, „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Rapunzel“, „Brüderchen und Schwesterchen“, „Das tapfere Schneiderlein“, „Der Froschkönig” (Foto) und „Aschenputtel“. Die Brüder haben sich die Märchen nicht ausgedacht, sondern zusammengetragen.

Aschenputtel – das wohl älteste aller Märchen 

Einige der Erzählungen sind uralt. „Aschenputtel“, so habe ich gelesen, soll das älteste Märchen der Welt sein – mit Ursprüngen in Ägypten und bei den Römern. Es gibt etwa 400 Versionen davon. Eine kennt so ziemlich jeder in Deutschland: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, dessen Verfilmung von 1973 zum alljährlichen Weihnachts-Pflichtprogramm gehört.

Berühmte Erzähler

Jedes Land hat seine eigenen Märchen, und nicht bei allen ist bekannt, wer sie verfasst hat. Dafür wurden einige Dichter berühmt. Wilhelm Hauff etwa, dessen Werke wie „Das Wirtshaus im Spessart“ oder „Das kalte Herz“ längst zur Weltliteratur gehören.

Viele Geschichten wurden Disney-Klassiker

Oder Hans Christian Andersen, der unzählige Märchen schuf, von „Die Prinzessin auf der Erbse“ über „Des Kaisers neue Kleider“, „Die kleine Meerjungfrau“ und „Die Schneekönigin“ bis zu „Das hässliche Entlein“ geschrieben hat. Vieles davon wurde inzwischen zum Disney-Blockbuster.

Vom Häwelmann bis Krabat

Weitere bekannte Märchenautoren sind E.T.A. Hoffmann („Das fremde Kind“, „Nussknacker und Mausekönig“), Theodor Storm („Der kleine Häwelmann“), Otfried Preußler („Krabat“) und Clemens Brentano („Das Märchen von Rosenblättern“).

Scheherazades Geschichten

Und dann gibt es noch wunderbare Sammlungen, etwa die Märchen aus tausendundeiner Nacht, die ursprünglich aus Persien stammen.Es geht um die junge Scheherazade, die mit König Schahriyar verheiratet wird – weil eine seiner früheren Frauen untreu war, tötet er seitdem jede weitere Frau nach der Hochzeitsnacht.

Sie redet 1001 Nacht um ihr Leben

Scheherazade will das Morden beenden und beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Am Ende der Nacht ist es so spannend, dass der König das Töten nochmal verschiebt. 1001 Nächte lang redet Scheherazade um ihr Leben und erzählt so wunderbare Geschichten wie „Sindbad der Seefahrer“, „Aladdin und die Wunderlampe“ oder „Ali Baba und die 40 Räuber“. Am Ende darf Scheherazade am Leben bleiben.

Es gibt russische Märchen, die von der Hexe Baba Jaga, von der Froschkönigin oder von Snegurotschka („Schneeflöckchen“) erzählen.

Herrlich absurd: “Alice im Wunderland”

Zu meinen Lieblingsgeschichten gehört „Alice im Wunderland“, ein Werk des britischen Schriftstellers Lewis Carroll. Es ist nicht offiziell ein Märchen, aber ich zähle es trotzdem dazu. Sie spielt in einer fiktiven und ziemlich absurden Welt.

Ernste Menschen wird das alles verwirren, aber wer sich darauf einlässt, wird es lieben – und das liegt nicht an Tim Burtons Verfilmung mit einem grandiosen Johnny Depp als Verrückter Hutmacher und einer ebenso großartigen Helena Bonham Carter als Rote Königin (die Fortsetzung „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ kam 2016 in die Kinos).

Märchen sind Balsam für Grübelköpfe

Bei Geschichten wie dieser merkt man erst einmal, wie herrlich es ist, in eine ganz andere (magische) Welt einzutauchen. Vollkommen weg zu sein vom normalen Leben. Märchenwelten sind ganz einfach – es gibt Gute und es gibt Böse, und am Ende gewinnt immer das Gute. Wobei jeder auch etwas lernt und so mancher Böse zum Guten bekehrt wird.
„So einfach ist das Leben aber nicht“, mag jetzt so mancher einwenden. Stimmt! Aber der kleine Ausflug in eine magische oder absurde andere Welt ist herrlich entspannend fürs vom Grübeln verknotete Gehirn.

Ein Festival für Märchenfans

Wer das mal ausprobieren möchte: Am 7. November beginnen in Berlin die 30. Märchentage. Das Motto diesmal: „Märchen überwinden Grenzen“, ganz passend zum Jubiläum der Maueröffnung. Überall in der Stadt werden Märchen erzählt, vorgelesen, es gibt Märchenkonzerte, Führungen und vieles mehr. Perfekt für graue Herbsttage!

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