„Little Sun“ – Olafur Eliassons kleine Sonne gegen dunkle Nächte

Little Sun
Little Sun Foto: Studio Olafur Eliasson

Als der Künstler Olafur Eliasson „Little Sun“ entwarf, hatte er zwei Dinge im Sinn: Er wollte ein Kunstobjekt schaffen und gleichzeitig etwas herstellen, das ein bisschen die Welt verbessert. Und seine Idee war ziemlich genial, finde ich: In Eliassons Fall ging es um Licht. Tagsüber gibt es für alle Menschen auf der Welt reichlich davon, aber nachts, wenn die Sonne untergegangen ist, sitzen 1,6 Milliarden Menschen im Dunkeln, weil sie keinen Anschluss ans elektrische Netz haben. Und genau dort setzt „Little Sun“ an.

Little Sun: Kunstobjekt mit Solarzelle

Das Objekt, das der dänisch-isländische Künstler gemeinsam mit dem Ingenieur Frederik Ottensen entwickelt hat, sieht aus wie eine kleine Sonne. Auf einer Seite trägt sie eine Solarzelle, auf der anderen eine Glühbirne. Innen stecken drei AAA-Akkus. Die Idee dahinter: Wenn Little Sun fünf Stunden in der Sonne aufgeladen wird, leuchtet sie bis zu zehn Stunden, fünf davon sehr hell.

Legendäre Projekte des isländisch-dänischen Künstlers

Der in Berlin und Kopenhagen lebende Olafur Eliasson ist einer der Künstler, die gern Großes schaffen. Etwa einen riesigen Wasserfall an der New Yorker Brooklyn Bridge, das „The Weather Project“ in der Londoner Tate Modern Gallery (mit künstlicher Abendsonne und Nebelschwaden) oder „Your Sun Machine“ in Los Angeles, bei der die Sonne durch ein Loch in der Decke auf den Boden eines leeren Raumes fiel und man zusehen konnte, wie der „Lichtfleck“ wanderte.

Er befasst sich am liebsten mit Naturphänomenen, und da war der Weg zur Sonne ziemlich naheliegend. Nur dass Little Sun ein Kunstobjekt für den zweiten Blick ist. Spektakulär wird es erst, wenn man in die Tiefe schaut und feststellt, was der Künstler damit erreichen will.

Alternative zu Petroleum- und Kerosinlampen

Während man in den reichen Ländern einfach nur auf den Lichtschalter drücken muss, damit es abends hell wird, müssen viele arme Länder mit der Dunkelheit leben. Oder sie nutzen Petroleum- oder Kerosinlampen. Die aber sind gesundheitsschädlich und feuergefährlich. Teuer ist der Brennstoff noch dazu, von den CO2-Emissionen von 190 Millionen Tonnen einmal ganz abgesehen.

Wenn man so etwas liest, ist man überrascht, dass eine eigentlich so simple Idee wie „Little Sun“ nicht viel früher gekommen ist. Das kleine Objekt bringt umweltfreundliches Licht und spart Kosten.

Käufer unterstützen die Vertriebsstrukturen in armen Ländern

A propos Kosten: Die sind je nach Land unterschiedlich, in Ländern mit gutem Elektrizitätsnetz sind sie höher. In Deutschland liegt der Preis für eine „Little Sun“ bei 22 Euro, und mit jedem Kauf unterstützt man die Vertriebsstrukturen in den armen Ländern. Dort werden die Lampen zu deutlich niedrigen Preisen angeboten und es wird sichergestellt, dass die Verkaufsagenten trotzdem davon leben können. Kaufen kann man „Little Sun“ online direkt beim Little-Sun-Projekt, aber auch z.B. bei Amazon oder im taz-Shop.


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