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Heute ist Murmeltiertag in Punxsutawney

Der 2. Februar ist ein wichtiger Tag – jedenfalls in Punxsutawney. Der Ort in Pennsylvania (USA), der zwischen Frostburg und Big Run liegt (falls Sie die nicht kennen: Pittsburgh liegt etwa 80 Kilometer entfernt), feiert wieder den Murmeltiertag. Hauptdarsteller ist ein gewichtiger Vierbeiner, ein Murmeltier namens “Phil”, das die Entscheidung darüber trifft, wie lange der Winter noch dauern wird. Was ihn zum berühmtesten Tierorakel der Welt macht (neben der verblichenen Fußball-Krake “Paul”, versteht sich).

Murmeltiertag: Wann endet der Winter?

Offiziell trägt der 2. Februar den Namen „Lichtmess-Tag“, aber in Puxsutawney und anderen Orten in den USA und Kanada heißt er Groundhog Day – Weltmurmeltiertag. Es ist der Tag, an dem “Phil” zum ersten Mal im Jahr aus seinem Bau gelockt wird. 

Was dann geschieht, ist wichtig: Wenn das Tier seinen Schatten sieht – also, wenn die Sonne scheint -, dann soll der Winter noch sechs Wochen dauern. Wenn nicht, dann wird es zeitig Frühling. Frei nach der etwas mühsam formulierten Bauernregel „Wenn um Lichtmess der Dachs noch im Loche bleibt, kommt späterhin noch Kälte“ wird beobachtet, wie sich das Murmeltier verhält.

Ein Brauch mit deutschem Ursprung

Vermutlich ist der Murmeltiertag deutschen Ursprungs. Es heißt, dass deutsche Einwander die Bauernregel mit nach Pennsylvania brachten, und in Ermangelung von Dachsen (die gibt es dort nicht) suchten sie sich einen anderen Winterschläfer – das Waldmurmeltier.

Punxsutawney feiert das Ereignis seit 1886

Die längste Tradition des Groundhog Day haben die Menschen in Punxsutawney, wo das Ereignis 1886 in der Tageszeitung erwähnt wurde. Ein Journalist brachte den Gobbler’s Knob, ein Waldstück am US-Dorf, ins Spiel, an dem das Wetterorakel seither „gesprochen“ wird.

„Phil“ weiß, wie das Wetter wird. Oder?

Murmeltiertag
Die Polizei von Punxsutawney trägt das Murmeltier auf der Uniform

Alljährlich kommen einige zehntausend Menschen am 2. Februar nach Punxsutawney, um dem berühmten Murmeltier „Phil“ (oder einem seiner Artgenossen) bei der Wetterprognose beizustehen. Und vielleicht ein bisschen zu hoffen, dass das Murmeltier den Winter für beendet erklärt.

Spätestens seit dem Kinofilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ von 1993 mit Bill Murray und Andie MacDowell in den Hauptrollen sind das Murmeltiertag-Spektakel und die Kleinstadt mit dem unaussprechlichen Namen (in dem die Polizei das Murmeltier sogar auf der Uniform trägt)  in der ganzen Welt bekannt.

Herren mit schwarzen Anzügen

Der Groundhog Day ist übrigens ein ganz und gar ernstes Ereignis. Nein, damit meine ich nicht, dass es eigentlich nicht sehr fein ist, ein schlafendes Murmeltier durch Stockschläge aufs Dach seiner Höhle zu wecken. Die Herren des ehrwürdigen Murmeltier-Clubs von Punxsatawney  tragen zu diesem Anlass ihre besten schwarze Anzüge samt Zylinderhut. Das heißt aber nicht, dass nicht gefeiert wird. Es gibt einen Ball und eine Comedy Show, Führungen, Markttreiben und ein Bankett, und einige Zuschauer verkleiden sich sogar als Murmeltier.

Die Trefferquote beim Murmeltiertag

Und die vierbeinigen Hauptdarsteller? Lassen sich feiern. Und kümmern sich sonst nicht weiter um das Spektakel. Noch nicht einmal darum, ob sie am Murmeltiertag richtig getippt haben. Wen das interessiert: Die Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 33 und 59 Prozent. Und wer sich die Zunge an Punxsutawney zerbrochen hat: Der Name kommt vom indianischen Wort Ponkuttenick, was soviel heißt wie “Ort der Mücken”…

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