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Reggae – ein jamaikanisches Lebensgefühl

Wer an die Insel Jamaika denkt, der hat nicht nur Traumstrände vor Augen. Denn Jamaika, das ist Reggae. Diese rohe, mitreißende Musik, bei der kein Fuß stillhalten kann. Die von Elend erzählt und gleichzeitig so melodisch ist, dass man sich ihr beim besten Willen nicht entziehen kann. Entstanden ist sie auf Jamaika – und sie ist für die Karibikinsel das, was der Son für Kuba ist.

Im Reggae mischen sich viele Musikstile

Reggae, das ist Bob Marley. Peter Tosh. Desmond Dekker. Und, ja, es sind auch Gentleman und Seeed, was beweist, dass auch Deutschland ein bisschen jamaikanisch sein kann. Reggae ist ein Zusammenspiel aus vielen Musikstilen. Ende der 1960er Jahre ist er aus Einflüssen wie Jazz, Blues, Soul und R&B entstanden, zu seinen Vorläufern gehörte der Ska.

Ein Name und ein Lebensgefühl

Es gibt mehrere Theorien, woher der Name “Reggae” kommt. Manchmal wird es mit “rex“, dem lateinischen Wort für König, verbunden – und das kann man angesichts des Giganten Bob Marley auch problemlos glauben. Es gibt aber auch Menschen, die das Wort „streggae“ für den Ursprung halten – es bedeutet so etwas wie „leichtes Mädchen“, und jeder muss sich selbst überlegen, was das mit der Musik zu tun haben könnte.

Die Band “Maytals” hat das Wort in ihrem 1968 veröffentlichten Song “Do The Reggay” zum ersten Mal direkt erwähnt. Aber im Grunde genommen ist es egal, woher der Name kommt. Für Fans nämlich steht er für ein ganzes Lebensgefühl. Und darüber muss man nicht groß reden.

Bob Marley machte die Musik berühmt

Dass der Reggae die Welt eroberte, liegt auch und vor allem an Bob Marley. Der Sänger aus Nine Miles im Norden Jamaikas gründete mit Peter Tosh, Junior Braithwaite und Bunny Wailer in der Hauptstadt Kingston die Gruppe The Wailers. Das war 1963, und der Musikstil war noch jung. Aber mitreißend genug, um seinen Siegeszug in die ganze Welt anzutreten. Songs Und er beeinflusste die Musikwelt: In England entstand eine ganz eigene Form des Musikstils, zu dem etwa The Police oder The Clash gehörten.

Welthits bis heute

Bob Marley, der 1981 mit nur 36 Jahren an Krebs starb, hat seinen Fans Welthits beschert. Stücke wie “Buffalo Soldier“ und „I Shot The Sheriff“, „No Woman, No Cry“ oder „Could You Be Loved“ gehen auch heute noch ins Ohr und bleiben dort hängen.

Die Welt der Rastafari

Und Marley brachte der Welt auch den Begriff Rastafari nahe. Diese Glaubensrichtung, die in den 1930er Jahren aus dem Christentum entstand und ihren Namen dem Fürstentitel des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, Ras Täfäri Makonnen, verdankt, gehört heute zu Jamaika wie der Reggae. Sie setzt sich für die Gleichberechtigung der Schwarzen ein. Rastafari lehnen Alkohol und Tabak ab, ernähren sich überwiegend ohne tierische Produkte. Allerdings rauchen viele von ihnen bei Rasta-Zeremonien gemeinsam Cannabis – es dient ihnen zum Meditieren.

Dreadlocks als Erkennungsmerkmal

Und der Rastafari, der an seinen gedrehten, verfilzten Haaren, den Dreadlocks, sofort zu erkennen  ist, schafft es auch schon mal zum Postkarten-Motiv. Man verbindet mit ihm die jamaikanische Lebensfreude, die zum Reggae einfach dazugehört, egal, wie ernst und kritisch die Texte sind.

Konzerte in den Clubs der Insel

Auf Jamaika spielen Reggae-Bands in vielen Clubs, und sie gehören auch in den Touristengebieten etwa an der Montego Bay zu den Attraktionen. Ihre Sprache ist Patois, eine Mischung aus Englisch und Kreolisch, ihre Lieder handeln von sozialen Missständen und Politik, von Liebe und Frieden und auch mal von Marihuana.

