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Neuschwanstein, das berühmteste aller Märchenschlösser

Neuschwanstein, das berühmteste aller Märchenschlösser

Eigentlich kennt so ziemlich jeder auf der Welt das Schloss Neuschwanstein. Das liegt an Walt Disney, der das Bauwerk 1935  mit seiner Frau besucht hat – es lieferte ihm die Inspiration für sein Märchenschloss in den Filmen „Cinderella“ und „Dornröschen“. Nachbauten davon sind Attraktionen in den Disney-Parks und eine Zeichnung des Schlosses schmückt das Disney-Logo.

Neuschwanstein im Allgäu

Und wenn man sich das Schloss so ansieht, muss man Disney Recht geben: Schloss Neuschwanstein kommt mit seinen Türmchen und Zinnen tatsächlich der Vorstellung von einem Märchenschloss sehr, sehr nahe. Wer das Schloss bei Füssen im Allgäu anschaut, würde jedenfalls nicht staunen, wenn plötzlich eine Horde Ritter vor ihm stehen würde.

Mittelalterliche Ritterburg

Das ist gar nicht so abwegig, denn Schloss Neuschwanstein war tatsächlich die idealisierte Idee einer mittelalterlichen Ritterburg. Erbaut wurde sie ab 1869 für den bayerischen König Ludwig II. (1845-1886). Heute ist es eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und ist im Besitz des Landes Bayern.

Inspiration für Schloss Neuschwanstein

Auch der Ort war gut gewählt. Denn bevor Neuschwanstein auf der Spitze eines Felsrückens erbaut wurde, standen dort zwei kleine Burgen, oder vielmehr deren Ruinen. Ludwig kannte die Trümmer aus seiner Kindheit und so war der Wiederaufbau eines der beiden Bauwerke sein erstes Projekt. Er wusste genau, wie sein Schloss aussehen sollte.  Inspiration lieferten die Wartburg bei Eisenach und Schloss Pierrefonds in Frankreich. 1884 war das Schloss soweit fertig, dass der König einziehen konnte. Allerdings war es noch Baustelle, als er 1886 starb.

Richard Wagners Einfluss

Ludwig war ein großer Anhänger des Komponisten Richard Wagner. Ohne das Engagement des Königs, so sagen Experten, würde es die Bayreuther Festspiele geben. Er unterstützte die Pläne für ein Festspielhaus in Bayreuth und war auch von der Sagenwelt, in der Wagners Werke spielten, so angetan, dass er sich von seiner Verlobten Sophie sogar zeitweise in Briefen als „Parsifal“ ansprechen ließ.

Die Traumwelt eines Königs

Ludwig widmete Neuschwanstein dem Werk Wagners – die Bilderzyklen des Schlosses waren inspiriert von dessen Musikstücken. Das Gebäude war ein Rückzugsort für den König, der sich hier in seiner Traumwelt verlor. Das zeigt auch die Einrichtung, die nicht für Repräsentationszwecke gedacht war. Vieles war mehr Dekoration, mancher könnte sogar Theaterkulisse dazu sagen. Der Schönheit des Gebäudes tat dies freilich keinen Abbruch.

Besucher sollten das Schloss nicht sehen

Der menschenscheue Ludwig hatte nicht vor, Neuschwanstein der Öffentlichkeit zu zeigen, doch schon wenige Wochen nach seinem Tod wurden die ersten Besucher eingelassen: Die Nachlassverwalter des Königs erhofften sich einen warmen Geldregen, um die Bauschulden zu bezahlen.

Das achte Weltwunder

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss ohne Schäden. Die Nazis nutzten es als Depot für Beutekunst, später lagerten hier Goldschätze. Viel später inspirierte Neuschwanstein nicht nur Disney, sondern auch andere Künstler wie Andy Warhol. 2007 beinahe auf die Liste der sieben neuen Weltwunder geschafft.

Romantisch inspirierter Bau

So aber blieb Neuschwanstein „nur“ eine der bedeutendsten  Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Wer kommt, staunt über das romantisch inspirierte Bauwerk mit Türmen, Giebeln, Balkonen und Zinnen vor der Kulisse des Voralpenlandes. Auffällig ist der 45 Meter hohe Viereckturm mit einer umlaufenden Aussichtsplattform. Weitere Gebäude sind das Ritterhaus, der türmchenbewehrte Palas und die Kemenate. Richard-Wagner-Fans erkennen in Neuschwanstein die „Burg zu Antwerpen“ aus dem ersten Akt von „Lohengrin“. Alle anderen bewundern einfach nur den Anblick des eindrucksvollen Gebäude-Ensembles.

Prächtige Räume und viele Schwäne

Im Inneren wurden 15 (statt ursprünglich geplanter 200) Zimmer fertiggestellt, darunter der Thronsaal und der ebenso prächtige Sängersaal mit Themen aus „Lohengrin“ und „Parzifal“. Wandbilder befassen sich mit Geschichten um Liebe, Schuld, Buße und Erlösung, und immer wieder finden sich Darstellungen des Schwans, des Wappentiers der Grafen von Schwangau.

Hochmoderne Ausstattung

So romantisch-verspielt das Schloss aussah, in der Ausstattung war es für damalige Verhältnisse hochmodern. Es gab eine Klingelanlage, einen Herd, eine Heißluft-Zentralheizung und eine Warmwasseraufbereitung. 

Die Diener lebten in einfachen Räumen

In vielen Räumen stehen heute noch die originalen Möbel, einige Zimmer nehmen Bezug auf Wagner-Opern. Allerdings sieht man große Unterschiede: Die königlichen Gemächer sind sehr prächtig, die Diener mussten auf deutlich schmalerem Fuß leben. Ein Tisch, ein Schrank und ein Bett – viel mehr stand nicht in den Diensträumen.

Viele der Räume kann man im Rahmen einer Führung besichtigen. Das tun pro Jahr etwa  1,3 Millionen Menschen. Sie genießen für eine kurze Zeit das Gefühl, Schlossherr zu sein.

Neuschwanstein – Infos

  • Adresse Ticketcenter: Alpseestraße 12, 87645 Hohenschwangau, Tel. 08362/930830
  • Öffnungszeiten Schloss: April bis 15. Oktober: tgl. 9 bis 18 Uhr, 16. Oktober bis März: 10 bis 16 Uhr. Ticketcenter: April bis 15. Oktober: tgl. 7.30 bis 17 Uhr, 16. Oktober bis März: 8.30 bis 15 Uhr
  • Ticket-Reservierung: unter diesem Link
  • Führungen: Dauer jeweils 30 Minuten, in vielen Sprachen. Reservierung im Ticketcenter möglich

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