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Paris – Auszeit in der Stadt der Liebe

Paris ist eine Stadt, in der das Grau der Fassaden weniger grau ist als anderswo. In der irgendetwas in der Luft liegt, das erklärt, warum sie auch als „Stadt der Liebe“ bezeichnet wird. Und in der sich eine Städtetour ganz anders anfühlt als in anderen Metropolen. Besonders dann, wenn man seine ganz eigenen Sehenswürdigkeiten besucht.

Spaziergang durch Paris

Ja, man muss den Eiffelturm besuchen, der aus der Nähe noch gewaltiger und eindrucksvoller ist als auf Fotos. Und von dessen Spitze aus man den herrlichsten Blick über die Stadt hat, den man sich vorstellen kann. Man muss auch die grandiose Kirche Notre-Dame ansehen. Dieses Gotteshaus mit ihren unzähligen Details, den grimmig blickenden Gargoyles und den wunderschönen bunten Fenstern.

Große Sehenswürdigkeiten, kleine Entdeckungen

Man muss durch den Louvre schreiten und die weltberühmten Kunstwerke bestaunen. Und natürlich auf der Avenue des Champs-Elysées entlangschlendern, den Blick auf prächtige Bauwerke, den Arc de Triomphe und die unzähligen Edel-Boutiquen gerichtet. Aber Paris, das ist noch viel mehr. Vor allem ist es Zeit für viele kleine Entdeckungen, die zwar längst nicht mehr als Geheimtipps dienen können, aber immer noch nicht überlaufen sind.

Wein, Schokolade und Käse in der Rue Mouffetard

Für mich ist es der Spaziergang durch die Rue Mouffetard im Quartier Latin, in der es nach Wein, Schokolade, frischem Obst und Käse duftet – eine Mischung, der niemand widerstehen kann. „La Mouffe“ sagen die Pariser zu der Straße, deren kompletter Name altfranzösisch ist und „Stinktier“ heißt – eine Erinnerung an alte Zeiten, in denen es hier wirklich unangenehm gerochen haben muss.

Herrlicher Duft nach frischem Brot

Heute saugt man die appetitlichen Düfte von frischem Brot ein und findet auf dem Markt an der Kreuzung zur Rue Calvin die herrlichsten Käsesorten. Die Geschäfte sind klein, die Menschen lebhaft. Wer glaubt, mal einfach ein Stück Käse zu kaufen, der hat die Rechnung ohne die Nachbarn gemacht, die sofort über Rezepte fachsimpeln und auch Fremde gerne mit einbeziehen. Musik gehört auch in diese kleine Straße, die zu den ältesten der Stadt zählt.

Der leckerste Pfefferminztee der Welt

Vielleicht sind es diese kleinen Dinge, die Paris so besonders machen. Die winzige Patisserie, das Gässchen, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Der Platz, der nicht berühmt genug ist, um einen Namen zu tragen oder die Teestube in der wunderschönen Moschee, wo man den leckersten Pfefferminztee der Welt schlürfen und dazu sehr süßes Gebäck naschen kann (Adresse: 2bis Place du Puits de l’Ermite im Quartier Latin, Métro-Station Place Monge). Wer dort ist, sollte unbedingt einen Abstecher zum Jardin des Plantes machen, der früher Jardin du Roi hieß und tatsächlich etwas Königliches ausstrahlt.

Englische Bücher mitten in Paris

Zu den besonderen Orten in Paris gehört unbedingt auch die Buchhandlung Shakespeare and Company, in der man in englischen Büchern stöbern kann. Die Atmosphäre in dem Laden, in dem schon Henry Miller und Ernest Hemingway ein und ausgingen, ist so herrlich altmodisch, dass Shakespeare and Company schon in Kinofilmen wie Woody Allens „Midnight in Paris“ eine Rolle gespielt hat (37 rue de la Bûcherie, www.shakespeareandcompany.de).

