Von Dominica bis St. Lucia: Flucht in die Karibik

Von Silke 26. Januar 2024 Kommentare 6 Min. Lesezeit
Karibik-Traumstrand auf BarbadosKaribik-Traumstrand auf Barbados Foto: Anthony Ingham / Unsplash.com

Manchmal muss es einfach die Karibik sein. Da guckt man den grauen deutschen Himmel an und wünscht sich weit weg: dorthin, wo der Himmel blauer ist als anderswo und es türkisfarbenes Meer, Palmen und warmen Sandstrand gibt. Wir stellen ein paar Ziele vor – zum Träumen oder gleich Losfliegen.

Karibik-Naturparadies mit Dschungelseilbahn: Dominica

An einem Sonntag im Jahr 1493 hat Christoph Columbus die Karibik-Insel Dominica entdeckt. Und nannte sie ganz spontan nach dem Wochentag. Auch wenn das nicht wirklich originell war, behielt Dominica den Namen. Das nicht einmal 50 Kilometer lange und 25 Kilometer breite Inselchen ist ein üppiges Paradies mit wilden Regenwäldern, hohen Bergen, dem Vulkan Morne Trois Pitons, einem kochenden See und traumhaften Stränden – viele davon aus schwarzem Vulkansand. Palmenumsäumt, natürlich. Vor allem Naturliebhaber finden hier ihr karibisches Paradies, in dem es sogar eine Seilbahn durch den Regenwald gibt. Der Nationalpark Morne Trois Pitons gehört seit 1997 zum Weltnaturerbe der Unesco.

Gerade wird im Nationalpark eine 6,6 Kilometer lange weitere Seilbahn gebaut. Wenn sie fertig ist, können Touristen in Gondeln von der Talstation bis auf den Berg nahe des Boiling Lake gebracht werden  die Gäste sparen sich damit einen bis zu siebenstündigen Fußmarsch auf einem zerklüfteten Weg. Die 50 Millionen Euro teure Anlage soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.

2017 zerstörte ein Hurrikan große Teile der Insel-Infrastruktur, aber inzwischen ist vieles wieder aufgebaut. Hurrikansichere Gebäude gehören dazu und auch die Landwirtschaft ist dabei umgebaut zu werden. Statt Export-Bananen sollen vermehrt Obst und Gemüse für den lokalen Verzehr angebaut werden. Die Insulaner wissen, dass die Schönheit der Natur ein wichtiges Pfand ist, und deshalb setzt man sich jetzt intensiv für deren Erhaltung ein. Und Dominica hat das Ziel, zum ersten klimarestistenten Land der Welt zu werden. Dafür entstand 2018 die Climate Resilience Execution Agency of Dominica (CREAD). Sie soll sicherstellen, dass alle Sektoren künftig die Klimaresistenz berücksichtigen. Dafür gibt es spezielle Vorschriften für Bauten, aber auch die Energiegewinnung wird auf neue Füße gestellt – in Form von Erdwärmeanlagen. Die Gesundheitseinrichtungen und die Infrastruktur werden verbessert und einiges mehr. Was es nicht mehr geben soll, ist Plastik, und es wird darauf geachtet, die Natur von Müll zu befreien.

Insel des Leguans: St. Lucia

Ihren heutigen Namen verdankt die Karibik-Insel St. Lucia der Heiligen Lucia von Syrakus, die vielleicht ihre Hand im Spiel hatte, als französische Seeleute im Jahre 1502 vor der Insel Schiffbruch erlitten – und überlebten. De Ureinwohner dagegen sagten „Louanalao“, „dort, wo der Leguan lebt“, zu der Insel, die zu den Kleinen Antillen gehört. Und viele Menschen bezeichnen sie auch als „Die schöne Helena des Westens“. Eine Besonderheit ist die Hauptstadt Castries mit ihren farbenfrohen Häusern.

Vor allem aber ist St. Lucia ein echtes Naturparadies. Eines, zu dem weitläufige Regenwälder, idyllische Flusstäler, die kegelförmigen Berg-Zwillinge „Twin Pitons“ und ein diamanten schimmernder Wasserfall gehören. Außerdem natürlich schneeweiße karibische Traumstrände, die so schöne Namen wie Marigot Bay, Anse Louvet und Reduit Beach tragen. Auch Taucher kommen auf der Insel voll auf ihre Kosten, es gibt traumhafte Reviere. Übrigens: Hier gibt es Mineralbäder, die ewige Jugend versprechen. Ausprobieren kann ja nicht schaden!

Wer gerne Wale oder Delphine sehen möchte, kommt an der Nordwestküste voll auf seine Kosten. Gourmets wiederum sollten einige der Restaurants besuchen – die Küche mit afrikanischen, französischen, englischen und indischen Einflüssen ist sehr lecker. Eine Besonderheit ist das „La Sikwi Sugar Mill“, das in einer 1860 erbauten und 1990 restaurierten Zuckermühle eingerichtet wurde. Hier können Sie Meeresfrüchte, Poule Dudon (Hühnchen in Kokos-Sauce) und Fischbananenbällchen genießen.

Europäisches Tropenparadies in der Karibik: Guadeloupe

Ja, es stimmt: Die Karibik-Insel Guadeloupe ist Teil Frankreichs und gehört damit tatsächlich zur Europäischen Union. Eine kurze Anreise hat man allerdings nicht, und europäisches Wetter auch nicht. 30 Grad sind ziemlich normal in dem 1600 Quadratkilometer kleinen Land, das aus acht bewohnten und einigen unbewohnten Inseln besteht. Schwarzer oder weißer Sandstrand, grandiose Wasserfälle, Mangrovenwälder – Guadeloupe hält, was die Bezeichnung Tropenparadies verspricht. Bloß zum Karneval ist es vorbei mit der paradiesischen Ruhe in diesem Teil der Karibik: Dann wird getanzt, bis die Füße schmerzen.

