Seychellen: Dem Paradies ganz nah

Seychellen La Digue Anse Source d'Argent
Seychellen: Anse Source d'Argent auf La Digue

Die Seychellen sind so unglaublich schön, dass sie auch den gesprächigsten Menschen erst einmal zum Schweigen bringen. Das Azurblau des Himmels, das satte Grün der Bäume, das glitzernde Weiß des Sandstrandes und das intensive Türkis des Meeres kommen der Vorstellung vom Paradies schon sehr, sehr nahe. Fotos können das alles nur andeuten – in Wirklichkeit ist die Inselgruppe im Indischen Ozean noch viel schöner.

Kräftige Farben auf den Seychellen

Dass man beim Aussteigen aus dem Flugzeug erst einmal gegen eine Wand aus feucht-heißer Luft läuft, ist schnell vergessen, wenn man die Farben sieht. Alles ist ein bisschen mehr – das Grün ist kräftiger, das Blau intensiver, das Weiß gleißender. Grau scheint es nicht zu geben, und ganz ehrlich: Es wird auch nicht vermisst.

Diamanten im Indischen Ozean

Die Menschen auf den Seychellen wissen genau, wie ihre Heimat entstanden ist: Als Gott die Erde erschuf, stellte er fest, dass er noch ein paar Diamanten übrig hatte. Er sah sich auf seiner Erde um, wählte einen Ort, der ihm passend erschien, und setzte die Steine dann behutsam mitten in den Indischen Ozean. Und da liegen sie nun, diese Diamanten – bereit, erkundet zu werden.

Traumstrände ohne Bettenburgen

Wer Strände liebt, der findet auf den Seychellen einige der schönsten der Welt. Beau Vallon und Anse Intendance auf Mahé, die Anse Lazio auf Praslin, die Anse Source d’Argent auf La Digue – ich könnte eine sehr lange Liste aufschreiben. Und trotzdem einige Strände vergessen. Denn traumhaft sind sie alle. Bettenburgen sucht man vergeblich, viele Strände sind von Palmen umsäumt oder von rosafarbenen Granitfelsen bestanden. Der Sand ist so staubfein und schneeweiß, dass man ihn stundenlang durch die Finger rieseln lassen könnte.

Inseln aus Granit und Korallen

115 Inseln gehören zu den Seychellen, und man unterscheidet zwischen den 43 aus Granit bestehenden „Inner Islands“, deren bekannteste Mahé, Praslin und La Digue sind, und den weiter entfernt gelegenen „Outer Islands“, die aus 72 Koralleninseln bestehen. Dieser Text beschränkt sich auf die Inner Islands, weil sie die bekannteren Urlaubsziele sind. Neben den schon genannten Inseln gehören u.a. auch noch Bird Island (eine Insel, die von unzähligen Vögeln bewohnt wird), Denis, Frégate, Silhouette und Ste. Anne zu den Inner Islands – sie beherbergen oft einzelne Luxus-Unterkünfte, deren Betrieb den Schutz der Natur finanziert.

Fast 60 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz

Überhaupt spielt Natur eine wichtige Rolle auf den Seychellen. Die Inselgruppe ist so reich davon, dass der Naturschutz sogar Teil der Verfassung ist – die Seychellen sind das erste Land weltweit, das das getan hat. 58,6 Prozent der Landesfläche stehen unter Schutz, mehr hat kein Land der Erde. Auch deshalb wird darauf geachtet, dass die Inseln nicht zugebaut werden und der Blick vom Wasser aufs Land nicht durch unschöne Bauwerke gestört wird.

Spektakulär: das Vallée de Mai

Zu den besonderen Schätzen der Seychellen gehört das Vallée de Mai auf der Insel Praslin. Die Landschaft ist der letzte Rest eines prähistorischen Waldes, den es schon gab, als noch der Kontinent Gondwana existierte. Dieser nicht einmal 20 Hektar große Park ist ein üppige tropische Waldlandschaft, in der sehr seltene Tiere leben, darunter der Bülbül, ein schwarz-orangefarbener Vogel mit einer Gesangsstimme wie eine Nachtigall. Der schwarze Vasapapagei mit einer Vorliebe für tropische Früchte und der Tenrek, ein ulkiger kleiner Borstenigel, der mit der Nase am Boden durchs Gestrüpp streift und sich von Besuchern überhaupt nicht beeindrucken lässt.

Die Coco de Mer regt die Phantasie an

Das Spektakulärste aber, was diese traumhafte Landschaft bietet, ist die Seychellenpalme, Coco de Mer genannt. Ihre Früchte sehen aus wie ein weibliches Becken. Und wenn man bedenkt, dass der männliche Blütenstand zwei Meter lang wird und einem Phallus sehr ähnlich sieht, kann man sich vorstellen, dass diese Pflanze, die es nur auf den Seychellen gibt, die Phantasie der Menschen schon immer mächtig angeregt hat.