Ausdruck eines Lebensgefühls

Wer Reggae spielen will, braucht Gitarre und Keyboard, Blasinstrumente und Schlagzeug, damit er die richtigen, klassischen Rhythmen hervorbringen kann. Die wichtigste Zutat aber ist die passende Stimme, die die ganze Bandbreite und das Lebensgefühl der Texte glaubhaft rüberbringen kann.

Traumberuf Reggae-Star

Reggae-Musiker bei einem Konzert
Reggae-Musiker bei einem Konzert F.: Yardie/Pixabay

Für viele Jamaikaner ist Reggae mehr als ein Lebensgefühl. Er ist eine Chance, aus der Armut herauszukommen. Was Bob Marley geschafft hat, sagen sie sich, kann ich ja vielleicht auch. Kein Wunder, dass es auf der Insel viele große und vor allem kleine Studios gibt, in denen sich mehr oder minder begabte Musiker der Hoffnung auf ein Leben als Reggae-Star hingeben.

Dass es nur bei den wenigsten wirklich klappt, hält niemanden ab. Und wer es nicht bis ganz oben schafft, tritt zumindest in den Clubs der Touristenzentren auf. Ein Star im XS-Format ist schließlich besser als nichts.

Wo Bob Marleys Platten entstanden

Viele der ganz berühmten Reggae-Musikstudios sind inzwischen geschlossen. Darunter das Federal, das Studio One (es galt als das Herz des Reggae), Treasure Isle, Randy’s und Channel One. Tuff Gong, das Studio, in dem Bob Marley arbeitete, wurde im Haus des Musikers in Kingston eingerichtet, auch das Plattenlabel trug diesen Namen. Das Studio existiert noch, heute gehört es Bob Marleys ältester Tochter Cedella (Info: www.tuffgong.com).

Wohnen im Reggae-Hostel

Ein Muss für echte Fans und solche, die es werden wollen, ist das Reggae Hostel in Kingston. Hier dreht sich alles um Reggae – auch die Einrichtung ist passend gestaltet – bunt und voller Musik. Adresse: 8 Burlington Avenue, Kingston 10, www.reggaehostel.com.

Lebensgefühl zum Mitnehmen

Auch Touristen lassen sich gern anstecken von dieser Musik, in der soviel Lebensgefühl und Sonne steckt wie in kaum einem anderen Stil. Beinahe jeder nimmt anschließend eine CD mit den bekanntesten Werken mit nach Hause (im Ohr hängen sie ja ohnehin schon) – in der Hoffnung, ein bisschen etwas von diesem Gefühl mit ins kühle Mitteleuropa zu nehmen.

Besuch im Bob-Marley-Museum

Natürlich gehört auch ein Besuch des Bob-Marley-Museums in Kingston dazu. Hier wird das Leben des Megastars erzählt. Untergebracht ist das Museum im einstigen Wohnhaus des Künstlers – 1987, sechs Jahre nach Marleys Tod, wurde es von dessen Frau Rita in ein Museum verwandelt. Zu sehen sind (im Rahmen von Führungen) die unverändert gebliebenen Wohnräume,  Auszeichnungen vom Grammy bis zur Platin-Schallplatte, sein Tonstudio, sein Schlafzimmer, Teile seiner Lieblingskleidung und Kostüme seiner Background-Sängerinnen.

Untergebracht sind im Museum außerdem ein Theater mit 80 Sitzen, eine Galerie und ein Shop, in dem man CDs, Poster und T-Shirts bekommt. Adresse: 56 Hope Road, Kingston 6. Eintritt: 25 US-Dollar, erm. 15 Dollar. Inklusive Tuff Gong Studios: 40, erm. 24 Dollar. Infos: www.bobmarleymuseum.com

Ausflug ins Geburtshaus des Reggae-Stars

Bob-Marley-Museum
Bob-Marley-Museum – F.: Jamaica Tourism Board

Ein wichtiges Ziel für Fans ist aber auch Nine Miles im Norden Jamaikas, etwa 20 Kilometer von der Küste entfernt. Dort wurde Robert Nesta Marley am 6. Februar 1945 um exakt 2.30 Uhr morgens geboren. Hier findet sich auch das Bob Marley-Mausoleum, auf dem in Rot, Gelb und Grün (den Farben der Rastafari) zwei Worte stehen: „Bob lebt“.

Erkunden kann man den Ort zum Beispiel im Rahmen einer geführten Tour. Wer sie bucht, wird von einem Rastafari über das Gelände geführt und hört unterwegs – natürlich – Reggae.

 

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