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Anja Gockel: Großartige Modenschau trotz(t) Corona

Corona hat dafür gesorgt, dass die Fashion Week Berlin in diesem Sommer ausfällt. Aber eine Designerin hat sich trotzdem entschlossen, ihre Kollektion fürs nächste Frühjahr vor Publikum zu zeigen: Anja Gockel lud zu einer kleinen, feinen Präsentation im Foyer des Hotels Adlon. Wo sich sonst die Massen drängen, war es aufgrund der Mindestabstände luftig und beinahe still – sehr ungewohnt für eine Modenschau von Anja Gockel. Aber das Publikum genoss diese beinahe intime Atmosphäre. Und feierte eine großartige Kollektion.

Anja Gockel: Kooperation statt Wettbewerb

Corona, so sagte die Designerin vor der Show, ist nicht die Zeit, etwas allein zu machen. Vielmehr geht es um das Gemeinsame, um Kooperation statt Wettbewerb. Deshalb bat sie auch ihre Kollegin Lana Mueller, bei der Show mitzuwirken. Die ersten fünf Stücke, die bei der Show vorgeführt wurden, stammen von der gebürtigen Kasachin, die in Hamburg aufgewachsen ist. Lana Mueller, bekannt für romantisch-feminine Abendmode, zeigte wunderschöne Kreationen in Graublau, mit Glitzer, Transparenz und Stickerei.

„Asuka – Der Duft von morgen“

Anja Gockel hat ihre Kollektion „Asuka“ (japanisch für „Der Duft von morgen“) genannt und zeigt ganz passend asiatisch inspirierte Stücke in kräftigen Farben. Einige Schnitte sind voluminös, andere körpernah, aber alle verbindet das sehr Feminine. Da gibt es hüfthohe Schlitze und breite Taillengürtel in Kontrastfarbe, weite Ärmel und Rockteile, die wie eine Schleppe hinter der Trägerin herwehen. Blusen werden vorn geknotet und fließen hinten bis zu den Oberschenkeln.

Asiatisch inspirierte Stücke

Einige Oberteile erinnern an japanische Kimonos, dazu gibt es gerade geschnittene Kleider mit bunten Prints. Und dann die Farben! Knalliges Pink, leuchtendes Gelb, kräftiges Grün, Himmelblau und ganz zum Schluss ein intensives Rot. Dazu trugen die Models passende Mundschutzmasken – sie werden bei Anja Gockel zum modischen Accessoire.

Fair und nachhaltig

Es ist eine großartige Kollektion mit unzähligen traumhaften Stücken. Wer sie kauft, kann das mit gutem Gewissen tun, denn Anja Gockel lässt ihre Stücke in Deutschland produzieren, ihr Unternehmen gehört zu den 30 nachhltigsten in Nordrhein-Westfalen. „Es gibt 48 Millionen Arbeitssklaven in unserer Branche“, sagte sie im Gespräch nach der Show, „wir müssen auf unsere Werte achten.“ Das ist es, was Corona verändern könne. Es geht darum, künftig mehr auf Fairness und die Umwelt zu achten. Denn: Die Kleiderbranche ist der zweitgrößte Verschmutzer der Welt.

„Wir nutzen die Chance aus der Krise heraus”

Anja Gockel selbst lässt ihre Stücke in Deutschland produzieren, Nachhaltigkeit gehört für sie unbedingt dazu. Für sie war es auch wichtig, ihre Kollektion zu zeigen – trotz Corona. „Ich habe schon kurz nach Beginn des Lockdowns entschieden, trotzdem eine Show zu machen, notfalls auch ohne Gäste.“ Sie beobachtete, was möglich ist, und beschloss schon früh, Partner zu gewinnen. Ihre Erkenntnis: „Wir sind bereit für die Zukunft, nutzen die Chance aus der Krise heraus, bündeln unsere Energie, bleiben unserer Kreativität treu und handeln gemeinsam.“

Show mit vielen Partnern

Zu ihren Partnern gehören neben Lana Mueller unter anderen das Cashmere-Label Edelziege, die Ledermanufaktur Braun Büffel und die Leicht-Juweliere. „Mir war wichtig, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern weiterzumachen“, erzählt sie und hofft, damit Signale zu setzen. „Egal wie groß der Druck ist, die Kreativität geht nie aus.“

Anja Gockel setzt eigene Trends

Für Anja Gockel, die mit ihrem Label 2016 ihr 20jähriges Jubiläum feierte und im Februar ihren Berliner Flagship-Store in der Pariser Straße 44 eröffnete, ist Mode schon immer auch politisch gewesen. Sie setzt sich für Frauenrechte ein, ohne Feministin sein zu wollen. Sie geht nicht mit dem Trend, sondern setzt ihre eigenen. Dazu gehören die Farben, die für sie Ausdruck von Leben sind. „Und davon brauchen wir gerade besonders viel.“

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Hotel Adlon

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