Pont du Gard – Meisterwerk mit drei Etagen

Pont du Gard
Pont du Gard Foto: Yann de Fareins/Site du Pont du Gard

Als die Brücke Pont du Gard entstand, sah die Welt noch vollkommen anders aus. Das Bauwerk in Südfrankreich wurde vermutlich im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt erbaut – und noch heute erkennt man, dass es ein Meisterwerk der Bau- und Ingenieurskunst war. Ein Besuch lohnt sich.

Pont du Gard ist 50 Meter hoch

Eine Brücke mit drei Etagen, das ist auch heute eine Seltenheit. Insgesamt ist sie 50 Meter hoch und teilt sich auf in die untere Ebene mit sechs Bögen und 22 Metern Höhe, die mittlere mit elf Bögen und 20 Metern Höhe und die obere mit 35 Bögen und sieben Metern Höhe.

Eine Wasserleitung von Uzès nach Nîmes

Das Bauwerk gehörte ursprünglich zu einer Wasserleitung, die 50 Kilometer lang war und das Wasser von Uzès nach Nîmes transportierte. Alles hatten die Bauherren berechnet, vor allem natürlich das Gefälle, das das Wasser in Bewegung hielt. Heute ist das einfach, in der Antike aber war es eine technische Meisterleistung.

Meisterwerk aus 21.000 Kubikmeter Stein

21.000 Kubikmeter Stein wurden für den Bau verwendet, überwiegend sind es gelbe Kalksteinblöcke aus einem nahegelegenen Steinbruch. Und wenn man bedenkt, dass es damals ein großer Aufwand war, die Steine zur Baustelle zu bringen, staunt man umso mehr über dieses Meisterwerk.

Wasser aus dem Fluss Eure

Die 360 Meter lange Brücke überspannt die Garrigue, das Flusstal von Nîmes mit dem Fluss Gardon (früher Gard, daher der Name), und sie wurde, wie die gesamte Wasserleitung erbaut, um die wachsende Stadt Nîmes zu versorgen. Das Wasser kam aus der Quelle der Eure. Der größte Teil der Leitung verlief unter der Erde, der eindrucksvollste Teil aber wurde das Aquädukt. 1000 Bauarbeiter waren drei Jahre lang beschäftigt, die Brücke zu bauen – sie arbeiteten mit Flaschenzügen, Meißeln und Kränen, die von Hand betrieben waren.

Die Brücke steht seit 1985 auf der Unesco-Welterbeliste

Eine Zeitlang diente die untere Etage des Pont du Gard als Straßen-, die mittlere als Fußgängerbrücke. Heute aber ist das Bauwerk ausschließlich Denkmal – und steht seit 1985 auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.

Inspiration für Künstler

Kein Wunder, dass ein solches Bauwerk auch Inspiration für weitere Bauten lieferte. Der berühmte Pont d’Avignon zum Beispiel entstand nach dem Vorbild des Pont du Gard. Außerdem nutzten viele Künstler die Brücke als Motiv für Gemälde. Jean-Jacques Rousseau, Stendhal und Hubert Robert gehörten zu den berühmtesten.

Museum informiert über die Geschichte des Bauwerks

Wer die Brücke besucht (was pro Jahr hunderttausende von Menschen tun), sollte auch das Museum im Besucherzentrum ansehen, in dem man viel über die Geschichte des Bauwerks lernen kann. Und erfährt, wie es sich in einer römischen Stadt so lebte. Es ist eine Zeitreise mit einem Hauptdarsteller: dem Pont du Gard.

Pont du Gard – Infos

  • Adresse: La Bégude, 400 Route du Pont-du-Gard
  • Lage: zwischen Remoulins und Vers-Pont du Gard
  • Telefon: +33 (0)4 66 37 51 10
  • Anreise: A 9 bis Ausfahrt 23 bei Remoulins in Richtung Uzès, Beschilderung zum rechten bzw. linken Ufer folgen
  • Parkplätze: bewacht, geöffnet von 7 bis 1 Uhr, Gebühren im Eintrittspreis inbegriffen. 800 Parkplätze am linken, 600 am rechten Ufer des Flusses
  • Eintritt: 18 Euro pro Fahrzeug mit bis zu fünf Personen – im Ticketpreis inbegriffen ist der Zugang zur Stätte und den Kulturräumen (Museum, Ludo, Expo, Mémoires de Garrigue)
  • Geöffnet: das ganze Jahr über; Jan/Feb. sowie Nov./Dez. tgl. 8.30-19 Uhr; März/April und Oktober, tgl. 8-20 Uhr; Mai-Sept., tgl. 7.30 Uhr bis Mitternacht
  • Pont du Gard im Internet: www.pontdugard.fr


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