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Uluru – Australiens heiliger Berg

Wie ein träger Riese liegt der Uluru da. Dieser gewaltige rote Berg, der vermutlich die meistbesuchte Attraktion in Australien ist und auch als Ayers Rock bekannt ist. Drei Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit ist der Uluru, dessen Gipfel sich 348 Meter über der Dünenlandschaft im zentralaustralischen Northern Territory erhebt. Und einen Anblick bietet, der sprachlos macht.

Der Uluru ist 500 Millionen Jahre alt

Wer den Uluru anschaut und in ihm einfach nur eine Ansammlung von Gestein sieht, der sieht nur die Hälfte. Und hat sich vermutlich noch nicht mit den Aborigines und ihren Legenden beschäftigt. Für die australischen Ureinwohner nämlich ist der Berg Anfang und Ende der Traumzeitreisen. Kein Wunder, dass er für sie heilig ist.

 

Der Berg liegt am Rand des Amadeus-Beckens, etwa 450 Kilometer von Alice Springs entfernt. Entstanden ist er vor etwa 500 Millionen Jahren, und in ihm haben sich unterschiedliche Sandarten verfestigt. Im Laufe der Jahrmillionen ist der Sandstein verwittert und erodiert – und so entstand das bizarre Äußere des Uluru. Dass er zum Mythos wurde, liegt aber sicher auch am Licht:  Je nach Tageszeit und Sonneneinstrahlung erscheint der Berg mal grau, mal braun, mal tiefrot.

Lebendige Traumzeit

Wer den Berg besucht, spürt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Und das geht nicht nur jenen Menschen so, die Bruce Chatwins grandioses Werk „Traumpfade“ gelesen haben. Denn die Traumzeit-Geschichten über die Mala-Menschen auf der Sonnen- und die Kunia auf der Schattenseite des Uluru, die Harmonie und Zwist erlebten und durch einen Krieg das Wachsen des Uluru verursachten – hier, am Ort des Geschehens, bekommen sie eine ganz eigene Bedeutung. Felszeichnungen in Höhlen erzählen diese Legenden.

Wie der Berg zum Namen Ayers Rock kam

Vielen Menschen ist der Uluru immer noch als Ayers Rock bekannt. Diesen Namen bekam er 1873, als er vom britisch-australischen Naturforscher William Gosse entdeckt wurde. Gosse nannte ihn nach dem damaligen südaustralischen Premierminister Henry Ayers „Ayers Rock“. Heute trägt er wieder den Namen, den ihm die Ureinwohner gegeben haben.

Schon lange ist der Uluru ein Touristenziel. Die ersten Menschen kamen 1936. Wenig später entstanden Straßen, Hotels und eine Landebahn für Flugzeuge. Der Andrang hatte Folgen: Auf die Traumpfade der Aborigines nahm man nur wenig Rücksicht. Ein bisschen besser wurde es 1985, als die australische Regierung den Ureinwohnern den Uluru samt umgebendem Nationalpark übereignete. Im Gegenzug wurden die Aborigines verpflichtet, den Park für 99 Jahre an den australischen Nationalparkservice zu verpachten.

Respekt für das Heiligtum 

Wenn man die Bedeutung kennt, die der Berg für die Aborigines hat (sie selbst nennen sich übrigens Anangu), ist es kein Wunder, dass es Beschränkungen für Besucher gibt. So ist es nicht erlaubt, Fotos und Videos einiger bedeutender mythischer Stätten zu machen. Und auch das Mitnehmen von Steinen rund um den Berg wird nicht gern gesehen.

Bitte nicht besteigen

Besucher können den Uluru umwandern, und sie bekommen auf Tafeln Informationen über den Mythos. Auf Wegen von zwei bis zehn Kilometern Länge kann man sich auch führen lassen. Das Besteigen des Ulruru ist auf einer gekennzeichneten Strecke, die mit einem Handlauf gesichert ist, erlaubt – aber nicht erwünscht von den Aborigines, die tödliche Abstürze von ihrem Heiligtum befürchten. Damit haben sie nicht ganz unrecht: Schon 35 Menschen sind beim Besteigen des Uluru ums Leben gekommen.

