Manchmal, wenn wir vergessen haben, wie sich das mit den italienischen Momenten und dem Dolce vita so anfühlt, sind sie für uns der Rettungsanker: Jene kaum mehr als hühnerstallgroßen Orte in mittlerweile fast jeder Straße, in denen Grün-Weiß-Rot dominiert. Geschäfte, aus denen es verführerisch nach Knoblauch duftet. Jetzt, in Zeiten von Corona, locken sie besonders. Und auch wenn wir (noch) nicht hineindürfen: Leckereien abholen ist erlaubt, und ab und zu gönnen wir uns das.
Kein Dolce Vita ohne südländische Genüsse
Pasta und Pesto, Oliven, Mozzarella, Ciabatta, getrocknete Tomaten – erleichtert klammern wir uns an den Anblick der Leckereien. Currywurst, Eisbein gar, können uns nicht mehr reizen. Locker, leicht, südländisch soll es sein, das gehört zum dolce vita einfach dazu.
Pecorino und ein ofenwarmes Weißbrot
Die Menschen hinter den Gemüse-Vitrinen jedenfalls haben unsere Sehnsucht verstanden. Und füllen großzügig eingelegte Zucchini, Pepperoni-Streifen, gerollte Auberginenscheiben und andere Antipasti für uns ab, säbeln faustgroße Stücke vom Pecorino-Laib und legen noch ein ofenwarmes Weißbrot dazu.
Dieser Anblick ist das reinste Fest. Darauf gebracht hat uns einst die Toskana-Fraktion, mit ihren Landsitzen im sonnigen Süden und ihrer Vorliebe für Carpaccio statt Königsberger Klopsen. Für Chianti natürlich auch.
Ein Landsitz auf Balkonien
Bei uns bleibt es vorläufig beim Landsitz auf Balkonien, aber beim Essen, da können wir mithalten. Nur ein paar Meter bis zur nächsten Salumeria müssen wir wandern, um unsere vorbestellte Ration italienischen Lebensgefühls zu tanken und vollbepackt mit frischem Gemüse, Antipasti, Brot und anderen Leckereien wieder nach Hause zu gehen.
Dolce Vita geht auch ohne toskanische Sonne
Wenn wir den Chianti öffnen und die Pasta im Topf köchelt, sehen wir uns als weltgewandte Genießer, die schon mal milde lächelnd auf die Fast-Food-Futterer gucken. Wir fachsimpeln über Weinanbaugebiete, ziehen Prosecco dem Bier vor und wissen genau Bescheid über Trüffelqualitäten, Pecorino-Preise und die besten Cantucci der Stadt.
Auf dem Esstisch dampfen Schalen mit Minestrone und Tomaten-Pasta, den Blick auf die noch viel zu kühle Stadt haben wir ausgesperrt. Das fühlt sich schon ziemlich südländisch an. Dolce vita geht nämlich auch ohne toskanische Sonne.
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