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Mahé – traumhafte Insel der Seychellen

Mahé begrüßt seine Besucher mit Farbe. Grün und Türkis, Weiß und Knallblau. Mit feuchter Hitze und mit einem Lächeln. Das sitzt im Gesicht der ersten Menschen, denen man nach der Landung begegnet. Und dieses Lächeln hat nicht nur zu tun mit den Farben oder der Tropenwärme, mit der die Seychellen so reich beschenkt sind. Es ist eine zurückhaltende Lebensfreude, die ansteckend ist.

Mahl ist Heimat für 72.000 Menschen

28 Kilometer lang und acht Kilometer breit ist Mahé, die größte der 115 Seychellen-Inseln. Sie ist Heimat für 72.000 Menschen – etwa 90 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes im Indischen Ozean. Und sie ist die Verbindung der Seychellen mit der Welt: In der Hauptstadt Victoria, die mit nicht viel mehr als 25.000 Einwohnern eigentlich beinahe eine Kleinstadt ist, liegt der Internationale Flughafen der Seychellen.

Victoria: Hauptstadt der Seychellen

Viele Touristen lassen Victoria nach der Landung links liegen, doch die Stadt (übrigens die einzige auf den Seychellen) verdient einen Besuch. Schon wegen des Sir Selwyn Clarke-Marktes, der nach einem ehemaligen Gouverneur der Seychellen benannt ist.

Leckeres und Souvenirs auf dem Markt

Hier bekommt man Obst, Gemüse und viele Sorten Fisch, kann Souvenirs oder Kleider kaufen und anschließend bei Jolie Rose einen Drink nehmen. Gleich neben dem Marktplatz steht der Clock Tower (Foto oben), das Wahrzeichen Victorias. Er ist ein Nachbau der Uhr, die in London an der Ecke Victoria Street und Vauxhall Bridge Road steht.

Ein Glockenturm für die englische Königin

Aufstellen lassen hat ihn der Gouverneur der Seychellen, Sir Ernest Sweet-Escott, 1903 in Erinnerung an die verstorbene Königin Victoria. In Victoria finden sich auch die meisten Boutiquen und Geschäftshäuser der Seychellen. Und hier steht das Zonm Lib Monument, das an den 5. Juni 1977 erinnert – den Tag, an dem die Bewohner der Seychellen sich gegen die koloniale Unterdrückung auflehnten.

Denkmal gegen die koloniale Unterdrückung

Es zeigt eine Figur mit erhobenen Armen, von denen eine zerrissene Kette herabhängt. Das Denkmal wurde 1978 vom Präsidenten der Seychellen aufgestellt. Er war es auch, der den 5. Juni zum Nationalfeiertag ernannte.

Besuch in Kaz Zanana

An der Revolution Avenue, die an das Ereignis erinnert, lockt eine weitere Sehenswürdigkeit: Kaz Zanana, ein Holzhaus im kreolischen Stil, das heute ein Restaurant mit Galerie ist. Der Künstler George Camille (www.georgecamille.sc) zeigt hier seine farbenfrohen Gemälde.

Tolle Küche bei Marie Antoinette

Und wenn man schon mal in Victoria ist, dann sollte man auch einen Abstecher zu Marie Antoinette machen. Das Restaurant, das in einem hübschen Holzhaus residiert, ist eines der bekanntesten Restaurants der Seychellen und ist auch bei Einheimischen sehr beliebt. Zu Recht, denn das kreolische Essen ist wirklich ausgezeichnet. Die Qual der Wahl spart man sich, denn es gibt täglich nur ein Mittag- und Abendmenü. Das aber ist es wert, auch von weither anzureisen. Reservierung ist deshalb empfehlenswert (Grand Serret Road, St. Louis, geöffnet Mo-Sa, 12-14.30 und 18.30-21 Uhr, Tel.  26 62 22) .

Besiedelt ist Mahé übrigens erst seit 1742. Damals landete der französische Entdecker Lazare Picault auf der Insel, die später nach dem Admiral Bertrand-Francois Mahé de La Bourdonnais benannt wurde.

Spektakuläre Strände und wilde Natur

Mission Lodge auf Mahé
Mission Lodge auf Mahé Foto: STB

Was Picault sah, begeistert Touristen noch heute:  Zur Begrüßung gab es spektakuläre Strände, weiter oben üppige Wälder und den imposanten, 905 Meter hohen  Morne Seychellois. Der ist heute Mittelpunkt des 1979 eingerichteten Morne-Seychellois-Nationalparks – ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber und Wanderer. Von oben hat man eine grandiose Weitsicht über die Insel.