Atemberaubende Sonnenuntergänge

Wer den Uluru besucht, sollte unbedingt eine Nacht dort verbringen. Denn der Berg ist auch für seine spektakulären Sonnenuntergänge bekannt. Besonders gute Sicht hat man von zwei Stellen aus: dem Car-Sunset-Parkplatz oder dem Dune-Lookout zwischen Yulara und Uluru. Auf der anderen Seite gibt es inzwischen auch einen Aussichtspunkt, er heißt „Talinguru Nyakunytjaku“, was „Aussichtspunkt von der Sanddüne aus“ bedeutet.

Im Cultural Centre nahe des Monuments bekommt man Infos über alle Wege und Aussichtspunkte, und auf der Seite www.ayersrockresort.com.au gibt es eine Karte, auf der man die Wegführung sehen kann. Und wer gleich in der Nähe übernachten will, der bucht im Ayers Rock Resort ein Hotelzimmer oder einen Camping-Stellplatz. Tipp: Im Kulturzentrum können Besucher täglich zwischen sieben und 16 Uhr Kunsthandwerk der Aborigines kaufen.

Wanderwege am Uluru

Besonders gute Aussichten hat man von den Wanderwegen am und um den Berg aus. Folgende Strecken gibt es:

  •  Uluru Base Walk (Rundweg um den Ayers Rock, 10,6 Kilometer)
  •  Liru Walk (vom Cultural Centre zum Mala Walk, 4 Kilometer)
  •  Mala Walk (2 Kilometer, vom Mala-Parkplatz zur Kantju Gorge)
  •  Kuniya Walk (1 Kilometer, er führt zu einem Wasserloch)
  •  Lungkata Walk (4 Kilometer, vom Parkplatz Mala Walk zum Kunija Walk)

Parken und Führungen

Parkplätze gibt es am Startpunkt Mala Walk und Kunija Walk, auch vom Cultural Centre aus kann man zu Wanderungen starten. Wanderer sollten unbedingt daran denken, genug Wasser mitzunehmen, denn es gibt nur am Mala-Parkplatz und bei Kunija Piti Möglichkeiten, die Vorräte aufzufüllen.

Führungen gibt es jeden Morgen um 10 Uhr (zwischen Oktober und April um 8 Uhr, Start am Mala-Walk) – hier bekommt man auch noch die Möglichkeit, etwas über den Uluru und die Traditionen der Ureinwohner zu erfahren. Wer auf eigene Faust wandert, erfährt auf Informationstafeln am Weg ebenfalls viel über den Uluru und seine Bedeutung. Auch Felszeichnungen der Aborigines sind zu sehen, aber abgezäunt, um Beschädigung zu verhindern.

Ein paar Regeln

Wer fotografieren möchte, sollte beachten, dass es einige sensible Bereiche gibt (bei Pulari, Kuniya Piti, Taputji, Warayuki und Tjukatjapi), an denen Filmen und Fotografieren nicht erwünscht ist. Tafeln weisen an diesen Orten darauf hin. Übrigens ist das Mitnehmen von Steinen und Sand aus dem Gebiet des Ayers Rock ebenfalls nicht erwünscht – auch an diese Regel der Aborigines sollte man sich halten.

Unterkünfte von teuer bis sehr teuer

Nahe des Uluru sind die Hotelpreise sehr hoch (300 AUD sind normal). Besonders luxuriös ist das Sails in the Desert Hotel (5 Sterne) in Yulara. Preiswerter ist das Outback Pioneer Hotel and Lodge, am günstigsten aber sind der Ayers Rock Campground und der Backpacker-Bereich im Outback Pioneer Hotel and Lodge.

Uluru – Anreise und Eintritt

  • Anreise Flugzeug:  Flughafen Ayers Rock Connellan Airport, angeflogen von Jetstar und Virgin Australia ab Sydney
  • Anreise Auto:  Ab Alice Springs (462 Kilometer Entfernung)
  • Eintritt Nationalpark:  25 AUD (berechtigt für dreitägigen Aufenthalt im Park)
  • Internet:  www.ayersrockresort.com.au, https://parksaustralia.gov.au/uluru

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