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Kirche für Romantiker: Sacré Coeur in Paris

Die Pariser Kirche Sacré Coeur gehört zu den Bauwerken, die man nie wieder vergisst. Was sicher auch an der netten Begleitung liegen kann, mit der man die 237 Stufen auf den 130 Meter hohen Hügel von Montmartre emporsteigt. Aber auch wer allein kommt, um das schneeweiße Gotteshaus zu besichtigen, steht erst einmal schweigend vor dem Gebäude, das Heiterkeit und Eleganz zugleich ausstrahlt.

Sacré Coeur: ein Gotteshaus im Zuckerbäcker-Stil

Das Gotteshaus im Zuckerbäckerstil ist aus gutem Grund eine der wichtigsten Attraktionen der französischen Hauptstadt. Erbaut wurde es im 19. Jahrhundert von Paul Abbadie. Es wird vermutet, dass er sich von Bauten wie der Hagia Sophia in Istanbul und dem Markusdom in Venedig inspirieren ließ, als er die Sacré Coeur (zu deutsch Herz-Jesu-Basilika) entwarf.

Dem Herzen Christi gewidmet

Der Grundstein für das Gebäude wurde 1875 gelegt. 39 Jahre und 40 Millionen Francs später war es vollendet. Es besteht aus sogenannten Château-Landon-Steinen, einem Travertin, der unempfindlich gegen Frost ist. Gewidmet wurde die Kirche dem Herzen Christi (sacré coeur = heiliges Herz). Auffälligstes Detail ist die 55 Meter hohe Hauptkuppel.

Jeanne d’Arc und die große Glocke

Ein genauerer Blick auf das Hauptportal lohnt sich. Dort sieht man die französische Nationalheilige Jeanne d’Arc und Ludwig IX.

Wer die Kirche betritt, staunt über das riesige Mosaik in der Apsis, das Christus mit ausgebreiteten Armen zeig. Es ist ein Werk von Luc-Olivier Merson. Spektakulär ist auch die große Glocke, die zu den größten der Welt zählt. Sie bringt stolze 18,8 Tonnen auf die Waage.

Vielleicht ist Sacré Coeur nicht ganz so berühmt wie Notre Dame, aber mindestens genauso eindrucksvoll. Prächtige Fenster aus buntem Glas, die Monstranz (ein liturgisches Schaugerät, das mit Gold und Juwelen geschmückt ist) und die zweimanualige Orgel gehören zu den Blickfängen.

Die Treppen und Montmartre

Wer den Aufstieg geschafft und die Kirche besichtigt hat, der sollte noch eine kleine Pause auf den Treppen vor Sacré Coeur einlegen. Die weite Sicht über Paris ist grandios. Anschließend sollte man noch einen Abstecher zum berühmten Montmartre machen. Der Märtyrerhügel (so der deutsche Name) ist bei Touristen sehr beliebt – ein Treffpunkt mit vielen Lokalen, vor denen unzählige Maler und Zeichner stehen, die Touristen porträtieren. Gerne auch in Form witziger Karikaturen.

Viertel der Künstler

Der Montmartre hatte schon früher eine magische Anziehungskraft auf kreative Menschen. Künstler wie Hector Berlioz, Edgar Degas, Paul Cézanne, Émile Zola, Paul Gauguin, Auguste Renoir, Vincent van Gogh, Henri de Toulouse-Lautrec, Eric Satie, Henri Matisse, Pablo Picasso, George Braque und Boris Vian lebten und wirkten in diesem Viertel.

Und ganz in der Nähe entstanden auch Teile des Films „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Es scheint, dass die Kirche und die gesamte Gegend auch Romantiker anziehen.

Sacré Coeur: Informationen

  • Adresse:  35 Rue du Chevalier de La Barre  75018 Paris
  • Telefon:  +33-1-53 41 89 00
  • Öffnungszeiten Basilika: tgl. 6-22.30 Uhr, bei Führungen Einlass bis 22.15 Uhr
  • Anfahrt: Métro Anvers (M2), Abbesses (M12), man kann mit der 1891 erbauten Standseilbahn Funiculaire du Montmartre auf den Berg fahren
  • Eintritt: Basilika und Krypta kostenfrei
  • Besichtigung: Kuppel und Krypta 8 Euro, Kinder von 4-16 J. 5 Euro. Kuppel: 6 Euro (4 Euro). Krypta 3 Euro (2 Euro). Keine Führungen
  • Tipp: vormittags oder spätabends ist der Andrang am geringsten, Wochenenden lieber vermeiden
  • Dokumentation/Infos: auch auf englisch, deutsch, spanisch und italienisch
  • Souvenirladen: tgl. außer Mo von 9.15-17.45 Uhr geöffnet
  • Sacré Coeur im Internet:  www.sacre-coeur-montmartre.com

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