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Meditation – Urlaub für den Geist

Meditation ist eine der leichtesten und gleichzeitig eine der schwersten Entspannungstechniken überhaupt. Und weil sie außerdem geradezu unglaublich wirksam ist, lohnt es sich, sie mal auszuprobieren. Aber Vorsicht: Sie kann das Leben verändern!

Meditation ist einfach…

Für Meditation braucht man nicht viel. Die Kleidung sollte bequem sein und nicht einengen, und man sollte eine Sitzposition finden, die man einige Minuten beibehalten kann, ohne sich zu bewegen. Wer mag, legt die Hände auf den Oberschenkeln ab (zum Beispiel mit den Handrücken nach unten oder indem man die geöffnete rechte Hand in die linke Hand legt). Der Rücken ist gerade, der Kopf ganz minimal geneigt. Die Schultern sind locker.

Augen schließen. Und dann: Die Gedanken loslassen.

… und gleichzeitig sehr schwer

So einfach das klingt: Das ist das Schwierigste an der Übung. Wie bringe ich meinem Gehirn bei, mal für ein paar Minuten gar nichts zu denken? Bei den meisten Menschen rattert es sofort los. Ihnen fällt ein, dass sie ja noch Brot kaufen müssen oder die Wäsche noch nicht gewaschen ist. Gedankenfetzen rauschen durch den Geist und machen ihn erst einmal noch unruhiger.

Auf den Atem konzentrieren

Was hilft, ist, sich auf den Atem zu konzentrieren. Und mitzuzählen. Von eins bis zehn und wieder von vorn. Die Gedanken verschwinden nicht, aber man lässt sie wie Wolken vorbeiziehen. Ohne sie zu bewerten, sich zu ärgern, dass sie gerade jetzt, wo man doch zur Ruhe kommen will, da sind, oder sie wegschieben zu wollen. Bloß ziehen lassen. Irgendwann sind sie verschwunden. Und die Pausen zwischen den Gedanken werden größer.

10 bis 15 Minuten pro Tag sind ideal

Wer es schafft, täglich zehn bis 15 Minuten lang zu meditieren, wird bald merken, dass er ruhiger und gelassener wird. Denn der meditative Zustand versetzt die Gehirnwellen in den „Alpha“-Modus – das ist der Zustand, der manchmal als Brücke zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein bezeichnet wird.

Ruhe und Entspannung

Er setzt Botenstoffe frei, die für das Empfinden von Freude und Glück nötig sind. In solchen Augenblicken sind wir ruhig, entspannt und ganz bei uns. Wissenschaftler nennen das gerne auch „Flow“-Zustand – und den erlebt man, wenn man mit einer Tätigkeit so intensiv beschäftigt ist, dass man das Gefühl für Raum und Zeit verliert. Kinder sind sehr häufig in diesem Zustand, Erwachsene nur selten.

Das Gedankenkarussell verschwindet

In tiefer Meditation schwingen die Gehirnwellen in der Theta-Frequenz, einer Art Traumzustand, die man zum Beispiel während der REM-Phase im Schlaf erreicht. Wer aus einer solchen Meditation aufwacht, hat das Gefühl, dass das Gehirn um einiges leichter geworden ist – das Gedankenkarussell ist verschwunden. Ich kenne Menschen, die Burnout und Erschöpfungsphasen mit Hilfe von Meditation (und beispielsweise noch Yoga) überwunden haben.

Wenn die Zeit nicht reicht

Es ist ein weiter Weg bis dorthin. Oft haben wir das Gefühl, dass uns die Ruhe für Meditation fehlt. Oder dass wir die Gedanken trotzdem festhalten. Da hilft mir die „One Moment Meditation“. Das ist die Einladung, Entspannungsphasen dann zu nehmen, wenn sie sich bieten. Eine Minute reicht. Wenn man in einer Schlange vor der Kasse oder vor einer roten Ampel steht, zum Beispiel. Erfunden hat die One Moment Meditation der New Yorker Philosoph und Psychologe Martin Boroson.

Martin Borosons „One Moment Meditation“

Wer sie lernen möchte, fängt mit einer Minute an. Exakt 60 Sekunden, in denen es um nichts weiter geht als um – nichts. Was erstaunlich wenig ist, wenn man bedenkt, was es bewirkt. Es ist ein bisschen so, als könnte sich ein Muskel, der sonst ständig verkrampft ist, endlichmal entspannen. Nach einer Weile schafft man es dann wirklich, die kleinen Ruhe-Inseln zu erkennen, die sich im Alltag bieten. Manchmal sind es nur wenige Sekunden, aber sie genügen, um zu sich zu kommen. Und: zu lächeln.

Hier ist ein sehr liebevoll gestaltetes YouTube-Video von Martin Boroson über die One Moment Meditation:

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