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Putbus: Besuch in der Weißen Stadt

Putbus: Besuch in der Weißen Stadt

Putbus auf Rügen wird auch „Weiße Stadt“ genannt – und wer zum ersten Mal kommt, der weiß sofort, warum das so ist. Weiß ist die dominierende Farbe im Stadtbild – ganz besonders im historischen Stadtkern. Aber die Menschen lieben nicht nur die strahlend hellen Hausfassaden: Ihre zweite Leidenschaft sind die Rosen. Sie ranken sich überall an den Gebäuden empor. Es gibt also einige Gründe für einen Besuch der Stadt mit den vielen Bauwerken im klassizistischen Baustil. Nicht ohne Grund wird Putbus auch als Kulturhauptstadt Rügens bezeichnet.

Ein Badehaus machte Putbus berühmt

Am Anfang war das Badevergnügen. In Putbus wurde 1816 das erste Seebad auf Rügen eröffnet. Der Andrang war gewaltig, die Menschen strömten scharenweise in die 1810 vom Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus gegründete Stadt. Was dazu führte, dass der Fürst im heutigen Ortsteil Lauterbach das prächtige Friedrich-Wilhelm-Bad erbauen ließ. Architekt Johann Gottfried Steinmeyer entwarf das 1818 fertiggestellte Bauwerks mit den mächtigen Kolonnaden. Heute trägt das Gebäude den Namen Badehaus Goor und beherbergt ein Wellnesshotel. Den Namen Goor lieh man sich vom angrenzenden Wald.

Circus mit Obelisk

Blick auf den Obelisk und den Circus Putbus Foto: TMV / Süß

Blick auf den Obelisk und den Circus Putbus Foto: TMV / Süß

Sehr eindrucksvoll ist auch der sogenannte Circus. Das ist ein rundes Areal, das von schneeweißen Häusern gesäumt wird. Davor verläuft eine Straße, und der begrünte Platz den sie umrundet, ist aufgeteilt wie eine Torte mit acht breiten Wegen, die in der Mitte aufeinandertreffen. Dort steht seit 1845 ein 21 Meter hoher Obelisk – eine Erinnerung an die Gründung von Putbus. Als Vorbild für den Circus nahmen die Stadtarchitekten übrigens ein gleichnamiges Areal im englischen Badeort Bath.

Die Gebäude am Circus sind eindrucksvoll. Beispiele sind das Kronprinzenpalais (Circus 1, erbaut 1859), das Hotel Bellevue (Circus 13, 1836 fertiggestellt) und das Königliche Pädagogium Putbus (Circus 16), das 1836 erbaut wurde. Man sollte sich Zeit lassen und jedes Haus genau ansehen – es lohnt sich! Übrigens auch wegen der Rosen, die in einem wunderschönen Kontrast zum Weiß der Fassaden stehen.

Schauspielhaus und Brauereiverlag

Auch am Markt gibt es schöne historische Häuser. Zu den auffälligsten gehört das ehemalige Hotel Deutsches Haus (Markt 2), das aus der Zeit vor 1819 stammt und nach langem Leerstand restauriert werden soll. Auch das Fürstliche Schauspielhaus (Markt 13, erbaut 1821), in dem heute das Theater Vorpommern sitzt (großes Foto), und der Brauereiverlag (Markt 4). Wenn Sie genug Zeit haben, sollten Sie auch noch einen Spaziergang durch die August-Bebel-Straße machen, wo es ebenfalls viele schöne Häuser gibt.

Das historische Schloss wurde 1964 abgerissen

Eines der eindrucksvollsten Bauwerke von Putbus allerdings steht nicht mehr: Es ist as Schloss Putbus im Schlosspark. In ihm und in seinen Vorgängerbauten lebte die Fürstenfamilie mehrere Jahrhunderte lang. Das Schloss war von einem großen Landschaftspark umgeben und wurde immer wieder umgebaut. 1865 brannte es fast vollkommen nieder. Anschließend wurde es neu aufgebaut, aber nach dem Zweiten Weltkrieg war es stark zerstört worden. 1957 bestimmte der damalige DDR-Kultusminister, dass das Schloss abgerissen werden soll. Seit 1964 ist der Bau fast vollkommen verschwunden, nur die  Seeterrasse am Schwanenteich blieb erhalten. Seit Jahren setzt sich ein Verein für den Wiederaufbau ein.

Spielzeugmuseum im einstigen Affenhaus

Trotz des Abrisses gibt es noch mehr Erinnerungen an die „fürstliche“ Zeit. Dazu gehören der Marstall, die Pergola, die von Friedrich August Stüler und Johann Gottfried Steinmeyer erbaute Schlosskirche und die Orangerie. Und auch das einstige Affenhaus, in dem tatsächlich Kleinaffen gehalten wurden, blieb stehen. residiert seit 1994 das Puppen- und Spielzeugmuseum Putbus. Ein Besuch lohnt sich!

Auch für den weitläufigen Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens sollte man sich Zeit nehmen. Besonders schön ist die Kastanienallee, es gibt aber auch noch einige exotische Bäume und ein Wildgehege.

Mit dem Rasenden Roland nach Putbus

Wer besonders stilvoll nach Putbus reisen möchte, sollte die Schmalspurbahn Rasender Roland nehmen. Die verkehrt zwischen den Ostseebädern Binz, Sellin, Baabe und Göhren und hat auch eine Verbindung nach Putbus. Zudem ist die Weiße Stadt seit 1889 ans Bahnliniennetz angebunden. Damals entstand eine Verbindung von Bergen nach Putbus. Die Züge verkehren im Zweistundentakt, zwischen Mai und August im Stundentakt. 

Weitere Infos über die Stadt

Ein weiterer Artikel über Rügen:

Die Kreidefelsen

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