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Urlaub in der Sächsischen Schweiz

Die Sächsische Schweiz ist eine so eindrucksvolle Landschaft, dass auch geschwätzige Menschen erst einmal verstummen. Gewaltige Felsennadeln aus Sandstein ragen in den Himmel, einige über und über mit Moos bedeckt, andere kahl und mächtig wie Burgen. Die Wanderwege sind oft sehr schmale Pfade, auf denen man den Felsen ganz nah kommt. Wer sich außerhalb der Touristenattraktionen bewegt, hat diese Landschaft manchmal sogar fast ganz für sich.

Sächsische Schweiz: Schmale Wege, steile Berge

Einige Wege sind Herausforderungen für Wanderer. Denn sie führen steil nach oben, auf stählernen Treppen, die in den Fels eingelassen sind, oder auf Stufen, die ins Gestein gehauen wurden. Es gibt Wege, die so schmal sind, dass man vorher stehenbleibt und tief Luft holt, um Mut zu sammeln: Denn zur Linken geht es steil nach unten, zur Rechten genauso steil nach oben. Der Weg dazwischen ist nur etwa einen halben Meter breit. Glücklicherweise gibt es an solchen Stellen Seile, an denen man sich wie an einem Geländer festhalten kann.

Nicht plaudern, sondern wahrnehmen

Diese Landschaft fordert die volle Aufmerksamkeit. Sie ist keine, die man als Spaziergänger mal nebenbei erwandert, während man über die Arbeit, die Liebe oder etwas anderes plaudert. Sie will ganz und gar wahrgenommen werden, und wer nicht riskieren will, sich den Fuß zu vertreten oder ein paar Meter abzurutschen, der konzentriert sich nur auf die Meter vor sich.

Zauberhafte Märchenlandschaft

Achtsamkeit lohnt sich aber noch aus ganz anderen Gründen: Die Wege führen durch eine zauberhafte Märchenlandschaft. Felsen mit Gesichtern, giftgrüne Moospolster und Bäume, die sich an Steinen festkrallen – dieser Anblick ist so ungewohnt und besonders, dass man ihn intensiv wahrnehmen sollte.

Durchs wilde Kirnitzschtal

Die Sächsische Schweiz, der deutsche Teil des Elbsandsteingebirges, liegt ein kleines Stück südöstlich von Dresden. Und gehört für viele Touristen zu einer Reise in die Elb-Metropole dazu. Die Felsenburg Neurathen mit der Basteibrücke gehört zu den bekanntesten Attraktionen. Wer es stiller mag, der fährt ein Stück weiter, bis ins Kirnitzschtal, das ein Stück südlich von Sebnitz liegt.

Unzählige Wanderwege

Hier schlängelt sich der gleichnamige Fluss direkt neben der Straße entlang, und alle paar Meter zweigen Wanderwege ab. Eine Wanderkarte lohnt sich unbedingt, denn es gibt sehr spektakuläre Wege, die ganz unspektakulär anfangen. Die Beschilderung ist aber fast überall so gut, dass man sein Ziel auch ohne Karte findet.

Von der Oberen Schleuse zur Klamm

Einer meiner Lieblingswege beginnt kurz hinter Hinterhermsdorf, dicht an der Grenze zu Tschechien. Dort stellt man das Auto auf einem großen Parkplatz ab und wandert in Richtung  Obere Schleuse. Die Landschaft verändert sich ständig. Sie ist hügelig, und irgendwann beginnen Stufen. Viele Stufen, denn der Weg führt zur Kirnitzsch, die sich an dieser Stelle tief ins Erdreich gefressen hat.

Bootstour auf der Kirnitzsch

Früher wurde in diesem Bereich, an der Kirnitzschklamm, Holz geflößt, und dafür wurden Schleusen erbaut. Von der Oberen Schleuse aus kann man mit einem Boot ein Stück den Fluss entlangfahren – das eine Ufer ist Deutschland, das andere Tschechien. Und die Landschaft ist so großartig, dass man schweigen muss.