Besuch in der Mission Lodge

Eine Sehenswürdigkeit ist die Mission Lodge. Die war mal eine Schule für Kinder befreiter Sklaven, heute ist sie eine Ruine, neben der gewaltige Drachenblutbäume in den Himmel ragen. Wer noch etwas weiter geht, kommt zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man weite Teile von Mahé und über die Felder der nahen Teeproduktionsstätte sehen kann. Wer mag, kann sich die Fabrik ansehen und in einem kleinen Shop echten Seychellen-Tee kaufen.

Jardin du Roi – Garten der Gewürzpflanzen

Noch mehr einheimische Pflanzen gibt es im Botanischen Garten in Victoria, der 1901 auf einem Gelände in Mont Fleuri eingerichtet wurde und in dem auch ein Exemplar der Coco de Mer wächst, die sonst nur im Vallée de Mai auf Praslin zu sehen ist. Mindestens ebenso sehenswert ist Le Jardin du Roi (der Königsgarten) in der Anse Royale – ein Gewürzgarten, der ausgerechnet von einem Pierre Poivre (der Name bedeutet Pfeffer) eingerichtet wurde.

Von der Jackfrucht bis zur Kakaopflanze

Das war 1771. Leider wurde der Garten 1780 niedergebrannt. Doch 1854 entstand er neu. Heute kann man hier Pflanzen von der Vanille über Muskat und Zimt bis zur Citronelle, von der Jackfrucht bis zur Kakaopflanze bewundern, und das, was man daraus kochen oder backen kann, gibt es im dazugehörigen, sehr empfehlenswerten Restaurant. (Mo-So, 10-17.30 Uhr geöffnet).

Kunst in der Domaine de Val des Prés

Eine Lektion über die Insel und ihr Handwerk bekommt man in der Domaine de Val des Prés an der Anse Royale (Mo-Fr. 8-16 Uhr geöffnet, Läden 9-17 Uhr, Restaurant 11-23 Uhr). Das Kunsthandwerksdorf lockt mit wunderschönen kreolischen Häusern, Kunsthandwerk und Gastronomie. Zu sehen gibt es zum Beispiel das Arbeiterhaus Kaz Rosa, das ganz aus Kokosnussprodukten gebaute „Maison de Coco“, einige Werkstätten und das Restaurant Vye Marmit. Wer mag, kann in der ganz besonderen Atmosphäre des Dorfes sogar heiraten!

Traumstrände rund um die Insel

Beau Vallon Bay auf Mahé
Beau Vallon Bay Foto: Gerard Larose /STB

Aber jetzt ist Zeit für den Strand. Davon gibt es so viele auf Mahé, dass man Mühe hat, sich zu entscheiden. Oder gleich mehrere nacheinander ausprobiert.

So berühmte wie die Anse Lazio Praslin oder die Anse Source d’Argent auf La Digue gibt es nicht auf der Insel, aber ganz ehrlich: Die Strände auf Mahé können in Sachen Schönheit locker mithalten.

Die Anse Takamaka etwa oder die Anse Soleil, die Grand Anse oder Beau Vallon, die Anse Royale oder die wilde Anse Intendance. Um nur einige zu nennen. An der Anse Aux Poules Bleues, der Bucht der Blauen Hühnchen, hat der Künstler Michael Adams sein Atelier. Aber das ist eine andere Geschichte, denn er verdient einen ganz eigenen Besuch.

Vorsicht, starke Brandung!

Übrigens muss man an einigen Stränden aufpassen: Sie haben kein vorgelagertes Riff und sind deshalb den Elementen stärker ausgeliefert. An der Anse Intendance etwa ist Vorsicht angesagt, wenn die Brandung stärker ist, ebenso an der Anse Takamaka. Geschützter ist man im Strand von Port Launay oder in der Baie Lazare.

Wanderungen auf Mahé

Beau Vallon mit der vorgelagerten Insel Silhouette ist einer der größten (und am stärksten frequentierten) Strände Mahés, hier stehen auch zwei der größten Hotels der Insel. Die Anse Mayor an der Straße von Victoria nach Bel Ombre ist ein Ziel für alle, die nicht nur (sonnen-)baden, sondern auch wandern wollen. Denn es gibt dort einen Naturpfad von Danzil zur Anse Mayor. Der etwa 2,7 Kilometer lange Pfad führt etwa 50 Meter über dem Meeresspiegel durch eine atemberaubende Landschaft aus Wald, Flusstälern und Hügelketten mit mächtigen Felsen.

Besuch bei Vanille und Sperbertäubchen

Mit Glück sieht man Pflanzen wie die Seychellen-Vanille, Cashew (Vorsicht, die rohe Nuss ist giftig, schon die Berührung kann schwere Hautverletzungen auslösen!) oder Sisal und Tiere wie das entzückende Sperbertäubchen oder die goldglänzende Seychellen-Eidechse. Den Sprung in die Fluten der Anse Mayor hat man sich nach der Wanderung dann wirklich verdient.

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