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Warum Matcha mehr als ein Tee ist

Er ist knallgrün, puderfein und mehr als nur Tee: Matcha, der aus gemahlenen Grüntee-Blättern hergestellt wird und dem erstaunliche Fähigkeiten nachgesagt werden. Als Wellness-Getränk ist er schon seit einigen Zeiten aus Japan über die USA zu uns gekommen. Seitdem bekommt man ihn auch als Green Chai Latte, Smoothie, in Speise-Eis und als Zutat in Kuchen und Salatdressings.

Matcha kommt ursprünglich aus China

Der Trend ist neu, Matcha dagegen nicht: Die Art seiner Zubereitung entstand vermutlich schon im sechsten Jahrhundert in China. Dazu wurden die Blätter getrocknet und vermahlen – und das Pulver dann als Medizin verabreicht. Meist waren es buddhistische Klöster, die den Tee herstellten und irgendwann die Teezeremonie entwickelt. Im zwölften Jahrhundert brachte ein Mönch Matcha nach Japan, wo er fester Teil des Buddhismus wurde.

Eindrucksvoll: die Teezeremonie

Die Teezeremonie, genannt chadō (Tee-Weg),ist noch heute ein Ritual mit strengen Regeln. Das fängt schon vor dem Betreten des Teehauses an und geschieht langsam, bedächtig und sehr achtsam. Jede Bewegung ist vorgegeben. Das gilt nicht nur für das Trinken, sondern auch für die Verwendung der Geräte, vom Frischwassergefäß (Mizusashi) über den eisernen Wasserkessel (Kama) bis zum Bambuslöffel (Chashaku) und den Teebesen (Chasen, unten rechts im Foto). Auch die Teedose (Cha-ire) und natürlich die Schale, aus der der Tee getrunken wird (Chawan), sind nicht zufällig gewählt.

Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille

Etwa vier Stunden dauert das Zusammentreffen, bei dem wenig bis gar nicht gesprochen wird. Alles geschieht in einer Atmosphäre der Harmonie, des Respekts, der Reinheit und der Stille. Kein Wunder, dass die Teemeister hohe Wertschätzung genießen. Der berühmteste war Sen no Rikyu, der zwischen 1521 und 1591 lebte.

Teezeremonien in Berlin

Es ist ein besonderes Erlebnis, selbst einmal bei einer Teezeremonie teilzunehmen. In Berlin gibt es solche Angebote zum Beispiel bei Ueda Soko in der Crellestraße in Schöneberg (Tee Feinkost Tan). Eine chinesische Variante kann man im „Berghaus zum Osmanthussaft“ in den Gärten der Welt erleben.

Matcha selbst zubereiten

Natürlich kann man Matcha auch selbst zubereiten. Und wenn man weiß, welche Aufmerksamkeit ihm bei einer Teezeremonie geschenkt wird, dann sollte man auf einen hochwertigen Tee (am besten in Bio-Qualität), aber auch auf angemessene Utensilien achten.

Kein kochendes Wasser verwenden!

Zuerst gibt man zwei Bambuslöffel Matcha-Pulver in die Teeschale (etwa ein Gramm) und verrührt es mit etwas kaltem Wasser zu einer dünnen Paste. Dann gibt man 70 ml heißes Wasser (80 Grad, nicht kochend) dazu. Den Bambusbesen kurz anfeuchten, damit die Borsten nicht brechen, dann eine Minute lang schnell rühren bzw. schaumig schlagen. Nicht hastig trinken, sondern bewusst und achtsam genießen!

So wird das Pulver hergestellt

Für den Matcha werden die Teeblätter vier Wochen vor der Ernte beschattet, was Einfluss auf die Farbe der Blätter nimmt und den Anteil an Inhaltsstoffen wie Teein (bzw. Koffein), Chlorophyll und Theanin (eine Aminosäure) verstärkt. Anschließend werden die Blätter gedämpft und getrocknet, von groben Stellen befreit und dann zu puderfeinem Pulver zermahlen. Der Geschmack des Tees ist süßlich, manchmal auch grasig-herb. Er enthält Carotine und Catechine und die Vitamine A bis E. Auch Eisen, Kupfer, Kalium, Kalzium, Proteine und Polyphenol.

Gesunde Inhaltsstoffe

Theanin zum Beispiel soll eine Rolle bei der Prävention oder der Behandlung von Schlaganfällen, Alzheimer oder Parkinson spielen, Catechine (die Bitterstoffe im grünen Tee) wirken entzündungshemmend, senken den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel und können die Tumorbildung hemmen.

Sanfter Wachmacher

Die Kombination aus Teein, Theanin und Tannin machen wach, wirken aber nicht so kurzfristig wie Kaffee, sondern über Stunden. Wobei man nicht hyperaktiv wird, sondern wach und gleichzeitig entspannt. Trotzdem sollte man den Tee lieber nicht am Abend trinken, und Schwangere sollten vorher lieber ihren Arzt fragen.

Auch lecker: Matcha Latte

Auch wenn sich Puristen schütteln werden: Lecker ist auch die Variante als Matcha Latte. Dafür gibt man einen Teelöffel Matcha-Pulver in eine Tasse mit 80 Grad heißem Wasser (gründlich rühren!). Dann kommt warme und schaumig geschlagene Milch dazu (wer keine Kuhmilch mag oder verträgt, nimmt Mandel-, Hafer- oder Reismilch). Nach Belieben mit Zucker oder Honig süßen.

Matcha-Tee kaufen

Matcha-Tee ist nicht billig – 100 Gramm können schon mal über 100 Euro kosten. Aber: Wer hier spart, der bekommt oft eine minderwertige Qualität mit eher herbem Geschmack. Außerdem enthalten die Dosen meist nur 30 bis 40 Gramm und der Inhalt reicht auch ziemlich lange. Ich empfehle Bio-Qualität. Kaufen kann man sie im Bio-Supermarkt oder auch im Internet, zum Beispiel bei Karu oder bei Sunday Natural. Auch das Zubehör vom Bambusbesen bis zur Schale gibt es dort. Für Einsteiger bietet Sunday ein Set mit einer Dose Uji Premium Matcha, einer handgefertigten Teeschale, einem Bambusbesen und einem Bambuslöffel für knapp 50 Euro an.

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