Kahnfahrten gibt es zwischen Ostern und 31. Oktober täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr, der letzte Kahn startet um 16 Uhr. Die Fahrt kostet 5, für Kinder bis 16 Jahren 4 Euro. Anschließend lohnt sich eine Wanderung in der Kirnitzschtalklamm.

Immer neben dem Fluss entlang

Der Weg folgt dem Fluss, mal direkt daneben, mal weit oben, aber immer in Sichtweite. Er ist eine Herausforderung – uneben, schmal, mit Baumstämmen, die quer über dem Weg liegen. Es gibt Aufstiege und wenig später geht es wieder nach unten. Kühl ist es hier, auch im Sommer. Die Sonne kommt nur ein paar Stunden hier ins Tal, das immer feucht ist. Viele Bäume sind mit dicken Moospolstern bedeckt, auf einigen wächst sogar Farn.

Sogar „Tunnel“ gibt es, an einigen Stellen ist der Weg durch den Fels gebaut. Man kann das andere Ende sehen, aber ein bisschen abenteuerlich ist es schon. Und eine Riesengaudi.

Auch kurze Strecken brauchen Zeit

Wer in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, sollte die Strecken nicht unterschätzen – die vielen Auf- und Abstiege strengen an und brauchen Zeit, und so kann es schon mal sein, dass ein fünf Kilometer langer Weg zur Tagestour wird. Außerdem muss man immer wieder stehenbleiben, um die Landschaft in sich aufzunehmen.

Tafelberge und Felsnadeln

Zu den Attraktionen der Sächsischen Schweiz gehören zerklüftete Felsgruppen wie die Schrammsteine und die unterschiedlichsten Tafelberge, die aus den Bäumen herausragen. Aber reizvoll ist es überall. Und oft ziemlich steil. Das sollten Wanderer beachten. Einige Wege sind eine Herausforderung, weil man ein bisschen klettern muss.

Einmal durch die Hölle, bitte

Da gibt es Bereiche mit so schönen Namen wie Wilde Hölle, und einige haben eiserne Kletterhilfen, angesichts derer so mancher erst einmal überlegen muss. Aber man kann sie ohne spezielle Ausrüstung besteigen. Ein graues Rechteck mit grünem Dreieck weist auf solche Wege hin, für die man schwindelfrei und trittsicher sein sollte.

Kletterfelsen für Profis

Die Sächsische Schweiz ist aber auch ein Paradies für jene, die richtig klettern wollen. Keine Felsnase ist vor ihnen sicher – vorausgesetzt, sie ist offiziell für Kletterer freigegeben. Immerhin ist die Landschaft ein Nationalpark, in der die Natur den Vorrang hat. Wege, die mit einem weißen Kreis mit schwarzem Dreieck gekennzeichnet sind, dürfen nur von Bergsteigern mit spezieller Ausrüstung betreten werden. Ein weißer Kreis mit schwarzem Kreuz weist auf einen gesperrten Weg hin.

Eine Landschaft mit seltenen Tieren

Das sollte man beherzigen, denn in der Sächsischen Schweiz leben seltene Tiere wie der Schwarzstorch, viele Eulenarten, die Ringelnatter und der Feuersalamander – sie brauchen Bereiche, die touristenfrei bleiben.

Schwefelflechten auf den Felsen

Wer sich über knallgelbe Felsen wundert: Das sind keine Graffiti, sondern Schwefelflechten, die den Stein überziehen. Andere Felsen sind grün bemoost. Oder so bizarr geformt, dass man Gesichter erkennen kann. Grund genug, sich Zeit zu lassen auf seinem Weg durch die Sächsische Schweiz!

Sächsische Schweiz – Infos

  • Lage: östlich von Bad Schandau
  • Anreise: A 13 bis Moritzburg, A4 bis Burkau, B 96 bis Bischofswerda, weiter über Neustadt (Sachsen) und Sebnitz
  • Reisezeit: ganzjährig, besonders beliebt im Herbst und an Wochenenden oft sehr voll
  • Unterkünfte: Liste auf der Seite www.saechsische-schweiz.de

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