Perret Schaad: Mode im Baumarkt

Perret Schaad
Perret Schaad - Johanna Perret und Tutia Schaad Foto: PR

Das Label Perret Schaad hat sich für die Präsentation seiner neuen Kollektion einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht: einen Baumarkt in Kreuzberg. Das lag nicht daran, dass im Zelt am Brandenburger Tor kein Termin mehr frei war – die Designerinnen Johanna Perret und Tutia Schaad haben sich den Ort bewusst ausgesucht. Und haben für einige Überraschungen gesorgt.

Perret Schaad: Catwalk zwischen Baumarkt-Regalen

Den beiden (auf dem Foto oben sind sie zu sehen) ging es natürlich um den Platz, den ein solches Gebäude mit sehr hoher Decke bietet. Aber sie haben sich auch deshalb dafür entschieden, weil ein Baumarkt so komplett anders ist als die üblichen kulissenhaften Orte von Modenschauen. Und weil er außerdem ein Platz ist, an dem der Besucher inspiriert wird, etwas Neues zu schaffen. Bei der Show saßen Baumarkt-Besucher, die eigentlich auf der Suche nach Badezimmer-Möbeln waren, neben gestylten Modefans auf den bereitgestellten Bierbänken oder den übereinandergestapelten Brettern. Man schlürfte Sekt aus hohen Gläsern (Sekt im Baumarkt!) und genoss die ungewöhnliche Atmosphäre.

Die Kulisse aus Brettern bildete einen interessanten Kontrast zu den femininen, eleganten Stücken aus der Herbst-/Winter-Kollektion 2016/17- und spätestens nach dem zweiten Model staunte niemand mehr über diese Location: Die Atmosphäre passte. Und brachte die Mode erstaunlich gut zur Geltung.

Fließende Schnitte statt Drama

Vielleicht liegt das auch daran, dass die Kreationen von Johanna Perret und Tutia Schaad immer ein bisschen ätherisch wirken. Dramatische Outfits gibt es nicht, dafür aber fließende Schnitte in Pastell und dunklen Tönen und in den unterschiedlichsten Materialien und Oberflächenstrukturen. Die Stücke bestehen aus glänzendem Seiden-Crêpe-de-Chine, aus Angora, Goldlamé oder gewachster Baumwolle. Einfarbige Stoffe überwiegen, aber ein paar Muster – dezente Karos etwa im Stoff oder in breiten Streifen, die wie aufgesetzte Gürtel aussehen und nicht nur Blicke einfangen, sondern auch schlichte Schnitte zu etwas Ungewöhnlichem machen.

Transparenz und Materialmix

Weite Hosen und fließende Röcke zwischen knie- und wadenlang, dazu auch mal Oversized-Pullover und weite Mäntel finden sich in der Kollektion ebenso wie die Kombination aus glänzenden Materialien und Strick. Die Kragen dürfen auch mal hochgeschlossen sein. Sexy gibt es aber auch: Einige der Röcke zeigen Bein und für die Kombination aus langem schwarzweiß-kariertem Rock, gleichfarbigem Bustier und darübergetragenem halbtransparentem Mantel braucht man auch Mut. Hinzu kommen ungewöhnliche Schnitte, etwa bei einem rosa-gestreiften Wickelrock mit silbrig-glänzender Bluse und rosafarbener Jacke oder die Verbindung aus weitgeschlitztem grau-weiß-kariertem Rock mit einem langen rosafarbenen Oversized-Pullover.

Brosche in Blattform

Eines der Highlights war ein Accessoire: Eine wunderschöne Brosche in Blattform, erschaffen aus besticktem Filz in Orange, Weinrot oder anderen Farben, diente als Verschluss für Mäntel, als Blickfang an Strickpullovern oder sogar als großer Ohrring.

Perret Schaad: Vorliebe für ungewöhnliche Locations

Die Atmosphäre war entspannt, auch wenn das Glas Sekt vor der Holzbalken-Kulisse nicht unbedingt alltäglich war. Aber beim nächsten Mal haben Perret Schaad, die auch schon an einem Pool in der Singerstraße eine Sommerkollektion vorgeführt haben, bestimmt eine noch ungewöhnlichere Location für ihre Show!

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