Bloß keine Eile – diese Stadt verdient Muße

Eilig von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen, das wäre in Paris ein Fehler. Diese Stadt verdient es, mit Muße erkundet zu werden. Sie ist mehr als eine Ansammlung von Museen, Straßen und Bauwerken. Zeit für einen Café au Lait sollte immer sein und wenn die von den Stadterkundungen müden Füße anfangen zu protestieren, gibt es keinen besseren Ort als eine Bank oder Wiese im Jardin du Luxembourg. Einfach mal ein Weilchen den Wolken beim Davonschweben zugucken oder vergnügte alte Herren bei ihrem Boule-Spiel beobachten, bevor es weitergeht zum nächsten Ziel.

Wo Picasso und van Gogh lebten

Die Füße dürfen sich noch eine Weile ausruhen, denn es geht mit der Métro (Linie 4) bis Barbès-Rochechouart und weiter mit der Linie 2 bis Anvers. Nur eine Station weiter liegt Pigalle, das berühmt-berüchtigte Vergnügungsviertel mit seinen Sex-Shops und dem legendären Kabarett „Moulin Rouge“. Kaum zu glauben, dass in diesem Viertel früher Maler wie Picasso, van Gogh und Toulouse-Lautrec lebten und Motive fanden.

Romantische Kirche Sacré Coeur

Wir aber steigen an der Station Anvers aus, wandern auf der Rue de Steinkerque zur Place Saint-Pierre – und blicken direkt auf die traumhafte Kirche Sacré Coeur, die sich hoch oben auf dem Montmartre erhebt. Es ist ein außergewöhnliches Bauwerk im Zuckerbäckerstil – schneeweiß, mit mächtigen Kuppeln und spektakulären bunten Fenstern. Man sollte sich Zeit lassen für den Besuch der romantischen Kirche. Und auch für den weiten Blick über die Stadt, die der Sacré Coeur zu Füßen zu liegen scheint.

Auffahrt mit der Funiculaire

Wer nicht auf den verschlungenen Wegen und Treppen hinaufsteigen möchte, steigt in die Funiculaire, eine altmodische Seilbahn, die Besucher in anderthalb Minuten auf den Berg hinaufbringt (Tipp: Karten gibt es nahe der Station Anvers, aber Metro-Tickets gelten auch für diese Bahn). Anschließend geht es dann an der Kirche vorbei zum Place du Tertre, einem Platz im Stadtteil Montmartre, auf dem heute Künstler Karikaturen von Touristen anfertigen und es unzählige Cafés und kleine Kneipen gibt. Auch Einheimische lieben die besondere Atmosphäre dieses Platzes, allerdings bevorzugen sie die Abendstunden, wenn die meisten Touristen längst wieder verschwunden sind.

Madeleine – eine Kirche der großen Namen

Und zurück geht es, diesmal mit der Métro 12 von Abbesses bis zur Kirche Madeleine. Die sieht aus wie ein römischer Tempel ist erst auf den zweiten Blick als Kirche zu erkennen. Die Atmosphäre ist ungewöhnlich, was vielleicht daran liegt, dass Napoléon vorhatte, eine Ruhmeshalle für Soldaten zu bauen und erst später an eine Kirche dachte. Bedeutend ist die Madeleine auf alle Fälle: Hier fanden die Totenmessen für viele berühmte Menschen statt, darunter Chopin, Saint-Saens, Coco Chanel und Marlene Dietrich.

Besuch bei Ladurée

Wem beim Namen „Madeleine“ hauptsächlich ein süßes Gebäck einfällt, der sollte den Besuch der Kirche ein bisschen verschieben und einen Abstecher in die nahe Rue Royale machen. In Nummer 15 bis 18 residiert die Feinbäckerei Ladurée, die weltberühmt ist für ihre Macarons, jene unwiderstehlichen Baiser-Schalen, die mit einer Ganache in unterschiedlichster Geschmacksrichtung gefüllt sind. Schokolade gibt es auch, dazu Pralinen, Torten, Eclairs, Schokoladenkuchen, Desserts und Tee.

Süßes Finale – ohne Eile

Eine Tüte voller Leckereien nimmt wohl jeder mit. Beschließt, sie erst zuhause zu genießen. Und muss dann doch zugreifen. Auf einer Bank in den Tuilerien, am Pont Neuf oder auf der Ile de la Cité. Paris lockt den Genießer aus jedem Menschen heraus. Die Eile, die sonst ständige Begleiterin ist, hat man jedenfalls schon lange vergessen…

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