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Indian Summer: New England trägt bunt

Jedes Jahr im Herbst geschieht in New England etwas ganz Besonderes: Die grüne Region im Osten der USA färbt sich für einige Wochen orange, gelb und knallrot. Und wer jetzt sagt: „Na und, Herbstverfärbung gibt es doch überall“, der hat den Indian Summer in New Hampshire, Connecticut, Vermont, Maine, Massachusetts und Rhode Island noch nicht gesehen.

New England im Farbenrausch

Es scheint, als legten sich die Bäume in Neuengland noch stärker ins Zeug als anderswo. Das Rot ist kräftiger, das Orange intensiver und das Gelb so knallig, dass man blinzeln muss. Der Grund für das Farbenmeer ist dafür eher nüchtern: Tagsüber ist es noch warm, nachts aber gibt es schon Frost, und diese Verbindung beschert die eindrucksvolle Laubverfärbung, die alljährlich unzählige Touristen aus aller Welt anlockt.

„Leaf Peeper“ geraten ins Staunen

Und denen haben die Einheimischen einen liebevollen Spitznamen verpasst: „Leaf Peeper“ (Blattgucker) nennen sie die Gäste, die immer wieder am Wegrand anhalten, um besonders schön verfärbte Bäume zu fotografieren und einzelne Blätter aufzusammeln. Die werden dann zwischen Zeitungspapierseiten gepresst – und mit etwas Glück überleben sie den Flug über den großen Teich.

Kürbisse und Vorfreude auf Halloween

New England liebt den Herbst aber nicht nur wegen der bunten Blätter. Das sieht man sofort, wenn man durch die hübschen kleinen Orte fährt. Beinahe alle Vorgärten sind mit Riesenkürbissen und all den gruselig-verrückten Spielereien geschmückt, mit denen man in Amerika die Zeit vor Halloween begeht. Außerdem wetteifern in den Gärten Herbstblumen mit den bunten Bäumen um die schönsten Farben.

Ausflüge in die Natur

„Fall Foliage“ (Herbstblatt) sagen die Menschen in New England auch zu der Zeit, die für Neuengland eine Hauptsaison ist. Denn die Blättergucker gucken sich gern auch die restliche Natur an. Die White Mountains im Bundesstaat New Hampshire zum Beispiel, die zu den Appalachen gehören und deren höchster Berg der Mount Washington (1917 Meter) ist. Wer Zeit hat, sollte ihn besuchen, entweder mit dem Auto auf einer mautpflichtigen Straße oder – besser – mit der Zahnradbahn (Cog Railway), die schnaufend auf den Berg hinaufklettert.

Das schlechteste Wetter der Welt

Oben erwartet die Passagiere oft heftiger Wind und immer wieder auch Schnee, selbst in der wärmeren Jahreszeit. Den „klebt“ der Wind an die Wände des Besucherzentrums, in dem man T-Shirts mit der Aufschrift „I survived World’s Worst Weather“ (Ich habe das schlechteste Wetter der Welt überlebt) kaufen kann. Tatsächlich kann es auf dem Gipfel schon mal minus 40 Grad kalt werden, was bei wildem Wind schon zum Abenteuer werden kann. Dicke Kleidung ist jedenfalls auch im Sommer unbedingt zu empfehlen. Denn jeder gönnt sich die Gaudi, sich gegen den Wind zu stemmen, der Leichtgewichte schon mal abheben lassen kann.

Mit der Cog Railway auf den Gipfel

Die Basisstation der Cog Railway kann man ab Bretton Woods erreichen. Dort von der Route 302 abfahren und sechs Meilen auf der Base Station Road fahren. Die Fahrt mit der Railway ist nicht billig (69 Dollar für Menschen zwischen 13 und 64 Jahren), aber sie lohnt sich wirklich. Tickets kann man vorab online kaufen.

Das Geheimnis der Covered Bridges

Zu den Besonderheiten in New Hampshire gehören die sogenannten Covered Bridges – Holzbrücken mit Dach. Etwa 50 gibt es, etwa die 1876 erbaute Jackson Bridge, die den Ellis River überspannt. Oder die 1890 erbaute Saco River Bridge bei Conway. Die Brücken stammen aus der Zeit, in der man noch mit Pferden reiste. Die Tiere fürchteten sich vor den reißenden Flüssen, und deshalb wurden die Brücken mit Dächern versehen.

