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Polarlicht: Die Nacht der tanzenden Irrlichter

Es wirkt wie ein lebendiges Wesen. Ein Irrlicht, das über den Himmel flammt, mal grün, mal blau, mal rosa. Und so unfassbar schön, dass man keine Worte findet, wenn man es sieht. Das Polarlicht gehört zu den Erscheinungen, die ein bisschen wie Zauberei wirken.

Wie das Polarlicht entsteht

Die wissenschaftliche Erklärung ist wie so oft eher trocken. Polarlicht (auch Nordlicht oder Aurora borealis genannt) entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes, vor allem Elektronen, auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen. Die Luftmoleküle werden dort zum Leuchten angeregt.

Unterschiedliche Farben

Die Wissenschaft weiß noch mehr – wie die unterschiedlichen Farben entstehen oder in welcher Höhe sich das alles abspielt. Aber all dass spielt keine Rolle, wenn man in einer eisigen Winternacht irgendwo im skandinavischen Norden in den Himmel blickt und die tanzenden Lichter sieht.

Besuch in der Auroa Sky Station im Abisko-Nationalpark

Sie sind unzuverlässig, diese Lichter. Niemand weiß, wann und wo sie auftauchen. Was die „Jagd“ umso spannender macht. Es gibt Gebiete, in denen die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist. Zum Beispiel im Abisko-Nationalpark, wo die „Aurora Sky Station“ eingerichtet wurde. Hier ist der Himmel besonders klar, was die Chancen, das Licht zu sehen, natürlich erhöht.

Führung zu den Lichtern

Die Station liegt am Mount Nuolja in 900 Metern Höhe, und man kann sie mit einem Sessellift erreichen (im Moment ist der Lift allerdings kaputt), und man kann einen Besuch inklusive Führung, Transfer mit Schneemobilen, spezieller wärmender Kleidung und einem viergängigen Essen in der Station für 1845 Schwedische Kronen (184 Euro) buchen. Außerdem gibt es geführte Touren entlang des Kungsleden-Wanderweges.

Faszination bei minus 17 Grad

Polarlicht in Finnland
Polarlicht in Finnland

Warme Kleidung ist ein Muss hier oben, und mit warm meine ich sehr, sehr warm. Denn im Moment herrschen zum Beispiel in Abisko minus 17 Grad, aber auch minus 24 Grad sind im Winter in dieser Region nicht selten.

Wer eine Zeitlang stillstehen möchte, um ein richtig gutes Foto der Lichter zu machen, der sollte ausreichend Kleiderschichten übereinander ziehen und auch an sehr warme Socken und Schuhe mit dicken Sohlen denken.

Ein Licht, das knistert

Im Norden Lapplands kann man das Polarlicht zwischen September und März in etwa jeder zweiten klaren Nacht sehen. Dort ist es so still, dass man sogar die Geräusche hört, die das Polarllicht verursacht: ein Knacken und Knistern, das die Phantasie unserer Vorfahren mächtig angeregt hat.

Der Polarfuchs ist Schuld…

In Finnland sagt man übrigens „Fuchsfeuer“ (revontulet) zum Polarlicht – die Ureinwohner, die Sami, glaubten nämlich, dass der Polarfuchs die Lichter erzeugt, wenn er die eisige Berglandschaft durchwandert und mit seinem Schwanz den Schnee aufwirbelt. Vorstellbar wäre das auf jeden Fall…

Licht-Phänomen im Norden Lapplands

Viel unterwegs ist der Fuchs in Gebieten wie Saarisellka, Kilpisjärvi und Irani, wo die Chancen auf das Polarlicht besonders gut stehen, aber möglich ist es überall in Nordfinnland. In Schweden sind es neben Abisko Orte wie das nahe gelegene Kiruna, Lulea, Jokkmokk und Jukkasjärvi (wo man unbedingt auch das Eishotel besuchen sollte).

Polarlicht ist unzuverlässig

Dass man das Phänomen nicht mit Sicherheit voraussagen kann, macht es nur noch zauberhafter – wer es erlebt, vergisst es garantiert nie. Aber ein bisschen nachhelfen kann man. Zum Beispiel mit Internetseiten wie „Auroras now“ oder „Aurora Service“. Aber wahrscheinlich sieht man das Polarlicht dann an ganz unerwarteter Stelle – irgendwo unterwegs zwischen zwei Orten. Ein paar Sekunden nur, und es ist verschwunden….

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