Das ganze Jahr über Sommertemperaturen

Dass die Seychellen so üppig bewachsen sind, ist kein Wunder. Denn die Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 24 und 30 Grad (und wenn wir schon mal dabei sind: Das Meer bringt es auf 26 Grad – perfekte Badewannentemperatur). Und: Es regnet viel. Der meiste Niederschlag fällt zwischen September und März, von Mai bis September ist es trockener. Aber auch wer während der regenreicheren Zeit kommt, wird viel Sonne abbekommen, denn meist regnet es nur kurz und heftig. Und fühlt sich an wie eine warme Dusche…

Viele Kulturen prägten die Seychellen

Was die Seychellen so besonders macht, sind nicht nur die traumhaften Strände und die üppige Natur. Es sind auch die Menschen, die die Inselgruppe geprägt haben. Viele sind Nachfahren einstiger Arbeitssklaven und Siedler aus den Zeiten, in denen die Seychellen französische und britische Kolonie waren. Hinzu kommen Europäer, Chinesen und Inder. Sie alle haben die Kultur und die Architektur beeinflusst. Besonders gut sehen kann man das in der kleinen Hauptstadt Victoria, die an eine britische Kolonialstadt erinnert. Das berühmteste Bauwerk ist der Clock Tower, der aussieht wie Big Ben, aber dem Little Ben, einem Turm nahe der Vauxhall Bridge in London, nachempfunden ist.

Unglaublich lecker: die Küche auf den Inseln

Und dann ist da noch die Küche, die jeden begeistern wird, der sie kostet. „Lakwisin kreol“ wird sie genannt und hat Einflüsse aus Frankreich, England, Afrika und Indien. Sie enthält reichlich Fisch und Gemüse, dazu Kokosmilch und Curry. Und sie ist wirklich unglaublich lecker. Es lohnt sich, einige Restaurants zu besuchen. Das wohl bekannteste ist das Marie Antoinette in Victoria (Serret Road, www.marieantoinette.sc). Und natürlich muss man die Früchte kosten, die es auf den Seychellen gibt: Mangos und Papayas, Jackfruits, Cherimoyas, Passionsfrüchte und vor allem, die kleinen Bananen, die so aromatisch sind, dass man nach der Heimkehr für längere Zeit keine Banane aus dem Supermarkt anrühren möchte.

Hotels: Schnäppchen sind möglich

Die Seychellen sind kein preiswertes Reiseziel – 1000 Euro für eine Nacht sind keine Seltenheit (aber glücklicherweise auch nicht die Regel). Bettenburgen sucht man, wie schon erwähnt, vergeblich, viele Häuser sind mit unglaublich viel Liebe (und Luxus) eingerichtet. Allerdings kann man auch Schnäppchen machen. Am Beau Vallon Bay auf Mahé gibt es Unterkünfte um 150 Euro pro Nacht (z.B. Berjaja Beau Vallon Hotel, Coral Strand Smart Choices Hotel). Es lohnt sich aber, genau zu gucken, um sich Enttäuschungen zu ersparen. Tipp: Auf Hotelbewertungsseiten auf die Negativ-Bewertungen gucken. Und mal ehrlich: Die Seychellen sind ein Reiseziel, das man sich sicherlich nicht oft gönnt – und wenn man es tut, sollte man sich auch eine Unterkunft suchen, die richtig passt. Damit es auch wirklich ein Traumurlaub wird!

Seychellen – Infos

  • Lage: nördlich von Madagaskar und Mauritius
  • Flug: Direktflüge z.B. mit Condor von Frankfurt/Main nach Mahé (www.condor.com)
  • Klima: wärmste Monate sind November bis Mai (30 bis 31,5 Grad), kühlste Juni bis Oktober (28,3 bis 29 Grad), Niederschläge sind zwischen Oktober und Februar am höchsten, im Juni am niedrigsten. Die Luftfeuchtigkeit liegt ganzjährig um 80 Prozent
  • Sprachen: Englisch, Französisch, Kreol
  • Religion: 82 Prozent der Einheimischen sind Katholiken
  • Hauptstadt: Victoria (knapp 23.000 Einwohner)
  • Einreisebestimmungen: Reisepass erforderlich, Personalausweis genügt nicht
  • Gesundheit: keine besonderen Impfungen nötig
  • Bitte beachten: an einigen Stränden herrscht gefährliche Strömung – Warnungen sollten unbedingt ernst genommen werden. Ähnliches gilt für Hai-Angriffe, die es in den letzten Jahren mehrfach gab. Bitte im Hotel oder bei der Reiseleitung nachfragen
  • Unterkünfte: Auf der offiziellen Tourismus-Seite der Seychellen finden Sie viele Hotelangebote mit Preisspanne: http://seychelles.travel/de

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