Vorlesestunde für Genießer: „Die Unendliche Geschichte“

"Die Unendliche Geschichte"
"Die Unendliche Geschichte"

Die „Unendliche Geschichte“ von Michael Ende ist eines dieser Bücher, für die man nie zu alt ist. Und die man immer und immer wieder lesen kann und trotzdem noch Neues entdeckt. Ich besitze eine uralte Version, die schon ein bisschen zerfleddert ist – sie hat viele Stunden in meiner Tasche verbracht. Aber so sehr ich Lesen liebe: Noch schöner ist es, sich die wunderbare Geschichte vorlesen zu lassen.

„Die Unendliche Geschichte“: Reise ins Reich Phantásien

Der Mann an meiner Seite hat eine sehr angenehme Stimme und schafft es, mich tief in die Geschichte versinken zu lassen. In das Reich Phantásien und in die Abenteuer von Bastian Balthasar Bux, Atréju und dem Glücksdrachen Fuchur. Figuren wie die Kindliche Kaiserin und die Uralte Morla werden lebendig. Da gibt es die unheimlichen Begegnungen mit dem Gmork und dem Bunten Tod und die Angst vor dem Nichts…

Bastian Balthasar Bux und das Nichts

Die zauberhafte Geschichte spielt in zwei Welten. Jener, in der Bastian bloß ein dicker Junge ist, den es ins Antiquariat von Karl Konrad Koreander zieht, und zum Buch namens „Die unendliche Geschichte“. Und die andere, die im Buch selbst spielt, im Reich Phantásien, das dem Untergang geweiht ist. Das Nichts ist dabei, Phantásien einfach aufzulösen. Und dann ist auch die Kindliche Kaiserin, Herrscherin von Phantásien, schwer erkrankt.

Abenteuer und Herausforderungen für einen dicken Jungen

Natürlich hängt beides zusammen, und natürlich ist es Bastian, der dicke Junge, der Phantásien retten soll. Und zwischen den Buchdeckeln stecken viele Abenteuer, Begegnungen und Herausforderungen, die am Ende das Leben aller Beteiligten verändern.

Lobgesang auf die Phantasie

Es ist ein Lobgesang auf die Phantasie, darauf, nicht alles mit Logik zu erklären. Und einer auf das Vergnügen, zu lesen. Oder sich vorlesen zu lassen. Wie herrlich ist es, die Augen zu schließen und selbst Teil der Geschichte zu werden.

Kino im Kopf

Egal, ob man sich mit Bastian oder Atréju verbündet, man erlebt alles hautnah mit. Das ist besser als Kino, denn jeder stellt sich die Figuren und die Landschaften anders vor. Michael Ende beschreibt sie gründlich genug, um eine Vorstellung zu haben, den Rest übernimmt die Phantasie.

Es kann gut sein, dass man sich stundenlang in dieser Geschichte versenkt, Raum und Zeit vergisst und am Ende die Augen aufschlägt und ganz verwundert ist über das, was man sieht.

Das Buch erschien schon 1979

Michael Ende, der leider 1995 gestorben ist, hat „Die unendliche Geschichte“ schon 1979 geschrieben, es erschien im Thienemann-Verlag. Aber sie hat nichts von ihrer Sogkraft verloren – trotz neuerer Helden wie Harry Potter.

„Die unendliche Geschichte“ für die Ohren

Wer niemanden überzeugen kann, das Buch vorzulesen, der kann auf die Hörbuch- und Hörspiel-Versionen zurückgreifen. Gert Heidenreich zum Beispiel trägt die Geschichte mit großem Charme vor, und es gibt auch eine Hörspiel-Version aus dem Verlag Silberfisch, die in diesem Jahr mit dem Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ ausgezeichnet wurde. Anna Thalbach, Mechthild Großmann, Jens Wawrzeck und andere lassen die „Die Unendliche Geschichte“ lebendig werden.

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