Regenschutz und Ort zum Küssen…

Heute gibt es andere Gründe, sich über die Covered Bridges zu freuen: Sie sind wunderbare Unterstände, wenn es mal heftig regnet. Und sie eignen sich für romantische Begegnungen. Kein Wunder, dass die Brücken auch als Kissing Bridges bezeichnet werden.

Wandern durch die Flume Gorge

Ein wunderschönes Ziel für Wanderer ist der Franconia Notch State Park im White Mountains National Forest. Auch dort gibt es eine Covered Bridge (die Pemigewasset Bridge von 1886), vor allem aber lockt die 240 Meter lange Flume Gorge, eine spektakuläre Klamm, durch die man wandern kann.

Traumhaft: der Kancamagus Highway

Der State Park ist ohnehin sehr reizvoll, und wer ihn besucht, der sollte unbedingt auf dem Kancamagus Highway fahren (er verbindet seit 1959 Conway und Lincoln). Die Straße ist nach einem Indianerhäuptling benannt, dessen Name übersetzt „der Furchtlose“ bedeutet. Einheimische nennen die Straße, die sich durch eine traumhafte Natur windet, einfach nur liebevoll-respektlos „The Kanc“. Die Tour ist ein absolutes Muss, denn die Straße gehört zu den schönsten in New Hampshire.

Romantisch übernachten

Übernachten kann man in romantischen Hotels, aber wer gern Familienanschluss hat, der wählt eine Bed-and-Breakfast-Pension. Viele der Häuser sind mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet und wunderschön. Zum Frühstück gibt es Pancakes mit Ahornsirup und jede Menge Kaffee.

Anreise über Boston

Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach New England zu kommen. Eine der schönsten ist über Boston – und wer die Möglichkeit hat, der sollte ein paar Tage in dieser Stadt verbringen, die demnächst auch Thema dieses Blogs sein wird.

Freedom Trail und Harvard-Universität

Zu den großen Sehenswürdigkeiten gehören neben den weltberühmten Universitäten Harvard und MIT der Freedom Trail, der die Geschichte der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung nacherzählt, die Fregatte USS Constitution von 1797, der 241 Meter hohe Hancock Tower (das höchste Gebäude der Stadt) und die Symphony Hall, in der das bekannte Boston Symphony Orchestra seine Heimstatt hat.

Mit dem Shuttlebus in die Stadt

Der Flughafen Logan International Airport (Infos unter dem rot unterlegten Link) liegt etwa drei Meilen außerhalb der Stadtgrenze. Mit den Airport-Shuttlebussen von MBTA („Blue Line“, Nummern 22, 33 bzw. 55) kommt man kostenlos zur U-Bahn-Station. Der Bus 22 hält an den Terminals A und B, der Bus 33 an den Terminals C und E. Tipp: Touristen aus Deutschland kommen an Terminal E an.

Wer weiterreisen möchte, kann direkt am Flughafen ein Auto mieten, die wichtigsten Vermietstationen sind dort vorhanden (Infos unter dem rot unterlegten Link) https://www.massport.com/logan-airport/inside-the-airport/rental-cars-at-logan/

New England – Infos

  • Unterkünfte: Liste auf der Internetseite www.neuenglandusa.de
  • Kulinarisches: New England ist berühmt für Spezialitäten wie Cranberries, Ahornsirup, Hummer, Blaubeeren, Kürbis und Cider, in New Hampshire gibt es zudem richtige „Essen-und-Trinken-Trails“ – einen Brauerei-, einen Wein- und Käse- sowie einen Schokolade- und Martini-Trail, Und Vermont ist Heimat des weltberühmten Speiseeises von Ben & Jerry’s. Infos darüber finden Sie auf der Seite www.neuenglandusa.de
  • Reisezeit: ganzjährig, der Indian Summer im September und Oktober ist allerdings eine Hochsaison, in dieser Zeit sollte man Wunsch-Unterkünfte vorab reservieren

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