Zu den Attraktionen gehören die drei Wasserfälle von Carbet an der Ostseite des Vulkans Soufriére. Und natürlich der Vulkan selbst, der 1467 Meter hoch ist – der höchste Gipfel der Kleinen Antillen. Auch die Stadt Pointe-à-Pitre mit ihrem kolonialen Charme, die Strände in der Bucht von Saint-François, der schwarze Strand von Grande Anse bei Trois-Rivières (hier können Sie Meeresschildkröten beobachten), der Mangrovenwald von Grande Terre, der Wasserfall Cascades aux Écrevisses und die Gedenkstätte ACTe, die an die Geschichte der Sklaverei erinnert, sind sehenswert.

Unbedingt besuchen sollten Sie die heißen Quellen von Dolé. Hier gibt es viele Thermalbecken. Der größte heißt „Bain des Amours“. Genießer bummeln über den Markt von Pointe-à-Pitre, auf dem es tropische Gewürze, Obst, Gemüse und Kunsthandwerk gibt. Auch die kleineren Inseln sind eindrucksvoll. Auf Petite-Terre zum Beispiel können Sie Leguane beobachten und auf Marie-Galante eine traditionelle Rumbrennerei besichtigen.

Besuch bei Rihanna: Barbados

Vermutlich werden Sie die berühmteste Bewohnerin nicht zu Gesicht bekommen, denn Popstar Rihanna ist ständig unterwegs in der Weltgeschichte. Aber Sie sind ja nicht wegen ihr hier, sondern wegen Barbados. 180 Kilometer lang sind die palmenbestandenen Strände der Insel, die zwischen schneeweiß und pinkfarben variieren. Es gibt etwa 700 tropische Pflanzenarten und so ungewöhnliche Tiere wie grüne Affen. Eindrucksvoll ist der alte Stadtkern der Hauptstadt Bridgetown –  seine Häuser im Kolonialstil brachten ihm einen Eintrag als Unesco-Weltkulturerbe ein. Ebenso preisverdächtig ist die karibische Küche, die Elemente aus aller Welt zu einem extrem leckeren Kunstwerk verbindet.

Wer Action liebt, der ist in der Hauptstadt Bridgeton richtig. Hier gibt es unzählige Restaurants und Gebäude im Kolonial- und im viktorianischen Stil. In der Broad Street werden Souvenirjäger fündig . Besuchen Sie in der Stadt unbedingt auch das George Washington House und entspannen Sie am traumhaften Stadtstrand Carlisle Bay.

Barbados ist aber auch berühmt für seine Natur. Etwa das Barbados Wildlife Reserve in einem Mahagoniwald, in dem grüne Affen leben. Oder die Meeresgrotte Animal Flower Caves an der Nordspitze der Insel. Dort gibt es einen natürlichen Fels-Pool, in dem man baden kann. Eine Besonderheit ist die Tropfsteinhöhle Harrison Cave, die man in einer elektrischen Bahn durchfahren kann. Sogar unterirdische Seen und einen Wasserfall gibt es hier tief unter dem Erdboden.

Reggae und Rastafari auf Jamaika

Ohne Musik kann man sich Jamaika nicht vorstellen. Das liegt natürlich auch an Bob Marley, der auf der Karibik-Insel eine Legende ist. Seine musikalischen Brüder und Schwestern bringen die Insel und ihre Bewohner (inklusive Touristen) überall zum Singen und Tanzen. Ausruhen kann man sich dann an den herrlichen Stränden, etwa in Montego Bay, das so paradiesisch ist, wie der Name andeutet. Traumstrände gibt es auch in Negril (unter anderem der Seven Mile Beach, der längste Strand der Insel), Port Antonio (etwa der Frenchman’s Cove) und Ochos Rios. Dort lockt noch eine besondere Attraktion: die 300 Meter hohen Dunn’s River Falls. In Ocho Rios steht zudem das Anwesen „Golden Eye“, wo einst James-Bond-Autor Ian Fleming gelebt hat. Es ist heute ein Luxushotel.

Lohnenswert ist auch eine Wanderung durch die Blue Mountains. Die sind nicht nur berühmt für ihre Kaffee-Anbaugebiete, sondern auch für ihre herrlichen Wanderwege. Wer gut zu Fuß ist, wandert zum Blue Mountain Peak und hat auf 2256 Metern Höhe eine traumhafte Weitsicht.

Die Natur auf Jamaika ist spektakulär. So kann man riesige Schmetterlinge oder den Nationalvogel Wimpelschwanz beobachten. Dieser kleine Kolibri kommt nur auf Jamaika vor und wird auch Doctor Bird genannt. Die Männchen schmücken sich mit bis zu 17 Zentimeter langen Schwanzfedern.

Auch kulturell hat die Insel, deren Bewohner zum überwiegenden Teil von afrikanischen Sklaven abstammen, einiges zu bieten. Vom Reggae mal ganz abgesehen. Es gibt hübsche Häuser in Kingston, die teilweise als Museum dienen. Und es gibt das Bob-Marley-Museum. Denn der Gigant des Reggae ist allgegenwärtig auf Jamaika.

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