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Atemberaubende Natur im Yosemite Nationalpark

Einen Besuch im Yosemite Nationalpark vergisst man nie. Das liegt daran, dass diese Landschaft in Kalifornien so gewaltig ist: Die Berge gigantischer, die Bäume riesiger, die Wasserfälle mächtiger. Und dann diese Weite, die man mit jedem Blick spürt. Die Landschaft ist so grandios, dass man sich viel Zeit nehmen sollte, um den Park zu erkunden. Bloß keine Eile – der Yosemite Nationalpark beansprucht Besucher mit Haut und Haar.

Yosemite: seit 1864 Naturschutzgebiet

Fast 3100 Quadratkilometer misst der Park, der schon 1864 zum Schutzgebiet wurde. Seit 1890 ist er Nationalpark – er ist damit 18 Jahre jünger als der älteste Nationalpark der Welt, der Yellowstone. Inzwischen gibt es noch eine weitere Auszeichnung: Seit 1984 ist er außerdem Unesco-Weltnaturerbegebiet.

„Jossemiti“ wird der Park ausgesprochen, der seinen Namen einigen Irrtümern verdankt. Hauptfiguren darin: ein schriftstellernder Arzt, ein Grizzlybär, Goldsucher und der Indianerstamm der Ah-wahnee. Aber das ist eine andere Geschichte.

Pro Jahr kommen 3,7 Millionen Besucher

Ungefähr 3,7 Millionen Menschen pro Jahr besuchen den Park, der in der Sierra Nevada, zwischen Merced und Hawthorne, liegt. Von San Francisco aus sind es etwa 300 Kilometer. Im Norden wird Yosemite von der Emigrant Wilderness umgeben, im Südwesten von der Ansel Adams Wilderness und im Nordosten von der Hoover Wilderness. Viel Platz also für Naturliebhaber, Wanderer und  naturverbundene Familien.

Yosemite Valley mit gewaltigen Bergen

Der bekannteste Ort im Park ist das 13 Kilometer lange und 1600 Meter breite Yosemite Valley, das von bis zu 1000 Meter hohen, teilweise senkrecht emporragenden Felswänden gesäumt wird. Hier steht auch das Visitor Center, in dem man viel über die berühmtesten Berge erfahren kann. Dazu gehören der 1450 Meter hohe Half Dome, der Sentinel Dome (900 Meter) und der El Capitan mit seinem 2307 Meter hohen Gipfel.

Kletterer lieben die Felswände

Wenn man diese Berge sieht, wird schnell klar, warum sie eine so unwiderstehliche Anziehungskraft auf Kletterer ausüben. Zwischen dem 27. Dezember 2014 und dem 14. Januar 2015 schafften es die Kletterer Tom Caldwell und Kevin Jorgeson, die sogenannte Dawn Wall im freien Stil (also ohne künstliche Hilfsmittel) zu erklettern. Die meisten Urlauber beschränken sich allerdings darauf, den Kletterern zuzusehen und ansonsten die atemberaubende Aussicht auf die Berge zu genießen.

Wilde und dramatische Landschaft

Zur wilden Landschaft des Yosemite Nationalparks gehören auch noch 2600 Kilometer Flüsse, mehr als 1000 Kilometer Wanderwege, neun Wasserfälle und die Straßen, über die der Park zu erreichen ist. Dazu gehört der Highway 120, der quer hindurchführt. Auch der Highway 140 führt Besucher direkt ins Yosemite Valley. Teilweise fährt man direkt neben dem Merced River entlang, der das Tal durchfließt und an dem viele Campingplätze liegen.

1300 Kilometer Wanderwege

Von diesen Plätzen aus kann man gut zu Wandertouren aufbrechen. 1300 Kilometer Wanderwege gibt es, und viele Wege führen zu eindrucksvollen Wasserfällen. Berühmt sind die  739 Meter hohen Yosemite Falls, der Bridalveil Fall und der Vernal Fall. Letzteren kann man von der Vernal Fall Footbridge aus gut sehen, zum Beispiel bei einer Wanderung von Happy Isles im Yosemite Valley aus. Infos für Wanderer unter dem blau unterlegten Link. Wer wandern möchte, sollte unbedingt daran denken, dass die Temperaturen im Yosemite Nationalpark im Sommer auf über 30 Grad steigen können – und nachts auf vier bis zehn Grad sinken.

