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Eishotel: Wo Schneekönige Urlaub machen

Eine Heizung findet man hier nicht – und wer im Eishotel in Jukkasjärvi übernachtet, braucht im wahrsten Sinn des Wortes ein dickes Fell. Aber er wird den Aufenthalt garantiert nie vergessen. Denn das Hotel ist ein Kunstwerk mit Zimmern und Suiten aus Eis, und entsteht jedes Jahr aufs Neue. Den Winter übersteht es problemlos, schließlich liegt es ganz weit oben im Norden Schwedens.

Eishotel: Künstler gestalten die Suiten

Eröffnet wird das Hotel immer Anfang November, und die Saison endet am 10. April. Aber die Betreiber beschränken sich nicht einfach auf ein Gebäude mit Dach und Wänden – jedes Jahr entwerfen Eiskünstler die einzelnen Räume und Suiten und schaffen wahre Kunstwerke.

Schlafen bei minus fünf Grad

58 Eiszimmer und Eissuiten gibt es. Wohlig warm sind sie natürlich nicht – hier herrschen Temperaturen zwischen minus fünf und minus acht Grad. Was allerdings beinahe mild anmutet, wenn man an die Außentemperaturen denkt, die schon mal bei minus 30 Grad liegen können. Geschlafen wird auf Rentierfellen und in speziellen Thermoschlafsäcken, statt Türen gibt es dicke Vorhänge.

Eishotel: Mit einer Ausstellung fing es an

Angefangen hat alles im Jahr 1989. Damals gab es in Jukkasjärvi eine Eisskulpturen-Ausstellung. Der Erfolg war groß, und im Jahr darauf wurde die Ausstellung wiederholt – diesmal fand sie in einem Iglu statt. Die Besucher liebten die Atmosphäre so sehr, dass einige von ihnen gleich über Nacht blieben. Und so entstand die Idee des Hotels, das seit 1991 jedes Jahr Touristen in die Stadt lockt, die etwa 200 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt. Die nächste größere Stadt ist das 15 Kilometer entfernte Kiruna.

Zimmer, Kino und eine Kirche

Mit Zimmern allein mochte man sich im Eishotel nicht zufrieden geben. Und so kamen ein Kino, eine Kirche und ein Theater dazu. Und natürlich eine Bar, in der man sich um gekühlte Getränke keine Gedanken machen muss.

Palasträume aus Eis

Wer (wie ich) Wärme liebt, kann sich erst einmal nur schwer vorstellen, dass jemand freiwillig in einem eisigen Raum übernachtet. Aber der Anblick der Räume aus Eis, durch die diffuses Licht fällt, ist so beeindruckend, dass wirklich jeder fasziniert ist. Man fühlt sich wie im Palast der Eiskönigin, auf alle Fälle aber wie in einer Märchenwelt. Säulen, Spitzbogen und Skulpturen verleihen dem Bau viel Pracht. Fenster gibt es auch – sie bestehen aus durchscheinenden Eisquadern.

Königlich: die Ice Art Suite

Die Zimmer sind in sechs Gebäuden untergebracht, und man unterscheidet zwischen schlichten Snowrooms, etwas größeren und mit Skulpturen geschmückten Icerooms, prächtigen Northern Light Suites und der königlichen Ice Art Suite. Wer hier übernachtet, schläft in phantasievoll gestalteter Umgebung mit vielen Eisskulpturen.Geraucht werden darf nicht  – Eis und Feuer vertragen sich halt nicht. Badezimmer haben die Zimmer nicht (dafür gibt es ein beheiztes Gebäude auf dem Gelände), und dort kann man auch sein Gepäck aufbewahren.

Einkehr in der Eisbar

Lieblingsraum der Gäste ist natürlich die prachtvolle Eisbar, die in diesem Jahr vom Künstlertrio Elin Julin, Marinus Vroom und Jens Thoms Ivarsson gestaltet wurde. Hier genießt man zum Beispiel Wodka aus Eisgläsern. Aber das gesamte Gebäude, das sehr stimmungsvoll illluminiert wird, ist eindrucksvoll. Die meisten Gäste bleiben eine Nacht im Eiszimmer und wechseln dann in ein „normales“ Zimmer – 72 gibt es auf dem Gelände, sie sind mit Fußbodenheizung im skandinavischen Stil eingerichtet. Außerdem gehören zum Eishotel eine Sauna und ein Restaurant.

Ein Gebäude aus „Snice“

Für den Bau des Eishotels werden mit Beginn der kalten Jahreszeit gewaltige Eisblöcke, die bis zu zwei Tonnen pro Stück wiegen, eingesetzt. Zum Verbinden der Blöcke produzieren die Bauherren „Snice“, ein Gemisch aus Schnee (snow) und Eis (Ice), das eine größere Dichte als natürlicher Schnee hat und deshalb besser isoliert und langsamer schmilzt. Im Lauf von etwa sechs Wochen entstehen die meterdicken Wände und die bis zu fünf Meter hohen Räume, die von Pfeilern getragen werden. In die wird schließlich eine große Menge Schnee und Eis gekippt, als Rohstoff für die etwa 50 Künstler, die die Räume gestalten.

Aufwärmen mit heißem Beerensaft

Wer die Eisnacht hinter sich gebracht hat, gönnt sich am nächsten Morgen einen heißen Beerensaft, danach wäre eine Runde Sauna eine gute Idee. Aber nur warm wäre im skandinavischen Winter nicht so das Wahre, deshalb gehören zu den beliebten Aktivitäten rund um das Eishotel Hundeschlittensafaris, Snowmobiltouren, Eismodellierkurse oder Pferdeschlittentouren.

Die Zimmerpreise

Preiswert übernachtet man nicht im Eishotel. Im Iceroom zahlt man je nach Saison zwischen 162 und 315 Euro pro Nacht, in den Suiten zwischen 231 und 540 Euro. Die „warmen“ Zimmer kosten 97 bis 215 Euro pro Nacht.

Heiraten in der Kälte

Angesichts der zauberhaften Einrichtung ist es kein Wunder, dass sich Romantiker sofort in das Eishotel mit  seinen Skulpturen, dem indirekten Licht und den originellen Formen verlieben. Perfekt für Schneekönige und solche, die es werden wollen, zumal das Kuscheln im warmen Schlafsack bei der Kälte viel Spaß macht. Manches Paar ist so begeistert, dass es gleich im Eishotel in Jukkasjärvi heiratet. Ein „Ja“ im Palast aus Eis – das ist schon etwas ganz Besonderes!

Eishotel Jukkasjärvi – Infos

  • Adresse:  Marknadsvägen 63, 98191 Jukkasjärvi, Schweden
  • Telefon:  +46 (0) 980 66 800, Buchung: +46/980-66899
  • Buchung: online
  • Lage: 15 Kilometer vom Flughafen und 17 Kilometer vom Bahnhof in Kiruna entfernt. Mit dem Shuttlebus kommt man für 25 Euro vom Airport zum Hotel. Flüge: mehrmals pro Woche ab Stockholm-Arlanda nach Kiruna
  • Eishotel im Internet: www.icehotel.com

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