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Amboise: Leonardo, Loire und eine Verschwörung

Amboise gehört zu den eindrucksvollsten Schlössern an der Loire. Das liegt daran, dass es auf einem Felsplateau am Ufer des Flusses thront und von den Häusern und Gärten der französischen Kleinstadt umgeben ist. Wer das Bauwerk anschaut, der ist sicher: Diese Residenz ist eines Königs würdig. Zum Glück kann heute jeder neugierige Blicke in die Räume werfen.

Amboise, eine Residenz der Könige 

Der Ort Amboise liegt zwischen Blois und Tours, und das gleichnamige Schloss zählt zu den berühmtesten an der Loire. Es gehört zum Unesco-Welterbe. Seine Ursprünge gehen auf das zehnte Jahrhundert zurück. 400 Jahre lang gehörte es der Familie Amboise, bevor es 1434 in den Besitz der Krone gelangte.

Italienische Künstler gestalteten das Schloss

Die Könige hatten eine besondere Vorliebe für die Region der Loire. Kein Wunder, denn das Klima ist mild und angenehm. Amboise diente ihnen lange als Residenz, Karl VIII wuchs sogar hier auf. Ihm verdankt das Schloss den Renaissance-Stil, denn Karl beauftragte italienische Künstler mit der Umgestaltung des Bauwerks. Selbst an den Garten legte ein Italiener Hand an.

Eindrucksvolle Türme

Was Amboise so spektakulär macht, sind die vielen Türme. Unbedingt ansehen sollte man den Tour Minimes und den Tour Heurault. Aber sehenswert sind auch die Giebel, Türstürze, Lukarnen (spezielle Dachfenster-Aufbauten) und die vielen  Details, die man oft erst auf den zweiten Blick bemerkt. Dazu gibt es unzählige Terrassen, von denen aus man eine schöne Sicht hat. Umgeben ist der auf einem Fels sitzende Bau von einer Stützmauer.

Am Ufer prächtig, innen schlicht

Wer das Schloss anschaut, sollte auch mal die Perspektive wechseln. Denn Amboise ändert je nach Blickwinkel sein Gesicht. Von der Loire-Seite aus demonstriert es deutlich die königliche Macht, während die Innenfassade weniger prachtvoll ist.

Ausflug zu Leonardo da Vincis Grab 

Mehrere Gebäude gehören zum Schloss. Eines davon ist die Hubertus-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Hier sollten Sie unbedingt ins linke Querschiff gehen und auf den Boden gucken. Dort gibt es nämlich eine  Grabplatte mit einem sehr berühmten Namen: Hier ruht Leonardo da Vinci. Der Künstler hatte die letzten beiden Jahre seines Lebens auf Schloss Clos Lucé verbracht, nur ein paar Meter vom Schloss Amboise entfernt.

Der Maler arbeitete im Schloss Clos Lucé

Clos Lucé
Schloss Clos Lucé

Interessant ist, dass es zwischen den beiden Schlössern eine unterirdische Verbindung gibt. Karl VIII hatte Clos Lucé einst für seine Frau Anne de Bretagne gekauft. Im Jahr 1516 reiste Leonardo da Vinci auf Einladung von Franz I. nach Amboise, er durfte im Schloss Clos Lucé wohnen und arbeiten.

Er brachte drei Gemälde mit. Eines davon war die heute weltberühmte „Mona Lisa“. Ein Besuch von Clos Lucé lohnt sich, es ist heute ein Leonardo-Museum. Einige seiner Räume sind öffentlich zugänglich. Infos zu Clos Lucé finden Sie hier.

Blick in die königlichen Gemächer

Natürlich sollte man sich auch in Amboise die Räume ansehen. Viele der königlichen Gemächer können nämlich besichtigt werden, darunter die Salle des Gardes Nobles (Saal der Nobelgarden) und die Salle des Tambourineurs (ein privater Raum von Karl VIII), der Ständesaal mit prächtigem Gewölbe. Außerdem kann man sich die Gärten ansehen.

Es gibt sogar einen Thron

Die königlichen Räume sind mit Möbeln, Gemälden, Skulpturen und Musikinstrumenten bestückt, außerdem kann man einen königlichen Thron bewundern. Wer noch mehr erfahren möchte, sollte eine Führung buchen (Infos am Ende des Textes).

Eine Verschwörung 

Lange Jahre erlebte das Schloss Festlichkeiten und Bälle, Künstler und Wissenschaftler gingen dort ein und aus. Und trotzdem passt zu einem so beeindruckenden Bauwerk auch eine Verschwörungsgeschichte: 1560 plante eine Gruppe von Hugenotten, den erst 16jährigen König Franz II in ihre Gewalt zu bringen. Ihrer Ansicht nach stand der junge König zu sehr unter dem Einfluss seiner katholischen Berater. Doch die Verschwörung von Amboise wurde verraten und die Hugenotten hingerichtet.

Amboise – Infos

  • Adresse: 37400 Amboise, Frankreich
  • Anfahrt: Autobahn A10 bis Amboise, weiter über die D31 und N152; Autobahn A28 bis Kreuz Tours Sud Richtung A85; Autobahn A85, Ausfahrt Bléré Amboise Chenoncau Richtung Amboise über die D31. Zug: Bahnhof Tours
  • Öffnungszeiten: 2.-31. Januar sowie 16. Nov. bis 31. Dez., 9-12.30, 14-16.45 Uhr; 1.-28. Feb., 9-12.30 und 13.30-17 Uhr; 1.-31. März sowie 2.-15. Nov., 9-17.30 Uhr; 1. April-30. Juni, 9-18.30 Uhr; 1. Juli-31. August, 9-19 Uhr; 1. Sept.-1. Nov., 9-18 Uhr
  • Eintritt: 13,10, Kinder bis 18 J. 9 Euro, Zugang und Audiobesichtigung 10,60 bzw. 8,30 Euro
  • Führungen: mit Audioguide (auch auf deutsch)
  • Amboise im Internet: www.chateau-amboise.com/de

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