Frankfurts Wahrzeichen: der Römer

Von Silke 22. Juli 2024 Kommentare 2 Min. Lesezeit
Blick auf den Römer in FrankfurtBlick auf den Römer in Frankfurt. Foto: Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio

Der Frankfurter Römer ist eines Kaisers würdig. Buchstäblich. Denn im Frankfurter Rathaus wurden einst Verhandlungen für die Wahl der deutschen Könige und Kaiser abgehalten, und die Exzellenzen gingen hier ein und aus. Entsprechend eindrucksvoll ist auch das Ambiente des Bauwerks, das zu den schönsten deutschen Rathäusern zählt.

Spektakuläre Fassade

Der Römer mit seiner spektakulären Treppengiebelfassade ist eines der Wahrzeichen der Main-Metropole. Am 11. März 1405 – die Frankfurter wissen noch, dass es ein Mittwoch war – kaufte der Stadtrat zwei der nebeneinanderstehenden Bürgerhäuser. „Zum Römer“ hieß das eine, „Zum Goldenen Schwan“ das andere. Für nur 800 Gulden, so heißt es, wechselte der Komplex auf dem Römerberg seinen Besitzer. 

Der Römer: 1702 wurde das Glockentürmchen gebaut

Gleich nach dem Kauf wurde der Römer zum Rathaus der Stadt umgebaut. So bekam er seine noch heute vorhandenen Eingangsportale, außerdem wurden der spätere Kaisersaal und die große Ratsstube eingerichtet. Im Erdgeschoss entstand ein Kreuzrippengewölbe. 1702 kam das Glockentürmchen hinzu.

Im Römer, der immer wieder baulich verändert und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, fanden nicht nur die Kaiser-Verhandlungen statt, sondern hier tagte einst auch die Nationalversammlung, bevor sie in die Paulskirche umzog.

Vier Kaiser schmücken die Fassade

Der Gebäudekomplex mit der neogotischen Fassade verdient einen gründlichen Blick. So finden sich am mittleren Haus zum Beispiel vier Kaiser – Friedrich Barbarossa, Ludwig der Bayer, Karl IV. und Maximilian II –, zwei Stadtwappen und ein Zifferblatt.

Berühmte Schwanenhalle

Seit 600 Jahren beinahe unverändert sind die Römer- und die Schwanenhalle im Erdgeschoss des Komplexes, die schon 1415 zur Ostermesse genutzt wurden und bis 1846 offizielle Messehallen waren. Berühmtester Raum des Römers ist der Kaisersaal oberhalb der Römerhalle. Er war der Ort, in dem Krönungsbankette abgehalten wurden. Heute hängen hier Bilder aller 52 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Zu den Attraktionen des nur wenige Schritte vom Kaiserdom entfernten Römers gehören auch der Limpurgsaal mit einem Brüsseler Wirkteppich aus dem Jahre 1670 und die sogenannten Frankfurter Schränke aus der Zeit des Barock.

Vom Balkon aus ließen sich schon Fußball-Europameister bejubeln

Fast genauso berühmt wie der Kaisersaal ist heutzutage der Balkon, der erst nach 1900 angebaut wurde. Er ist der Ort, von dem aus sich die Frauen- und Herren-Fußballnationalmannschaften nach ihren Erfolgen bei Europa- oder Weltmeisterschaften bejubeln ließen. Auch die verstorbene britische Königin Elizabeth II winkte bei einem Besuch 2015 den Menschen vom Balkon aus zu.

Einblicke in die Architektur des Römers bekommt man beim Besuch des Ratskellers oder im Infozentrum für Touristen. Und eine weitere Möglichkeit gibt es auch noch: das Standesamt. Umgeben von Nussbaumholz und mit Blick auf ein Gemälde von Christian Georg Schütz aus dem Jahre 1787 kann man im Römer nämlich auch heiraten.

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