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Recup statt Einwegbecher für den Coffee to go

Wussten Sie, dass in Deutschland pro Stunde etwa 320.000 Einwegbecher für Kaffee und andere Heißgetränke verbraucht werden? Wenn man bedenkt, wie schnell die im Müll landen, sollte man stattdessen künftig lieber wiederverwertbare Becher verwenden. Ein gutes Beispiel: der Recup. Den stelle ich später genauer vor.

Drei Milliarden Einwegbecher pro Jahr 

Die eingangs genannten Zahlen stammen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, durchgeführt wurde die Studie von der Marktforschungsgesellschaft TNS Emnid. Hochgerechnet kommt man auf fast drei Milliarden Einwegbecher pro Jahr. Allein in Berlin werden pro Tag etwa 460.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht. Im Moment dürften es wegen Corona noch mehr sein, denn die entspannte Stunde im Lieblingscafé muss ja ausfallen, und viele nehmen ihren Kaffee dann „to go“.

Bessere Ökobilanz

Zwar gibt es über Mehrwegbecher auch nicht immer nur Gutes zu vermelden, aber wenn sie möglichst oft genutzt werden und somit oft Einwegbecher ersetzen, sind sie aus ökobilanzieller Sicht dem Einwegprodukt überlegen. Natürlich kommt es auf das eingesetzte Material an, aber als Faustformel, so das Ministerium, gilt, dass Mehrwegbecher mehr als zehnmal, besser noch mehr als 25mal genutzt werden sollten, um ihren ökologischen Vorteil voll ausspielen zu können.

Für Einwegbecher fallen über 26.000 Bäume 

Die Studie besagt auch, dass für die Produktion der Einwegbecher pro Jahr 17.000 Tonnen Papier nötig sind – meist ist es kein Recyclingpapier. Bedeutet: Allein für die Herstellung der Becher müssen pro Jahr mehr als 26.000 Bäume gefällt werden. Hinzu kommen große Mengen Kunststoff, denn die Becher bestehen meist aus Pappe mit Kunststoffbeschichtung. 1000 Tonnen Polyethylen werden für die Produktion der Becher jährlich genutzt. Und da sind die Deckel, die auf vielen Bechern sitzen, noch gar nicht mit eingerechnet.

Hinzurechnen muss man noch die CO2-Emissionen, die für die Herstellung der Becher entstehen: 48.000 Tonnen pro Jahr. Dass die Becher im Schnitt nach wenigen Minuten bestenfalls im Mülleimer und schlimmstenfalls irgendwo in der Natur landen, macht die Sache nur noch schlimmer. Denn das Plastik zerfällt im Lauf der Zeit in winzige Teile und landet als Mikroplastik in die Umwelt.

Recup als Mehrweg-Alternative 

Ich finde ja, dass Kaffee aus einem Pappbecher nicht wirklich gut schmeckt. Das ist natürlich wissenschaftlich nicht erwiesen, aber ein richtig guter Kaffee verdient einfach ein angemessenes Gefäß. Für unterwegs ist der Recup-Pfandbecher deshalb eine großartige Idee. Den Pfandbecher gibt es in drei Größen (0,2/0,3/0,4 Liter) und in den Farben Mint und Cappuccino. Einige Städte haben eigene Becher-Editionen.

Spülmaschinenfest und BPA-frei

Recup-Pfandbecher in drei Größen
Recup-Pfandbecher in drei Größen

Die in Deutschland hergestellten Recup-Becher bestehen aus 100 Prozent recyclebarem Kunststoff (Polypropylen*), sie sind BPA- und schadstofffrei, lebensmittelecht, geschmacksneutral und dazu bruchsicher und leicht. Sie liegen angenehm in der Hand, weil das Material nicht komplett glatt ist.

Wer sehr heißen Kaffee oder Tee bekommt, sollte allerdings aufpassen, weil sich der Becher ordentlich aufwärmen kann. Wenn man keine Pappmanschette zur Isolierung verwenden möchte, sollte man den Becher einfach oben am Rand anfassen. Man kann die Recup-Becher in der Spülmaschine reinigen, nach Herstellerangabe halten sie mindestens 500 Spülgänge aus.

Hier bekommen Sie den Recup 

Viele Cafés, Bäckereien und Bio-Supermärkte haben die Becher im Angebot. Dort bestellt man einfach seinen Kaffee im Recup und zahlt dafür einen Euro Pfand. Nach dem Kaffeegenuss kann man den Becher bei den Recup-Partnern in Deutschland wieder abgeben und bekommt seinen Euro zurück. Mit der Recup-App (zu bekommen im Apple App-Store oder bei Google Play) kann man die nächste Rückgabestelle herausfinden.

Deckel muss man kaufen

Deckel gibt es auch, sogar in vier Farben (Cappuccino, Beere, Zartbitter, Mint). Sie sitzen so fest, dass der Kaffee auch im Becher bleibt, wenn es mal ordentlich ruckelt. Sie sind wie die Becher aus Polypropylen und ebenfalls komplett recyclebar. Wer einen haben möchte, muss ihn allerdings kaufen (meist für 1,30 Euro), die Deckel gehören nicht zum Pfandsystem.

Berlin hat die meisten Recup-Ausgabestellen

Die reCup GbR wurde im Herbst 2016 in Rosenheim (Bayern) gegründet, fusionierte nach einer Zeit mit dem Berliner Pfandsystem JustSwapIt und sitzt jetzt in München. Inzwischen gibt es über 4800 Abgabestellen in Deutschland, zu den Städten, in denen Recup vertreten ist, gehören Berlin, München, Hamburg, Köln, Rostock, Frankfurt, Braunschweig und Leipzig. Berlin ist mit 370 Ausgabestellen (u.a. BioCompany, Basic oder Alnatura) Spitzenreiter.

Ein paar Infos von Statista:

Infografik: Einmal Plastikmüll to go, bitte | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

*Polypropylen (PP) gilt als nachhaltigste Kunststoff-Alternative, weil der Enerbieverbaruch vergleichsweise niedrig ist. Dennoch ist das Unternehmen auf der Suche nach alternativen Materialien wie Biokunststoffen, die ähnlich gute Eigenschaften wie PP haben und so für ein Pfandbechersystem auch geeignet sind.

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