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San Gimignano – das Manhattan des Mittelalters

Einige Kämpfe des Mittelalters wurden mit Steinen ausgetragen. Nicht mit geworfenen, sondern mit aufeinandergetürmten. So entstanden in der toskanischen Stadt San Gimignano einst 72 sogenannte Geschlechtertürme, mit denen die reichen Familien um Ruhm und Ansehen wetteiferten. Nach dem Motto “Wer hat den längsten?” ging es nur um das Eine: Je höher der Turm, desto bedeutender die Familie.

15 Türme von San Gimignano gibt es noch

Die meisten dieser Türme sind heute verschwunden, aber 15 stehen noch. Sie haben der wunderschönen Stadt in der Provinz Siena, die seit 1990 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, den Spitznamen  „Mittelalterliches Manhattan“. Kein Wunder, dass San Gimignano zu den ganz großen Sehenswürdigkeiten der Toskana gehört.

Handelsort an der historischen Frankenstraße

Entstanden ist San Gimignano schon vor dem zehnten Jahrhundert. Er war eine Marktstadt an der historischen Frankenstraße. Drei alte Stadttore – Arco della Cancelleria, Porta Santo Stefano und Arco die Becci – zeigen heute noch die Stellen an, an denen früher die Stadtmauer verlief. Später kamen ein Kastell, die Kirche San Lorenzo und andere Gebäude hinzu – die Stadt, die ihren Namen dem heiligen Bischof von Modena, einem gewissen San Gimignano, verdankt, wuchs.

Theater im alten Gefängnis

Wer heute durch die Stadt spaziert, staunt über die wunderschönen Gebäude, an denen er vorbeikommt. Über den Palazzo del Podestà mit dem Rognosa-Turm, der früher Gefängnis war und heute Theater ist. Oder über den Palazzo Comunale, der sich vom Rathaus in ein Museum verwandelte. 

Aufstieg auf den Torre Grossa

Eindrucksvoll ist der Innenhof, der mit Fresken geschmückt ist, und auch der alte Ratssaal lohnt einen Besuch. Er wurde nach Dante Alighieri benannt, der sich im Jahre 1300 eine Zeitlang in San Gimignano aufhielt und vom Balkon des Palazzo aus eine Rede hielt. Gleich nebenan kann man auf den Torre Grossa steigen und sich die Stadt und die Umgebung von oben ansehen.

Fresken in der Kirche Sant’Agostino

Und dann ist da noch die Kirche Sant’Agostino, die man schon wegen der vielen Fresken besuchen sollte – sie schmücken den Chor der Kirche. Benozzo Bozzoli erzählt darin das Leben des Heiligen Augustinus. Großartig ist auch der Kreuzgang der Kirche: ein wunderbarer Ort, um sich für eine Weile zurückzuziehen.

Geschichten aus dem Alten Testament

Weitere Sehenswürdigkeiten von San Gimignano sind der Palast der Propositura und die Piazza della Cisterna von 1276, die prachtvolle Basilika von Santa Maria Assunta, die im Jahre 1000 erbaut wurde und innen reich mit Fresken geschmückt ist. Bartolo di Fredi schuf den Zyklus, in dem Geschichten aus dem Alten Testament erzählt werden.

Folterwerkzeuge im Dombaumuseum

Wer Zeit hat, besucht noch das Dombaumuseum, das Museum der mittelalterlichen Kriminologie, das gruselige Folterwerkzeuge zeigt, oder das 2010 eröffnete Geschichtsmuseum „SanGimignano1300“, das sich mit der Geschichte San Gimignanos im Mittelalter befasst. Neben einer Reproduktion der Stadt im Miniaturformat gibt es Einblicke in berühmte Fresken, Informationen über das Leben und das Handwerk und Spannendes über die Kunst.

Hübsche kleine Stadt mit vielen Geschäften

Aber San Gimignano, das sind nicht nur mächtige Geschlechtertürme und großartige Kirchen, es ist auch eine hübsche Stadt mit vielen kleinen Geschäften und Restaurants. Und sogar ein toskanischer Wein wurde nach der Stadt benannt. Der Weißwein Vernaccia di San Gimignano gehört zu den beliebtesten Mitbringseln aus der Stadt. Man sollte sich Zeit lassen für einen Bummel durch die schmalen Straßen, die immer noch so aussehen, als wäre das 21. Jahrhundert noch weit weg.

San Gimignano – Infos

Touristen-Info: Piazza del Duomo 1, tgl. 10 bis 13 und 15 bis 19 Uhr

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