Riesenmammutbäume und Schwarzbären

Für Naturliebhaber ist der Yosemite Nationalpark ein Paradies. In fünf Ökosystemen gibt es 3500 Pflanzenarten (die Hälfte aller Arten der Sierra Nevada), außerdem ist der Park Lebensraum für Tiere wie den Amerikanischen Schwarzbären, den Maultierhirsch und viele teilweise sehr seltene Vogelarten. Die auffälligsten Bewohner sind die Riesenmammutbäume (Sequoia, zu sehen zum Beispiel in der Mariposa Grove, nahe dem Südeingang des Parks gelegen), die sich beinahe 100 Meter in den Himmel schrauben und mit ihren mächtigen rostroten Stämmen aussehen wie Wesen aus einer uralten Zeit. Besonders Kinder sind von der schieren Größe der Bäume fasziniert.

Glacier Point mit weiter Sicht

Eine Riesenattraktion des Parks ist der Glacier Point, von dem aus man das Yosemite Valley, den Half Dome und die High Sierra überblicken kann. Der Aussichtspunkt liegt in knapp 2200 Metern Höhe. Erreichen kann man ihn am besten vom Highway 41 aus. Schon ein Stück davor, am Washburn Point, hat man eine atemberaubende Sicht, am Glacier Point wird es noch dramatischer. Fotografen kommen gegen Abend oder ganz früh am Morgen, wenn die Dämmerung über dem Tal liegt.

Tioga Road und Mono Lake

Unbedingt ansehen sollte man Wawona mit dem historischen gleichnamigen Hotel aus dem 19. Jahrhundert (vier Meilen vom Südeingang entfernt). Auch der 3031 Meter hoch gelegene Tioga Pass, der östliche Zugang in den Park, ist großartig. Für die Tioga Road sollte man sich Zeit nehmen – nicht nur, weil sie teilweise ziemlich steil ist. Die Ausblicke über die Landschaft sind einfach zu atemberaubend, um sie im Schnelldurchlauf anzugucken. Zu sehen ist zum Beispiel der Mono Lake, ein stark alkalischer und salzhaltiger See, aus dem bizarre Kalktuff-Gebilde wachsen.

Wunderschönes Hetch Hetchy Valley

Von der Tioga Road aus kommt man auch zum Lake Tenaya und den Tuolumne Meadows, einer feuchten Wiesenlandschaft mit Seen und Granitfelsen (dort gibt es auch ein Besucherzentrum). Am Oberlauf des Tuolumne River schließlich liegt das Hetch Hetchy Valley, ein kleineres Tal mit ebenfalls dramatischen Ausblicken. Aus diesem Tal (der Fluss ist an der schmalsten Stelle durch den O’Shaugnessy Dam gestaut) stammt das Trinkwasser für einen großen Teil der San Francisco Bay Area.

Yosemite Nationalpark – Infos

  • Entfernungen: San Francisco – 314 Kilometer; Sacramento: 283 Kilometer; Las Vegas: 642 Kilometer
  • Öffnungszeiten: das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet; Hetch Hetchy-Zufahrt nur tagsüber
  • Anreise: z.B. über die Tioga Road (zwischen November bis Ende Mai/Anfang Juni geschlossen). Highway 120 ist das ganze Jahr über geöffnet, die Highways 140 und 41 ebenfalls. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Yarts Bus Service fährt ab Merced, Mariposa bzw. El Portal ins Yosemite Valley. Im Park gibt es Shuttle-Busse (kostenlos), die vom Yosemite Valley u.a. zum Mariposa Grove, Glacier Point, Tioga Road/Tuolumne Meadows, Hetch Hetchy Valley fahren
  • Eintritt: Sieben-Tage-Pass: 30 Dollar pro Auto, 20 Dollar pro Motorrad
  • Übernachtung: Mehrere Lodges (Infos unter dem blau unterlegten Link) und 13 Campingplätze (Reservierung empfohlen, Tel. 518/885-3639 von außerhalb der USA und Kanada, weitere Infos: www.recreation.gov). RV-Campingplätze: 10, sie verfügen nicht über Strom, Wasser und Abwasserbeseitigung; zwischen April und September sind die Plätze meist voll, Reservierung empfohlen
  • Yosemite Nationalpark im Internet: www.nps.gov.yose

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