Kreolische Küche: Sonne auf dem Teller

Von Silke 8. November 2023 Kommentare 7 Min. Lesezeit
Kreolische Küche - ein BuffetKreolische Küche - ein Buffet

Herbst und Winter sind die perfekten Jahreszeiten, sich mit der kreolischen Küche zu beschäftigen. Weil in ihr so viel Sonne und Wärme stecken. Es ist die Küche der Karibik, Afrikas und der amerikanischen Südstaaten – und sie ist so vielfältig, dass man sich ziemlich sicher verliebt. Was ein bisschen auch am Fernweh liegt, das sie auslöst…

Kreolische Küche auf den Seychellen

In dieser Geschichte geht es um eine spezielle Form der kreolischen Küche: die der Seychellen. „Lakwizin kreol“ wird sie von den Einheimischen genannt, und sie ist so multikulturell wie die Bewohner der Trauminseln im Indischen Ozean. Denn in den Speisen stecken Einflüsse aus England und Frankreich, Afrika und Indien. Ein bisschen Orient und ein Hauch Asien sind auch noch dabei.

Fisch, Gemüse und viel Obst

Verwendet wird, was die Umgebung hergibt. Und das ist eine Menge: Fisch und Meeresfrüchte, Gemüse und exotische Früchte sind die Hauptzutaten, dazu kommen Gewürze wie Muskat, Gelbwurz und Kardamom.

Fisch spielt in der kreolischen Küche eine Hauptrolle. Red Snapper und Papageienfisch, Bonito, Stachelmakrele und Kaiserschnapper werden täglich frisch auf die Märkte in Mahés Hauptstadt Victoria gebracht und wenige Stunden später schon in den Restaurants serviert. Der Fisch wird meist gegrillt und mit Chili, Ingwer und Knoblauch zubereitet.

Currys mit exotischen Gewürzen

Zum Fisch gibt es Gemüse. Chinakohl zum Beispiel, aber auch Auberginen, Süßkartoffeln und Tomaten oder exotische Gemüsesorten wie Brotfrucht, Maniok und grüne Bananen. Alles wird klein geschnitten, gegart und dann mit dazu passenden Gewürzen (von Ingwer über Gewürznelke und Vanille bis Zimt) in Currys („Carii Coco“) verwandelt. Auch eine dicke Kokosnusscreme wird dazugegeben, was den Currys einen ganz besonderen Geschmack verleiht.

Eine wichtige Zutat für die kreolische Küche ist Reis. Er wird auf den Seychellen oft mit fein geschnittenem Gemüse und exotischen Gewürzen wie Kurkuma und Zimt serviert. Deshalb ist er nicht nur Beilage, sondern kann auch als Hauptspeise genossen werden.

Einmal durchs Buffet durchprobieren

Beliebt ist auch Kokosmilch, die zu den Currys gegeben wird. Oder vielleicht doch lieber ein Chutney aus Papaya, Mango, Kürbis oder Auberginen? Im Vergleich mit indischen Chutneys ist die kreolische Variante weniger süß. Ausprobieren sollten Sie auch die Samoussas. Das sind frittierte Teigtaschen, die mit Gemüse oder Fleisch gefüllt und sehr pikant gewürzt sind.

In vielen Restaurants auf den Seychellen werden die Speisen oft auf dem Buffet angeboten (siehe Foto), was Neulingen dieser Küchenkunst die Chance gibt, sich durch all die Leckereien durchzuprobieren. Ein paar Beispiele gefällig? Sehr lecker ist Rougaille, eine mit Kräutern und Gewürzen aromatisierte Tomatensauce, die zu Fisch oder Fleisch gereicht wird. Und es gibt noch viel mehr: Brèdes, zum Beispiel, ein Gemüse, das an Spinat erinnert und zu einer Bouillon verarbeitet wird. Oder die Meeresfrüchtesuppe Tektek, die mit Knoblauch, Petersilie und Zwiebeln gewürzt ist.

Wie der Millionärssalat zu seinem Namen kam

Eine absolute Spezialität trägt den ulkigen Namen Millionärssalat (Salade de Palmiste). Er wird aus frisch geernteten Palmherzen hergestellt. Das Problem: Die seltenen Palmiste-Palmen müssten dafür gefällt werden. Das ist zu Recht seit langer Zeit verboten und deshalb muss man warten, bis eine solche Palme von allein umstürzt. Das geschieht natürlich selten, und das macht den Salat so teuer, dass der Name Millionärssalat nicht vollkommen abwegig ist. Es gibt aber genug preiswerte Alternativen, die genauso lecker sind. Die simple „Bouyon“ etwa, eine Brühe mit Fisch oder Chinakohl.

