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Wandern ist Balsam für Körper und Seele

Wandern ist eine wunderbare Möglichkeit, den Kopf freizubekommen. Das liegt an den gleichmäßigen Bewegungen und daran, dass der Geist genug damit zu tun hat, die Umgebung wahrzunehmen. Stress wird ganz klein, wenn man durch die Landschaft geht. Der Atem wird gleichmäßig, die vom Starren auf den Bildschirm müden Augen weiten sich. Man hört die Geräusche der Natur und schaut dem Vogel nach, der hoch oben am Himmel seine Runden zieht.

Wandern heißt heute oft Hiking

Früher galt Wandern als spießig, dabei gibt es kaum etwas, das weiter davon entfernt ist. Inzwischen sagt man „Trekking“ oder „Hiking“, das Wandern wurde zur Bewegung und eine Modeindustrie lebt ziemlich gut von Outdoor-Kleidung, Rucksäcken und Wanderstiefeln. Wer sich einkleiden möchte, kann sehr schnell 1000 Euro ausgeben.

Das Wander-Outfit muss nicht teuer sein

Zum Glück geht es auch einfacher. Gute Stiefel sollte man sich schon zulegen, denn mit Fußschmerzen macht Wandern wirklich keinen Spaß. Aber sonst? Eine nicht zu enge Hose, Pullover oder T-Shirt, ein Käppi gegen Sonne und Wind und ein Rucksack, der nicht zu schwer auf den Schultern lastet – fertig ist das Wander-Outfit.

In Deutschland gibt es unzählige Wanderwege, die meisten sind gut ausgeschildert und man braucht teilweise noch nicht mal eine topographische Karte. Ob einmal um den See oder quer durch die Republik – hier wird jeder glücklich. Und wer sich gar nicht entscheiden kann, für den werden alljährlich die schönsten Wanderwege gekürt.

Zehn Top-Wanderwege in Deutschland

Das Magazin GEO zum Beispiel schlägt diese Wege vor: Goldsteig (660 Kilometer lang, von Marktredwitz bis Passau über Oberpfälzer und Bayerischen Wald), Heidschnuckenweg (223 Kilometer lang, von Hamburg-Fischbek bis Celle, durch die Lüneburger Heide), Harzer Hexen-Stieg (100 Kilometer lang, von Thale bis Osterode), Kammweg (285 Kilometer lang, von Altenberg-Geising im Osterzgebirge durchs Vogtland bis nach Blankenstein in Bayern), Albsteig (350 Kilometer lang, von Tuttlingen entlang der Schwäbischen Alb bis Donauwörth), Eifelsteig (313 Kilometer lang, von Aachen bis Trier über das Hochmoorgebiet Hohes Venn, den Nationalpark Eifel und die Vulkaneifel), Altmühltal-Panoramaweg (200 Kilometer lang, von Gunzenhausen bis Kelheim durch atemberaubende Buchenwälder), Hochrhöner (180 Kilometer lang, von Bad Kissingen bis Bad Salzungen durch die Rhön und über die Wasserkuppe), Rheinsteig (320 Kilometer lang, von Bonn bis Wiesbaden) und Schluchtensteig (119 Kilometer lang, durch den südlichen Schwarzwald).

Weitere schöne Strecken

Man könnte noch viele Wege ergänzen. Etwa den berühmten Rennsteig, der auf 170 Kilometern durch den Thüringer Wald, das Thüringer Schifergebirge und den Frankenwald führt. Oder den 112 Kilometer langen Malerweg im Elbsandsteingebirge, der Naturspektakel wie die Bastei, das Kirnitzschtal und die Schrammsteine berührt.

Auch kürzere Wege machen Spaß

Wem die gesamten Strecken zu lang sind, der kann auch Teiletappen gehen. Oder er sucht sich erst einmal kürzere Routen. Etwa den Wanderweg im Brandenburger Schlaubetal, der von Müllrose nach Schlaubemühle führt und 28 Kilometer lang ist. Im Grunde reicht auch der kleine Weg, den man bei der Fahrt übers Land entdeckt. Es müssen ja keine 20-Kilometer-Touren sein. Einmal um den See (egal welchen) kann auch eine sehr spannende Tagestour sein.

Die Augen beginnen zu sehen

Sobald man seinen Rhythmus gefunden hat, bewegen sich die Füße von allein. Und die Augen beginnen zu sehen. Die Blätter, die sich im Herbst bunt färben. Die Ahorn-Frucht, die elegant vom Baum zu Boden segelt. Die Kohlmeise, die irgendwie immer in der Nähe bleibt. Und die weite Sicht von einem Aussichtspunkt aus. Da bleibt keine Zeit für Grübeleien. Und das Erstaunliche: Einige Probleme klären sich ganz von allein. Sobald man aufhört, auf ihnen herumzudenken, lösen sich Knoten.

Wandern als Therapie

Kein Wunder, dass Wandern auch als Therapie genutzt wird. Ähnlich wie das Laufen hilft auch Wandern gegen Depressionen – und zwar genauso effektiv wie Antidepressiva! Das liegt an der Bewegung, den Sinneswahrnehmungen und auch am Erfolgserlebnis, wenn man eine Etappe geschafft hat.

Fühlen, sehen, riechen und schmecken

Wichtig ist, dass man sich auf die Natur einlässt. Mal einen Baum berührt und feststellt, wie sich die raue Borke anfühlt. An einem Pilz riecht. In eine sonnengewärmte Himbeere beißt. Ein Moospolter anfasst und sich ganz intensiv auf einen Schmetterling konzentriert, der von Blüte zu Blüte gaukelt. Man kann sich ins Gras legen oder mit seinem Körper eine Figur in den Schnee stanzen. Kann Sand durch die Finger rieseln lassen oder die Füße in den eisigen Bach halten. Wenn man dann nach ein paar Stunden zurückkehrt in die Alltagswelt, fühlt sich alles etwas anders an. Zurechtgerückt. Eigentlich müssten Ärzte ihren gestressten Patienten Wandern verschreiben!

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