Maibowle: Ein Getränk, das nach Frühling schmeckt

Maibowle
Maibowle

Wenn man an Maibowle schnuppert, dann riecht man den Frühling: Sie verbindet den Duft von frischem Heu, einem bisschen Zimt, einem Hauch Zitrone und einer Prise Vanille. Ziemlich unwiderstehlich, finde ich. Am besten schmeckt die Bowle natürlich, wenn man sie selbst zusammenmixt. Ein kleiner Luxus für sonnenwarme Abende.

Maibowle und Waldmeister

Wichtiger Bestandteil der Maibowle ist Waldmeister, ein unauffälliges Pflänzchen mit intensivem Duft. Den verdankt das Gewächs dem enthaltenen Cumarin, das auch in welkenden Blättern und in Zimt enthalten ist.

Ein Gewächs aus dem Wald

Ein kleiner Abstecher zum Thema Cumarin:  Weil es in hoher Dosis Kopfschmerzen und Schwindel auslösen kann und in sehr großen Mengen sogar als krebserregend gilt, sollte man den Waldmeister vor der Blüte sammeln (dann ist der Cumarin-Gehalt niedriger und der Geschmack aromatischer) und pro Liter Maibowle nur drei Stängel Waldmeister  nehmen.

Nur drei Stängel pro Liter

Maibowle kann man kaufen, aber ich hab noch keine gefunden, die so schmeckt wie die selbstgemachte. Pro Liter Bowle braucht man drei Stängel Waldmeister. Wenn man ihn nicht selbst im Wald sammeln möchte, kann man ihn mit etwas Glück auf dem Markt kaufen.

Weißwein, Waldmeister und eiskalter Sekt

Die Stängel werden über Nacht getrocknet. Weißwein in ein Bowlengefäß füllen und die getrockneten Stängel hineinhängen (die Stiel-Enden sollten nicht mit dem Wein in Berührung kommen). Der Waldmeister bleibt eine halbe bis zwei Stunden im Wein und wird anschließend herausgenommen.

Mit oder ohne Alkohol ein Genuss

Wer mag, gibt noch Zitronenscheiben oder Erdbeeren und ein paar Blättchen Minze dazu und füllt die Bowle kurz vor dem Servieren mit eisgekühltem Sekt auf. Alkoholfrei geht es aber auch: mit Apfelsaft statt Weißwein und mit Sprudelwasser statt Sekt.

Maibowle: Erfunden von einem Mönch

„Erfunden“ wurde die Maibowle übrigens schon im Jahr 854. Der Benediktinermönch Wandalbertus aus dem Kloster Prüm nannte sein Getränk Maiwein und dachte nicht an das Geschmacks-Vergnügen, sondern an die Gesundheit. Der Maiwein, in dem auch noch Blätter von der Schwarzen Johannisbeere und des Gundermanns steckten,  sollte Herz und Leber stärken. Dass der Waldmeister auch noch leicht euphorisch macht, hatte der gute Mönch wohl nicht bedacht…


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