Rezept mit Papaya

Ganz einfach ist auch das Papaya-Chatini. Dafür braucht man zwei mittelgroße grüne Papaya, 150 Gramm Zwiebeln, fünf Gramm Chilischote, zwei Zitronen, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Papaya schälen und grob zerkleinern, zwei bis drei Minuten lang in leicht gesalzenes Wasser einlegen und danach in einem Sieb auspressen. Zwiebeln fein schneiden und mit den zerkleinerten Chilischoten in etwas Öl andünsten, Papaya dazugeben und etwa drei Minuten ziehen lassen. Salz und Pfeffer nach Geschmack dazu geben, mit Zitronensaft abschmecken.

Einflüsse aus vielen Ländern

Was die kreolische Küche so reizvoll macht, sind die Einflüsse aus den unterschiedlichsten Ländern: Stew aus England etwa, Bouillon aus Frankreich, indische Currys und afrikanische Desserts wie Kat-Kat, für das man grüne Bananen zerkleinert und in süßer Kokosmilch kocht.

Desserts zum Niederknien

A propos Desserts: Auch hier ist die Auswahl groß und lecker. Viele bestehen aus Früchten wie Mango, Passionsfrucht, Jackfrucht und Cherimoya. Oder aus Bananen, die auf den Seychellen sehr klein sind und so aromatisch-süß, dass man für lange Zeit verdorben ist für die Bananen, die man in mitteleuropäischen Supermärkten bekommt. Eine Besonderheit sind Kuchen mit Bananen (Gato Banann) oder Kokosnuss (Gato Koko). Beide können Sie nach dem Urlaub auch zuhause Nachbacken. Für den Kokos-Kuchen brauchen Sie je 110 Gramm weiche Butter und weißen oder braunen Zucker, 200 Gramm Mehl, 75 Gramm geriebene Kokosnuss, einen halben Teelöffel Backpulver und ein Ei. So geht’s: Ei mit Butter vermischen und schaumig schlagen. Mehl, Kokosraspel und Backpulver dazugeben, zu einem glatten Teig verarbeiten. Formen Sie aus kleinen Mengen des Teiges Bällchen oder Kreise. Auf ein gefettetes Backblech legen, noch etwas Kokos-Abrieb daraufstreuen und im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen etwa 40 Minuten goldbraun backen.

Für den Bananenkuchen brauchen Sie 125 Gramm weiche Butter, 150 Gramm braunen Zucker, einen Teelöffel Vanille-Essenz, vier reife Bananen, 190 Gramm Mehl, zwei Teelöffel Backpulver, 60 Milliliter Milch (alternativ Hafermilch), 3 Eier und eine Prise Salz. So geht’s: Bananen zerstampfen, glatt rühren und mit der Vanille-Essenz in einer Schüssel vermischen. In einer anderen Schüssel Butter und Zucker schaumig schlagen. Mehl, Backpulver, Milch, Eier und Salz dazugeben und zehn Minuten lang rühren. Anschließend die Bananenpaste dazugeben und alles vermischen. In eine gefettete Kuchenform geben und 45 Minuten im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen backen.

Bier, nach deutschem Reinheitsgebot gebraut

Wein übrigens gönnt man sich auf den Seychellen nur selten zum Essen. Was daran liegt, dass er importiert werden muss und entsprechend teuer ist. Bier wiederum gibt es. Seybrew heißt es und wird nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, allerdings mit Zutaten aus aller Welt, weil es auf den Seychellen weder Hopfen noch Getreide. Wer es exotisch liebt, probiert Calou, das aus den Blütenstöcken der Kokospalmen hergestellt wird und ein bisschen wie Federweißer schmeckt.

Ein Likör aus Kokosnuss

Typisch seychellois ist ein Getränk namens „Coco d’Amour“. Es ist ein Kokosnusslikör. „Amour“ bezieht sich dabei auf die Coco de Mer, die legendäre Seychellen-Kokosnuss, die im Nationalpark Vallée de Mai auf der Insel Praslin wächst und die Form eines weiblichen Beckens hat. Aber diese Frucht ist streng geschützt und deshalb keine Zutat für diesen Likör, der mit normaler Kokosmilch hergestellt wird, also im Grunde genommen eine Mogelpackung ist. Aber immerhin eine sehr leckere.

Seit 2002 wird auf den Seychellen sogar Rum hergestellt. Die kleine Destille Takamaka produziert ihn in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Probieren können Sie ihn direkt vor Ort in La Plaine St. André auf Mahé.

Kreolische Küche auf den Seychellen

Wer auf den Seychellen Urlaub macht, sollte unbedingt in einem der Restaurants einkehren. Etwa im Adam & Eve (Mahé) mit Sandfußboden und afrikanischer Einrichtung, im Chez Jules (La Digue) – einer Strandbar mit Palmenblätter-Dach, einfachen Holztischen und sehr leckerer Küche, oder im Les Lauriers Restaurant im gleichnamigen Öko-Hotel auf Praslin.

Aber man kann sich die kreolische Küche auch nach Hause holen: Die Bücher “Kreolische Küche” (Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH, 19,95 Euro) und “Die kreolische Küche” (Verlag Christian München, 29,95 Euro) sind gut gefüllt mit Rezepten, die Sonne ins Herz zaubern und ordentlich Fernweh verursachen…

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